Fachzentrum Moor und Klima bietet Führungen und Vorträge zu Kranichen an

Die Rückkehr der „Vögel des Glücks“

Beeindruckendes Ereignis: Ab Mitte Oktober versammeln sich wieder Tausende von Kranichen auf ihrem Zugweg in die südlichen Überwinterungsquartiere zur Rast in der Weite der Diepholzer Moorniederung. - Foto: Carsten Linde

Ströhen - Von Gerhard Scheland. Wenn sich große Kranichverbände zur Rast niederlassen, dann ist das immer wieder ein beeindruckendes Ereignis. Tausende der „Vögel des Glücks“ versammeln sich auf ihrem langen Zugweg in die Überwinterungsgebiete zu einer längeren Pause.

Schon seit Jahren zählen auch die Moorflächen der Diepholzer Moorniederung zu bevorzugten Rastplätzen für die Kraniche. Die Vögel finden auf den abgeernteten Maisäckern rund um die Diepholzer Moorniederung einen reich gedeckten Tisch, und die wiedervernässten Moorflächen bieten den gefiederten Gästen einen guten Schutz für die Nacht.

Zwischen Brutplätzen und Überwinterungsgebieten liegen für die Kraniche Entfernungen von tausend Kilometern und mehr. Bis zu 3000 Kilometer für Hin- und Rückflug sind keine Seltenheit. Während der Frühjahrszug zielgerichtet ohne große Aufenthalte vorangeht, unterbrechen die Vögel ihren Zug im Herbst durch längere Rasten. Ab Mitte Oktober finden sich einheimische Brutpaare mit ihrem Nachwuchs und auch die „Junggesellen“ an ihren Sammelplätzen ein.

Auf dem westeuropäischen Zugweg ist für die Kraniche die Rügen-Bock-Region an der Ostseeküste nach wie vor der traditionellste Rastplatz. Zudem sind große Rastplätze an der unteren Oder, im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte und in der Oberlausitz bekannt. Als ein weiterer bedeutender Rastplatz ist in den vergangenen Jahren die Diepholzer Moorniederung neu hinzugekommen. Auf ihrem Herbstzug rasten dort inzwischen mehr als 50.000 Kraniche gleichzeitig, bevor sie in Richtung Spanien weiterfliegen.

Die Zerstörung wichtiger Lebensräume hat den standorttreuen Grauen Kranich über lange Jahre gefährdet. In der Diepholzer Moorniederung haben erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen dazu geführt, dass das Gebiet als Trittsteinbiotop wieder fester Bestandteil auf dem Zugweg der Kraniche geworden ist. Die weiten Moorflächen und deren Umgebung bieten den scheuen Zugvögeln optimale Bedingungen für Rast und Nahrungsaufnahme auf ihrer langen Herbstreise. Ein weiterer Erfolg des Moorschutzes: Schon seit einigen Jahren zählt die Diepholzer Moorniederung zu den westlichsten Brutarealen in Europa.

Das Europäische Fachzentrum Moor und Klima (EFMK) ist auf die für Mitte Oktober erwartete Ankunft der ersten Kraniche vorbereitet: Vom 15. Oktober an bieten die „Moorwelten“ bis zum 26. November erlebnisreiche und informative Exkursionen zu den Kranich-Beobachtungspunkten an. Jeden Mittwoch und Samstag stehen Vorträge und Führungen auf dem Programm – bis zum 29. Oktober jeweils um 14 Uhr, ab dem 30. Oktober bedingt durch die Winterzeit bereits um 13 Uhr. Anmeldungen werden unter Telefon 05774/9978220 oder per E-Mail info@moorwelten.de erbeten.

Neben den Exkursionen zu den Beobachtungspunkten bietet auch die ständige „Moorwelten“-Ausstellung eine eindrucksvolle Darstellung des Naturraums Hochmoor. Dort können Besucher dem Kranich visuell auf seinem langen Weg durch Europa folgen.

Neben den feststehenden Exkursionsterminen organisieren die EFMK-Verantwortlichen auf Anfrage auch an anderen Tagen und zu anderen Zeiten gern geführte Touren zu den Beobachtungsplätzen. Früh aufstehende Kranichfreunde haben zudem die Möglichkeit, sich nach ihrer Morgen-Exkursion zu den Kranichschlafplätzen an einem speziellen „Kranich-Frühstücksbüfett“ zu stärken. Das Angebot gilt für Gruppen ab 15 Personen. Anmeldungen sind bis zwei Tage vorher möglich unter Telefon 05774/9978220 oder per E-Mail an info@moorwelten.de.

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