110.000 Quadratmeter an der Reessingstraße

Neun Firmen für neues Diepholzer Gewerbegebiet

Im neuen Diepholzer Gewerbegebiet Reessingstraße (von links): Torsten Hoins (NLG/Partner der Stadt Diepholz), Bürgermeister Florian Marré, Fachausschuss-Vorsitzender Wilhelm Paradiek und Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann am Dienstagnachmittag beim symbolischen Spatenstich.
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Im neuen Diepholzer Gewerbegebiet Reessingstraße (von links): Torsten Hoins (NLG/Partner der Stadt Diepholz), Bürgermeister Florian Marré, Fachausschuss-Vorsitzender Wilhelm Paradiek und Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann am Dienstagnachmittag beim symbolischen Spatenstich (ohne Spaten).

Diepholz – Die breiten Erschließungsstraßen sind schon zu erkennen, und Grundstücks-Kaufverträge mit neun Firmen stehen laut Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann kurz vor der Unterschrift: Das neue Gewerbegebiet „Reessingstraße“ ist derzeit in der praktischen Umsetzung. Ab Frühjahr 2022 sollen sich in dem Bereich zwischen Moorstraße im Norden und Dieselstraße im Süden neue Betriebe ansiedeln und bestehende Diepholzer Firmen erweitern können.

Bis dahin dauern die Bauarbeiten für die Erschließung mit Kanalisation, Regenrückhaltebecken, Leerrohren für Glasfaseranschlüsse und Straßenendausbau. Die Baukosten für die 1,2 Kilometer lange Straße durch das neue 171 000 Quadratmeter große Gewerbegebet belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro.

Vertreter der Stadt Diepholz und der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG), mit der die Stadt schon bei der Entwicklung von zwei Baugebieten zusammenarbeitete und die jetzt auch das Gewerbegebiet geplant hat, kamen am Dienstagnachmittag vor Ort an der Kreuzung Reessingstraße/Junkernhäusern zusammen. Bei dem symbolischen Spatenstich – in diesem Fall ohne Spaten – blickten Bürgermeister Florian Marré, Wilhelm Paradiek, Vorsitzender des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt, sowie der Diepholzer Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann und NLG-Geschäftsstellenleiter Torsten Hoins (Verden) zurück auf die Planungen – und nach vorn auf schon erfolgreiche Firmen-Ansiedlungen.

Interesse auch aus dem Oldenburger Münsterland

Derzeit hat die Stadt Diepholz nur noch Rest-Gewerbeflächen am Kielweg – und diese sind für Bestandsunternehmen reserviert. An dem neuen Gewerbegebiet „Reessingstraße“ haben gleich neun Firmen Interesse gezeigt und mit der Stadt Kaufverträge unterschriftsreif gemacht. „Ohne dass wir aggressiv dafür geworben haben“, freut sich Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann über die Nachfrage. Weil die Verträge noch nicht unterschrieben sind, wollte er noch keine Firmennamen nennen. Sie kämen auch aus dem Oldenburger Münsterland. „Für die Betriebe ist die Qualität der Flächen, die Beratung und die Vernetzung vor Ort wichtiger als die Nähe zur Autobahn“, sagte Öhlmann. Zu den Firmen gehöre auch eine aus Diepholz, die sich eine große Fläche reservieren ließ.

Noch 60.000 Quadratmeter frei

Die neuen Firmen sind teils kleine Gewerbebetriebe teils etwas größere mit etwa 20 Mitarbeitern. Insgesamt würden durch sie nach Schätzung von Bernd Öhlmann etwa 70 bis 80 neue Arbeitsplätze in Diepholz entstehen. Bürgermeister Florian Marré betonte beim „Spatenstich“, wie wichtig der Branchenmix für die Wirtschaft in Diepholz sei. Damit sei die Stadt bislang recht gut durch Krisen gekommen. Sie ist nicht von einem großen Arbeitgeber abhängig.

Derzeit sind bereits etwa 50  000 Quadratmeter Fläche im Gewerbegebiet Reessingstraße so gut wie verkauft, also noch 60 000 frei. „Wir sollten uns schon gedanklich mit der Weiterentwicklung von Gewerbeflächen befassen“, meinte Ausschussvorsitzender Wilhelm Paradiek (CDU) angesichts der Nachfrage. Vor diesem Nachfrage-Hintergrund hatte den Rat der Stadt Diepholz 2019 den Bebauungsplan Nr. 85 „Reessingstraße“ beschlossen. Das Gebiet erweitert die vorhandenen Gewerbeflächen nördlich der Dieselstraße.

Anschluss an die Bundesstraße 214

Das neue Gewerbegebiet wird über die Reessingstraße, die noch ausgebaut wird, direkt an die übergeordnete Dr.-Jürgen-Ulderup-Straße angebunden. Damit gibt es einen Anschluss an die Bundesstraße 214.

Als Kaufpreis für das erschlossene Gewerbegebiet hat die Stadt 33,50 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Florian Marré: „Der Preis ist keine Vollkostenrechnung, sondern wird von der Stadt subventioniert.“ Nach Aussagen des Bürgermeisters bei der Beratung des städtischen Haushaltes 2021 im Rat verbleiben in den kommenden Jahren durch das Gebiet Reessingstraße insgesamt rund 3,5 Million Euro als Defizit für die Stadt Diepholz. „Eine Zukunftsinvestition, die nicht leicht zu stemmen ist, jedoch nachhaltig und sinnvoll ist“, so der Bürgermeister damals.

Die offizielle Fertigstellung des neuen Gewerbegebiets ist für das zweite Quartal 2022 geplant. In Absprache mit der Baufirma kann aber auch schon früher eine Bebauung der Flächen erfolgen, die einen individuellen Zuschnitt haben können. Für Florian Marré ist bei Diepholzer Gewerbegebieten wichtig, dass die Qualität stimmt. Es gehe nicht darum, möglichst viele Flächen zu verkaufen.

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