Dirk Rauschkolb leitet Bürgermeisterkonferenz

Schnellbusse – Chance für eine starke Region

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Dirk Rauschkolb ist Bürgermeister in Sulingen und amtierender Sprecher der Bürgermeisterkonferenz. 

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Als Sprecher der Bürgermeisterkonferenz im Landkreis Diepholz hat Dirk Rauschkolb ein Alleinstellungsmerkmal. Vor fünf Jahren hat er dieses Forum noch als Bürgermeister der Samtgemeinde Siedenburg geleitet – jetzt tut er es wieder, aber als Bürgermeister der Stadt Sulingen.

Es ist ein Generationenwechsel, der sich in der Bürgermeisterkonferenz seitdem vollzogen hat. Denn neun der 15 Hauptverwaltungsbeamten in den Rathäusern sind in diesem halben Jahrzehnt neu dazu gekommen. „Die Zusammensetzung hat sich erheblich geändert“, stellt Dirk Rauschkolb fest.

Welches Thema wird für ihn und seine Kollegen sowie Landrat Cord Bockhop als Partner der Bürgermeister im Landkreis Diepholz 2017 das prägende sein? „Die Flüchtlingsthematik“, antwortet Rauschkolb spontan. Auch wenn es zurzeit keinen Zustrom von Flüchtlingen gebe: „Keiner weiß, ob das so bleibt.“ Der 49-jährige Sulinger Bürgermeister ist mit Blick auf die vielen neuen Mitbürger im Landkreis überzeugt: „Diese Herausforderung wird uns über Generationen begleiten.“

Lob zollt Rauschkolb dem Landkreis für seine Reaktion auf die große Einreisewelle: „Der Landkreis hat sofort geschaltet und Geld zur Verfügung gestellt.“ Deshalb seien die Kommunen sofort handlungsfähig gewesen.

Wichtiges Thema: Geplante Landesbuslinien

Arbeitsaufgabe der Bürgermeisterkonferenz sei es nun, Bilanz zu ziehen: „Welche Kommune hat ihre Quote erfüllt, welche liegt darunter und welche darüber?“. Und sein Wunsch dazu? „Dass wir das Thema so abarbeiten, dass es für alle händelbar ist“, antwortet Rauschkolb, „wobei jeder natürlich für sich selbst verantwortlich ist“.

Als wichtiges Thema wertet Rauschkolb ebenso die geplanten Landesbuslinien, die Mittelzentren in Niedersachsen verbinden sollen. „Das ist für uns eine Chance, die Situation durch Schnellbusse zu verbessern“, begrüßt der Sulinger Bürgermeister das neue Modell. Jetzt müssten die Möglichkeiten geprüft werden. „Und dann macht es Sinn, dass Kommunen gemeinsam Anträge stellen.“ Wichtig sei es, mit bereits vorhandenen Bussen so ein Netz mit Anschlussmöglichkeiten zu knüpfen, dass alle Bürger – auch auf den kleinen Dörfern – von den neuen Möglichkeiten profitieren können.

Rauschkolb erhofft sich Verbesserungen für die Strecken Sulingen-Diepholz und Sulingen-Nienburg. „Sulingen-Syke wäre auch schön“, fügt der 49-Jährige hinzu – nicht zuletzt wegen der Zentralisierung von Berufsschulangeboten, die der Landkreis auf den Weg gebracht hatte.

Zusammenarbeit mit dem Landkreis Nienburg

Und die Bahnstrecke Bassum-Bünde, die engagierte Bürger wiederbeleben wollen und von der auch Sulingen profitieren könnte? „Wir haben eine Arbeitsgruppe dazu“, sagt der Sprecher der Bürgermeisterkonferenz. Er habe bewusst angeregt, in dieser Gruppe auch das Thema Öffentlicher Personennahverkehr zu beraten. So wünschenswert die Reaktivierung dieser Bahnstrecke auch sei: „Das würde Jahrzehnte dauern. Die Technik würde uns da überholen“, sagt Rauschkolb. Deshalb hält er das Projekt für unrealistisch. „Aber ich wäre natürlich froh, wenn wir einen Bahnhof hätten“, fügt der Sulinger Bürgermeister hinzu.

Großen Stellenwert hat für ihn auch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Nienburg: „Es ist wichtig, dass wir uns als eine starke Region präsentieren.“ Für die Kreishandwerkerschaft oder den Kreissportbund sei der Schulterschluss längst Alltag. „Die Gesundheitsregion ist ein ganz starkes Thema“, beschreibt Rauschkolb ein elementares Aufgabenfeld – und erinnert genauso an die Ärzteversorgung sowie an die Krankenhauslandschaft als gemeinsame Arbeitsfelder.

Ein Arbeitsfeld der ganz anderen Art steht Jahr für Jahr auf der Agenda der Bürgermeisterkonferenz: die Kreisumlage. „Sicherlich dürfen wir darüber diskutieren. Es wäre aber unglücklich, wenn der Eindruck entstehen sollte, da wäre bei uns was vorbesprochen“, sagt Rauschkolb. Er fügt unmissverständlich hinzu: „Die Kreisumlage wird vom Landkreis, von der Kreispolitik festgesetzt.“

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