Zirkus Charles Knie gastiert auf dem Diepholzer Marktplatz

Ein „Schmatz“ vom Seelöwen

Der Zirkus steht Kopf: Die Artisten trafen gestern bereits in Diepholz ein. - Foto: Reckmann

Diepholz - Von Sven Reckmann. Am Mittwochnachmittag stand das Manegenrund noch im westfälischen Hamm, Donnerstagmorgen zog der Zirkus Charles Knie die Zelte bereits in Diepholz hoch, Freitagnachmittag heißt es nun: „Manege frei“ für die erste Vorstellung.

Innerhalb von wenigen Stunden hatte der Zirkus, der nach eigenen Angaben zu den größten reisenden Zirkusunternehmen in Europa gehört, seine rund 200 Fahrzeuge über die 150 Kilometer „jongliert“. Mit dabei: 110 Tiere und 100 Mitarbeiter, die den Zirkus mit Leben füllen. „Euphorie“ heißt das Programm, mit dem Knie seit März unterwegs ist und in 50 Gastspielorten Station macht. „Wir bieten ein klassisches Zirkusprogramm, das aber modern gestaltet ist“, erklärte Pressesprecher Patrick Adolph gestern, während das Zelt mit der 13 Meter hohen Kuppel langsam zur Zirkusarena mit fast 1.500 Sitzplätzen ausgestattet wurde.

Artistik, Tierdarbietungen und Clownerie – die Standbeine im Zirkusgeschäft finden sich natürlich auch im aktuellen Programm von Knie. Aber stärker denn je werden Elemente aus Theater, Musik und Show zum festen Bestandteil der Show werden. So spielen Lichteffekte eine wichtige Rolle, erzählt der Zirkusmann.

Im Mittelpunkt bei den Tierdarbietungen dürften die beiden Publikumslieblinge stehen, die beiden patagonischen Seelöwen „Flavio und Flappi“, die gestern auf dem Marktplatz bereits ihren überdimensionalen „Swimmingpool“ beziehen konnten. Daneben sind Pferde und Exoten in der Manege angekündigt.

Eine Flugtrapez-Nummer aus Italien und Handstand-Künstler aus Australien, die Darsteller im Bereich Artistik sind ebenfalls weitgereist. Ein besonderer Hingucker dürfte der „Biegemensch“ Cesar Pindor aus Ecuador sein, der seinen Körper in alle möglichen und unmöglichen Positionen verformen kann.

„Wir haben da in Hamm gerade ein Experiment mit einem Schließfach im Bahnhof gemacht“, berichtet Pressesprecher Adolph schmunzelnd. Pindo passt offenbar überall rein. Dazu gesellt sich Rollschuhartistik, eine Trampolin-Truppe und ein selten in der Zirkuswelt zu bewunderndes Genre: Das Armbrustschießen.

Was viele Zirkusfreunde freuen wird: Knie bringt ein acht Musiker starkes Orchester mit, sorgt für Live-Musik, wo heute vielerorts nur noch Musik „vom Band“ zu hören ist. Dazu kommt Live-Gesang der südafrikanischen Musicaldarstellerin Pretty Shangase.

„Bei allen Neuerungen – der Zirkus will ein klassischer Zirkus im besten Sinne bleiben, große Unterhaltung für die ganze Familie“, sagt der Knie-Sprecher, der auch über ein reges Publikumsinteresse an der Show berichtet: „Wir sind mit dem bisherigen Verlauf der Saison sehr zufrieden“, so Adolph.

Vorstellungen sind Freitag und Samstag um 16 und 19.30 Uhr. Am Sonntag bietet Knie Vorstellungen um 11 und 16 Uhr an. Die Show Freitagnachmittag ist Familienvorstellung, das heißt, es gibt einen ermäßigten Einheitspreis für alle Plätze von zehn Euro (Loge 15 Euro).

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