Neue Erfahrungen

Schicht- und Sicht-Wechsel in Diepholzer Delme-Werkstätten

Neue Erfahrungen während des Projekts „Schichtwechsel“ machte die Leiterin des Caritas-Seniorenzentrums St. Josef, Katharina Bockhorst (Mitte), bei ihrer Arbeit in den Diepholzer Delme-Werkstätten, wo sie beim Verpacken von Geflügeltränken-Bauteilen half – zusammen mit (von links) Steffi Ahrens, Gruppenleiterin Anne Borchers, Timo Stolle und Janette Liese.
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Neue Erfahrungen während des Projekts „Schichtwechsel“ machte die Leiterin des Caritas-Seniorenzentrums St. Josef, Katharina Bockhorst (Mitte), bei ihrer Arbeit in den Diepholzer Delme-Werkstätten, wo sie beim Verpacken von Geflügeltränken-Bauteilen half – zusammen mit (von links) Steffi Ahrens, Gruppenleiterin Anne Borchers, Timo Stolle und Janette Liese.

Diepholz – Carola Grunz ist ganz begeistert. Die junge Frau konnte gemeinsam mit ihrer Kollegin Diana Araz neue Erfahrungen machen. Die beiden Beschäftigten der Delme-Werkstätten arbeiteten eine „Schicht“ in der Tagespflege des Caritas-Seniorenzentrums St. Josef in Diepholz am Willenberg 39 mit, halfen bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und unterstützten die Fachkräfte bei der Beschäftigung der Tagespflege-Gäste. Die Leiterin des Seniorenzentrums, Kathrin Bockhorst, bekam gleichzeitig beim Projekt „Schichtwechsel“ eine ganz neue Sicht auf die Delme-Werkstätten für Menschen mit Behinderung an der Siemensstraße in Diepholz.

Dort arbeitete sie in einer Gruppe mit, die Industrieprodukte montiert und verpackt. An diesem Tag waren Teile für Geflügeltränken einer Firma aus Barnstorf in durchsichtige Kunststoffbeutel und dann in Transportkartons zu verpacken. „Eine Arbeit, die Konzentration verlangt und die bei Kleinteilen auch sehr knifflig sein kann“, weiß Kathrin Bockhorst nun. Ein gewisser Druck sei auch da, denn die Auftraggeber aus der Wirtschaft setzen in der Regel Fristen und haben ihre Qualitätsanforderungen. Ein falsches oder fehlendes Teil in der Verpackung hat Kunden-Reklamationen zur Folge. Die Kontrolle liegt in der Verantwortung der Gruppenleiterin Anne Borchers.

In der Gruppe, in der die Seniorenzentrums-Leiterin für einen Arbeitstag zu Gast war, verpacken Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen auch Produkte von Automobilzulieferern und Kunststoff-Firmen der Region. Was Kathrin Bockhorst auch erlebt hat: „Ein gutes Arbeitsklima und ein sehr netter Umgang untereinander.“

Am Standort Diepholz der Delme-Werkstätten sind etwa 95 Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen beschäftigt. Sie arbeiten in Montage- und Verpackungsbereichen, im Garten- und Landschaftsbau sowie in der Küche der Werkstätten. Auftraggeber für die Arbeiten sind Firmen und Kommunen ebenso wie Privatleute.

„S(ch)ichtwechsel“ auch in der Tagespflege des Caritas-Seniorenzentrums St. Josef am Willenberg: Hier arbeiteten die Delme-Beschäftigten Diana Araz (links) und Carola Grunz mit.

Für die Betreuung der Beschäftigten und die Organisation sorgen in Diepholz etwa 35 Delme-Mitarbeiter. Seit dem Jahr 2000 hat die Einrichtung ihren Standort in der Kreisstadt an der Siemensstraße – in früheren Gebäuden des Erdölexplorations-Unternehmens Schlumberger.

Schichtwechsel

Schichtwechsel ist ein Projekt, das vor einigen Jahren von Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung initiiert worden ist und an dem inzwischen bundesweit Werkstätten teilnehmen. Um gegenseitig Vorurteile abzubauen und Menschen mit Behinderung den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt aufzuzeigen, tauschen an einem Tag Werkstattbeschäftigte ihren Arbeitsplatz mit Mitarbeitenden anderer Unternehmen. Die Delme-Werkstätten nahmen zum ersten Mal daran teil. Der Schichtwechsel kann zum Sicht-wechsel werden und neue Perspektiven eröffnen. 

Den erwachsenen Menschen mit Beeinträchtigungen bietet die Delme „Teilhabe über Arbeit und Bildung“.

„Viele der Beschäftigten möchte hier bleiben, andere streben einen Arbeitsplatz außerhalb an“ erklärt Bettina Cramer, die in den Diepholzer Delme-Werkstätten für den Qualifizierungs- und Vermittlungsdienst zuständig ist. Einige der Beschäftigten haben sogenannte Außen-Arbeitsplätze. Zwei gibt es im Caritas-Seniorenzentrum St. Josef im hauswirtschaftlichen Bereich und in der Dementen-Betreuung. „Mit guten Erfahrungen“, wie Leiterin Kathrin Bockhorst erklärt. Ein dritter könnte hinzu kommen: Ein junger Mann, der den Gärtner des Heimes unterstützt.

Die zwei „Schichtwechsel“-Teilnehmerinnen Carola Grunz (31) und Diana Araz (27) könnten sich auch sehr gut vorstellen, auf Dauer im Seniorenzentrum oder in der Tagespflege zu arbeiten: „Es hat uns gut gefallen.“ Die stellvertretende Pflegedienstleitung Andrea Rossband konnte nur bestätigen: „Sie haben sehr gut gearbeitet.“

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