Ruhe vor der Silvesternacht

Chirurgen und Internisten stehen bereit / Noch sieben Intensivbetten frei

Klinikverbund Landkreis Diepholz.
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Der Klinikverbund im Landkreis Diepholz sieht sich gerüstet für den Jahreswechsel.

Uwe Lorenz, Geschäftsführer des Klinikverbunds Landkreis Diepholz, blickt gelassen auf das anstehende Silvester-Wochenende. Mit einem erhöhten Aufkommen von Notfallpatienten in der Silvesternacht rechnet er aufgrund des Böller- und Versammlungs-Verbots nicht.

Landkreis – Das Jahr 2022 steht vor der Tür und und die Pandemie geplagten Kliniken im Land rüsten sich sowohl gegen die neue Omikron-Variante des Coronavirus als auch für den Jahreswechsel. Damit es über das lange Feiertags-Wochenende nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Intensivbetten durch Feuerwerks-Verletzte kommt, hat die Länderkammer in Berlin am 17.

Dezember vorsorglich ein umfangreiches Verkaufs- und Böllerverbot beschlossen. Sehen sich die Kliniken im Landkreis Diepholz gerüstet?

Uwe Lorenz, Geschäftsführer des Klinikverbunds Landkreis Diepholz, blickt gelassen auf das anstehende Silvester-Wochenende. Mit einem erhöhten Aufkommen von Notfallpatienten in der Silvesternacht rechnet er aufgrund des Böller- und Versammlungs-Verbots nicht: „Wir sind für die Bürger des Landkreises da und mit der ganz normalen Belegschaft ärztlich und pflegerisch sehr gut aufgestellt.“

Genaue Zahlen, wie hoch die zusätzliche Arbeitsbelastung zum Jahreswechsel aufgrund von Böllerei- und Brandverletzungen in den Vorjahren war, gebe es nicht. „Das war in den Vorjahren stets total unterschiedlich“, kommentiert Lorenz. Bereits im Vorjahr hatte es erstmalig gesetzliche Feuerwerks-Beschränkungen gegeben.

Wenn irgendwas eskaliert, werden Leute aus dem Rufdienst geholt.

Uwe Lorenz, Geschäftsführung Klinikverbund Landkreis Diepholz

Im Fall der Fälle jedenfalls könne der Klinikverbund im Landkreis Reserven aktivieren. Zum einen personell: „Wenn irgendwas eskaliert, werden Leute aus dem Rufdienst geholt.“ Das sei ein eingespieltes Verfahren an allen drei Kliniken; in Bassum, Diepholz und Sulingen. Zumal es in den Kliniken stets einen Bereitschaftsdienst aus Internisten (Fachärzte für Innere Medizin), Chirurgen und Pflegepersonal gebe. Bereitschafts- und Rufdienst: Ein Netz mit doppelten Boden nennt das Lorenz.

Zum anderen könnten die Kliniken zusätzliche Betten aktivieren. Neben den 17 Intensivbetten im Landkreis gebe es 24 normale Betten. Von denen seien laut Lorenz 20 frei. Sollten die voll werden, könnten die Kliniken weitere zwölf reguläre Betten „situativ aufstocken“.

Insgesamt gibt es in den drei Klinken im Landkreis Diepholz laut Divi-Intensivregister insgesamt 17 Betten für Intensivpatienten. Divi steht für deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und analysiert und visualisiert in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und Esri Deutschland die jeweiligen Klinikdaten.

Ein Intensivbett im LK wegen Corona belegt

Stand Donnerstag, 30. Dezember, waren im Landkreis Diepholz zehn der 17 Intensivbetten belegt. Unter den Patienten befindet sich eine Person, die als Corona-Intensivpatient aufgelistet ist und beatmet wurde. Die übrigen zehn Intensivpatienten im Landkreis wurden aus einem anderen Grund im Krankenhaus behandelt. Klinik-Geschäftsführer Lorenz bestätigte am Mittwoch, dass noch sechs freie Betten für Intensivpatienten im Landkreis frei waren. Die Zahlen werden laut Lorenz täglich von den Klinik-Stationen übermittelt.

Deutschlandweit standen Anfang dieser Woche 24 778 Intensivbetten zur Verfügung, von denen laut Divi-Daten 20 731 belegt waren. Rund 20 Prozent der besetzten Intensivbetten waren nach den Divi-Zahlen von Covid-19-Intensivpatienten besetzt. 2 443 von ihnen mussten invasiv, also über eine Maschine, beatmet werden. Das entsprach 58 Prozent der Covid-19-Intensivpatienten.

In Deutschland werden derweil Corona-Intensivpatienten über ein sogenanntes Kleeblatt-Konzept von überlasteten Kliniken in freie Krankenhäuser transportiert. „Wir sind aufnahmebereit“, verkündet dazu Lorenz. Der Geschäftsführer betont, dass der Krankenhaus-Verbund innerhalb des Netzes „nicht abgemeldet“ sei und Intensivpatienten jederzeit aufnehmen könne. Der Klinik-Fokus liege nach wie vor auf Corona.

Freie Intensivbetten

Mit Stand Donnerstag, 30. Dezember, sah die Belegung von Intensivbetten in den Nachbarkreisen und kreisfreien Städten wie folgt aus:

- Delmenhorst: 12 von 19 Betten belegt, davon 2 Covid-Patienten.

- Bremen: 132 von 137 Betten belegt, davon 21 Covid-Patienten.

- LK Verden: 15 von 15 Betten belegt, davon 3 Covid-Patienten.

- LK Nienburg: 11 von 14 belegt, davon 2 Covid-Patienten.

- LK Minden: 169 von 200 Betten belegt, davon 13 Covid-Patienten.

- LK Osnabrück: 73 von 84 Betten belegt,
davon 7 Covid-Patienten.

- LK Vechta: 28 von 36 Betten belegt,
davon 2 Covid-Patienten.

- LK Oldenburg: 7 von 7 Betten belegt, davon 0 Covid-Patienten.

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