Zweiwöchiges Projekt „Schüler leiten eine Station“ an der Klinik Diepholz

Schreiben der Dienstpläne am schwierigsten

Vor der Klinik Diepholz: Pflegeschüler und Ausbilder nach ihrem zweiwöchigen Projekt „Schüler leiten eine Station“. Foto: Jansen

Diepholz – Plötzlich war sie Chefin. Unter ihren 20 Kolleginnen und Kollegen, die im Klinikverbund Landkreis Diepholz im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers erlernen, war Jacqueline Sünkenberg aus Bruchhausen-Vilsen als Stationsleiterin ausgelost worden. Zwei Wochen lang absolvierten die 18 jungen Frauen und zwei jungen Männer mehr als ein Planspiel in der Praxis: Sie arbeiteten auf der Station 3 im Diepholzer Krankenhaus – der „Inneren“, in der vorwiegend Herzpatienten behandelt werden. Selbstverständlich standen ihnen im Früh-, Spät- und Nachtdienst examinierte Pflegekräfte zur Seite. Als Ausbilder und Aufsicht.

Der Pflegenachwuchs erlebte in Diepholz den Stationsalltag live. Was war das schwierigste? „Das Schreiben der Dienstpläne“, meint Jacqueline Sünkenberg (22). Es galt, zeitliche Wünsche der Auszubildenden und Notwendigkeiten der Personalbesetzung unter einen Hut zu bringen – und auch schnell auf Ausfälle durch Krankheit zu reagieren. Dabei half Jessica Huhn aus Diepholz, die bei dem Projekt stellvertretende Stationsleiterin war.

Zum zweiten Mal hieß es in der Klinik Diepholz „Schüler leiten eine Station“. Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr unterstützten das Pflegepersonal und Ärzte der Klinik Diepholz erneut das Projekt. Es war damals durch die Mitarbeiter des Pflegedienstes unter Leitung von Anke Voss angeregt worden. Bei der zweiten Auflage wurde es von einer Woche auf 14 Tage ausgedehnt, um mehr praktische Erfahrungen in einer gewissen Routine machen zu können.

Neben der Arbeit an den Patienten wie Blutdruckmessen, der Überwachung von Geräten und der Begleitung von Visiten stand viel Organisatorisches an. Dazu gehörte auch die Aufnahme und Entlassung von Patienten.

„Bei den Patienten kam das Projekt ebenfalls gut an“, berichtete Martina Pleuß, Lehrerin für Pflegeberufe und Kursusleiterin. Ihre Bilanz: „Durchweg positiv!“

Die 20 jungen Menschen, die im Klinikverbund im zweiten Jahr ihre Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolvieren, können positiv in die Zukunft blicken: Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung wird ihnen in der Regel eine Übernahme in einem Haus des Klinikverbundes angeboten. Bislang konnten alle Ausbildungsstellen besetzt werden. Allerdings startete der aktuell 20-köpfige Jahrgang, der jetzt im zweiten Ausbildungsjahr ist, mit 30 jungen Menschen. Zehn brachen ihre Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen ab.

Beim Projekt „Schüler leiten eine Station“ machten folgende Auszubildende mit: Viktoria Allert, Jaroslava Bührmann, Tsitsidzashe Carstensen, Silvana Cornelis, Saribell De los Santos Catano, Alina Christa Dittmann, Evelyn Ernst, Leon Hallerberg, Mira Heitjans, Jessika Huhn, Eugenia Klass, Lara Koopmann, Natalie Mechelhoff, Saskia-Bianca Müller, Oxana Naiwert, Juliane Reimer, Nina Rosenthal, Marlon Schargott, Jacqueline Sünkenberg und Marie Wiese.

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