Im Rahmen der Sanierung in 43 Metern Höhe angebracht

Schlossturm: Kupfer-Kugel strahlt jetzt golden

Der 79-jährige Dachdecker Klaus Simanowski brachte die frisch vergoldete Kugel auf die Spitze des Diepholzer Schlossturms an, dessen Sanierung noch bis Oktober läuft. - Foto: Klenke

Diepholz - Von Maleen Klenke. Gold glänzt es vom Diepholzer Schlossturm. Die Metallkugel der Wetterfahne, die vor einigen Wochen bei dem „Richtfest“ noch gefehlt hatte, hat jetzt ihren Platz auf dem Diepholzer Wahrzeichen eingenommen.

Bei der Feierstunde mit Behörden- und Heimatvereinsvertretern Anfang Juli anlässlich der Fertigstellung des Dachbereiches im Rahmen der umfangreichen Schlossturm-Sanierung war ein zunächst Kupferrohr mit Zeitungsberichten zur Turmsanierung, Unterschriften der Beteiligten und Projektinformationen befüllt worden. Die Sanierung und Vergoldung der 55 Jahre alten Kupfer-Kugel der Schlossturm-Wetterfahne dauerte sechs Wochen. Da die einzelnen Trocknungsprozesse der Lackierungen länger dauerten als ursprünglich erwartet, stand sie Anfang Juli bei dem kleinen Festakt am Schloss noch nicht bereit.

Das bei dieser Feierstunde (wir berichteten) befüllte Kupferrohr kam jetzt ebenso in die Kugel wie ein altes Bleirohr. Dieses Rohr war schon bei der vorangegangenen Turm-Sanierung 1961 in die Kugel gesteckt worden und jetzt wieder aufgetaucht.

Beide Rohre legte der leitende Dachdecker Klaus Simanowski (79), spezialisiert auf Kirchturm- und Metallbedachungen, am Dienstagmittag in die vollständig restaurierte, vergoldete Kugel.

Mit dabei waren neben der Dachdeckerfirma der bauleitende Restaurator Christoph Probst, der Vorsitzende des Heimatvereins Diepholz, Richard W. Bitter, und Anke Engelke vom staatlichen Baumanagement Weser-Leine. Sie stiegen auf das 43 Meter hohe Gerüst, um die Kugel auf ihren Platz zu bringen.

Der 79-jährige Dachdecker Klaus Simanowski ließ es sich dabei nicht nehmen, die Metallkugel selbst auf die Spitze des Schlossturms zu setzen. „Gefühlt wiegt die Kugel 30 Kilogramm“, stellte er fest.

Die 76 Zentimeter hohe Kupferkugel, die bei der letzten Turm-Restaurierung 1961 aufgebracht worden war, wurde jetzt vergoldet. Ein spezialisierter Malerbetrieb aus Quakenbrück säuberte und grundierte sie zunächst. Anschließend erfolgte ein zweimaliger Anstrich in einem Goldton, ehe sie mit Blattgold überzogen wurde.

Insgesamt 425 Blatt Rosenobel-Doppelgold zieren die Metallkugel. Den Gesamtwert der Kugel wollte Dachdecker Simanowski gegenüber unserer Zeitung nicht nennen.

Die Kugel besteht übrigens aus zwei „Mangel-Pötten“, erinnerte sich der Diepholzer Metallbauer Günter Priese, der an der Turmsanierung 1961 beteiligt gewesen war. Die großen Kupfer-Töpfe waren zu der Kugel zusammengelötet worden, die auf dem Turm an der Wetterfahne nur als Zierde dient – und als „Zeitkapsel“ zur Aufbewahrung von Gegenständen und Schriften für die Nachwelt.

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