Vor dem BBZ in Schülergruppe gerast

18-jähriger Fahrer muss ins Gefängnis

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Mediengruppe Kreiszeitung

Diepholz - Der damals 18-jährige Schüler, der am 19. September 2014 vor dem Diepholzer Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup mit einem VW Golf in eine Schülergruppe gefahren war, muss ins Gefängnis.

Vor der 3. Großen Jugendstrafkammer des Landgerichtes Verden nahm er jetzt die Berufung zurück, so dass das Urteil des Jugendschöffengerichtes Diepholz rechtskräftig wurde. Im Juli 2015 war der damals 18-jährige Diepholzer wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht unter Einbeziehung eines alten Urteils zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Gegen dieses Diepholzer Urteil hatte er Berufung eingelegt. Vor der 3. Großen Jugendstrafkammer des Landgerichtes Verden nahm er jetzt diese Berufung zurück, so dass das Urteil des Jugendschöffengerichtes Diepholz rechtskräftig wurde. Damit steht fest, dass er nunmehr die gegen ihn ausgesprochene Gefängnisstrafe antreten muss.

Wie seinerzeit berichtet, fuhr der Schüler am 19. September 2014 gegen 8 Uhr an einer Bushaltestelle am Schulzentrum in eine Gruppe Jugendlicher. Dabei wurden sieben Schüler verletzt, eine 17-jährige Schülerin aus Diepholz erlitt durch den Aufprall lebensgefährliche Verletzungen. Sie trug ein Schädelhirntrauma und massive Knochenverletzungen davon. Sie musste seinerzeit vorübergehend in ein künstliches Koma versetzt werden.

Der Vorsitzende des Jugendschöffengerichtes Diepholz, Matthias Wawrzinek, rügte damals scharf das Verhalten des jungen Autofahrers, der „cool“ sein wollte und anderen Schülern mit seinen Fahrkünsten imponieren wollte, indem er den Parkplatz zur Bühne einer Show machte und mit quietschenden Reifen und aufheulendem Motor mehrere Runden drehte. Er habe schwere Schuld auf sich geladen und dadurch die schönste Phase mit unabsehbaren Spätfolgen im Leben einer jungen Frau zerstört, so der Richter.

Der Angeklagte, der damals heimlich das Auto seines Vaters benutzte, gab in der Erstverhandlung an, das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt zu haben und die Gewalt über das Fahrzeug verloren zu haben. Anschließend sei er aus Angst vor den Folgen geflüchtet.

Bei der Berufungsverhandlung in Verden ging es dem Angeklagten um die Rechtsfolgen, nämlich eine Minderung der Freiheitsstrafe. In einer Berufungsverhandlung kann das Gericht in einer neuen Beweisaufnahme sämtliche Zeugen noch einmal vernehmen. Die Folge wäre gewesen, dass die seinerzeit so schwer verletzte junge Frau sich abermals einem für sie psychisch sehr belastenden Verhör hätte unterziehen müssen. In diesem Sinne appellierte der Vorsitzende des Berufungsgerichtes an die „Ehre“ des Angeklagten, der daraufhin die Berufung zurücknahm und so der Geschädigten die Aussage ersparte.

pz

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