Schon als Praktikant positiv aufgefallen

Syrischer Flüchtling in Autowerkstatt-Team integriert

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Milad Halawa (links), Flüchtling aus Syrien, hat sich ins Werkstatt-Team des Diepholzer Autowaschcenters voll integriert – hier mit Stephan Grewe, Michael Hoge und Detlef Lipinski (v.l.). 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Milad Halawa fiel auf – und zwar positiv. Bei seinem Praktikum in der Werkstatt des Diepholzer Autowaschcenters glänzte er durch außergewöhnliches Engagement und große Einsatzbereitschaft. Der Flüchtling aus Syrien hinterließ einen so guten Eindruck, dass ihm Chef Detlef Lipinski gleich einen Job anbot.

Seit Mai arbeitet Milad Halawa nun in der Autowerkstatt an der Kruppstraße in Diepholz und hat sich ins Team seiner Kollegen voll integriert. Detlef Lipinski ist von ihm nach wie vor begeistert und unterstützt ihn: „Sein Engagement hat er auch nach dem Praktikum behalten“. Derzeit macht der Flüchtling seinen deutschen Führerschein. Er merkt dabei – wie beim täglichen Job in Werkstatt und Waschlange – dass er noch etwas an seinen Deutschkenntnissen arbeiten muss, auch nach seinem Sprachkursus.

In seiner Heimat Syrien hat Milad Halawa drei Jahre als Automechaniker gearbeitet. Aber die Ausbildung dort ist nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. Das duale System der klassischen Lehre mit praktischer Ausbildung in Betrieben und Theorie in Berufsschulen gibt es dort nicht. „Es wird sich dort viel selbst beigebracht“, bringt es Detlef Lipinski auf den Punkt.

Milad Halawa sieht seine Zukunft auf jeden Fall in Deutschland – in dem Land, in das er vor zwei Jahren allein flüchtete. Seine Familie blieb zurück. Nach Diepholz kam er über Stationen in München, Bramsche, Twistringen und Barnstorf. Seine 19-jährige Frau durfte inzwischen nachkommen. Das Paar hat in Diepholz eine Wohnung gefunden.

Wohnungsmarkt in Diepholz angespannt

So viel Glück haben nicht alle Flüchtlinge. Der Wohnungsmarkt in Diepholz ist angespannt. So leben noch viele von ihnen in städtischen Unterkünften, obwohl sie aufgrund ihres Status´ in eigene Wohnungen umziehen dürften. „Wir werfen niemanden raus“, betont Florian Marré, Fachdienstleiter bei der Stadt Diepholz.

Grundsätzlich habe sich die Lage in Diepholz laut Marré entspannt. Die Zahl der Flüchtlinge, die von der Stadt Leistungen bekommen, liegt derzeit bei 147. In Zeiten der großen Flüchtlingskrise waren es mehr als 300 gewesen.

Insgesamt leben aber mehr als die 147 Flüchtlinge in Diepholz, denn die Stadt zählt nur die, die ihr zugeteilt sind und für die sie leistungspflichtig ist. Andere, die einen neuen Status bekommen haben, Geld vom Jobcenter beziehen oder selbst verdienen, zählt sie nicht mit.

Ihre Unterkünfte – unter anderem am Heldenhain, am Kielweg und an der Maschstraße – hat die Stadt nach wie vor belegt, wenn auch mit weniger Menschen als vorher. Sie will die Unterkünfte nicht aufgeben, weil nicht sicher ist, ob noch einmal viele Flüchtlinge kommen. Nach aktueller Quote, die bis zum 31. März 2018 gültig ist, müsste sie 167 Menschen aufnehmen – also noch 20 mehr als derzeit.

Neue kommen derzeit wenige. Im letzten Quartal des Jahres 2017 nahm die Stadt Diepholz zwölf Flüchtlinge auf. Davon gehörten acht zu zwei Familien, die in städtischen Wohnungen eine Bleibe fanden.

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