Mit guter Live-Band

Musical „Sexbomb“: Die Schlüpfer fliegen nicht

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Etwa 200 Besucher kamen ins Theater nach Diepholz, um die Lebensgeschichte des Mega-Frauen-Schwarms aus der eigenen Jugend zu erleben. 

Diepholz - Ob Tom Jones die Seberg Showproduction des Musicals „Sexbomb“ über das Leben des Weltstars gefallen würde, bleibt fraglich. Etwa 200 Besucher kamen ins Theater nach Diepholz, um die Lebensgeschichte des Mega-Frauen-Schwarms aus der eigenen Jugend mit Live Band zu erleben, die vertrauten Songs noch einmal zu hören.

Doch es brauchte mindestens zwei Tom Jones, alias Thomas Jones Woodward, auf der Bühne, um nicht annähernd das Idol zu transportieren. Richtige „Sexbomb“- und „Delilah“- Stimmung will auch nicht aufkommen, es fliegen schon gar keine Schlüpfer auf die Bühne wie in den besten Zeiten des Mannes mit der erotischen Stimme. Vielleicht ist es manchmal besser, die Erinnerung in der Qualität so zu belassen, wie Vinyl und Streaming-Dienste sie liefern, als dem Hype nach dem ultimativen Musical rund um eine Legende zu folgen.

Wer kam, um die Nummer- Eins-Hits der Jugend zu hören, bekam das geliefert. Und das mit unterschiedlich gutem Erfolg: Jones erstes Lied „It’s Not Unusual“ und sofortiger weltweiter Hit steht dem Darsteller in engen Hosen, mit geöffneten Hemdknöpfen und Rüschenbesatz, wie Jones es liebt, gut. Bei „Delilah“ muss man viel Fantasie beweisen, um in die richtige Balladenstimmung zu geraten. Die fünfköpfige Live Band fängt die fehlende Stimmentiefe sehr gut auf. Da sind die Songs real „She´s A Lady“ (1971) oder „Love Machine“ (1976) mit rockiger Attitude.

Das Ensemble singt, tanzt und spielt die Etappen des Stars aus Wales, hat gut recherchiert und bringt die Anfänge der Karriere des Jungen aus Pontybridd auf die Bühne. Dem Mann, der als Kind Tuberkulose hatte, mit 16 Jahren heiratete und bis vor einigen Jahren mit seiner Ehefrau Linda trotz nicht zu zählender Eskapaden mit anderen Frauen verheiratet war. Auch der Blick ins Publikum zeigte, dass Jones nicht an Begeisterung verloren hatte, er ein „All-Age-Idol“ ist, seine Musik viele Generationen überdauern wird.

Die Anspielungen, dass Jones einen Titelsong für James Bond landete, erzählt das Musical in der Szene mit „Miss Moneypenny“, dass er die Beatles kannte, Vor-Act der Rolling Stones war, mit Elvis Presley auf der Bühne stand und Frank Sinatra traf, verarbeitete die Show. Sinatras Musik lief vor der Show, in der Pause. Der Tanz wild auf der Bühne wie damals, als er mit gewachster Tolle sich nicht zu schade war, in Pubs, Nachtclubs aufzutreten.

Der Jonesdarsteller „schrappte“ aber eher an einem John Travolta auf der Tanzfläche in „Saturday Night Fever“ vorbei. Loriot muss mit seinem Sketch „Es saugt und bläst der Heinzelmann…“ erklären, dass Tom Jones außer Staubsaugervertreter etliche Berufe hatte, bis er über Nacht zum Star wurde. Seinem legendären Ruf als „The Tiger“ und „Sexbomb“ mit viel Sexappeal kam die Produktion nicht nach. Dazu fehlten einfach das animalische Knurren, Heulen und die grandiose Solostimme.

Die Band machte einen Top-Job, für die Augen war Vielfalt auf der Bühne. Aber wenn „Help Yourself“ wie Studioaufnahme rüberkommt, statt dem Gefühl von Schmachten für die Leinwandstars Alain Delon, Sean Connery oder Sängern wie Neil Sedaka und Tony Christie zu suggerieren, birgt das Frust. Von „Der Funke sprang nicht über“ bis „Gut“ fiel das Urteil im Publikum aus.

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