Buch über die Geschichte der Graf-Friedrich-Schule im Vorfeld des Jubiläums erschienen

„Rückfahrkarte Demokratie“

Vorstellung des Buches über die Geschichte der GFS in der Mediothek: Autor Frank Wiggermann (Mitte) mit Vertretern der Graf-Friedrich-Schule, Zeitzeugen, früheren Schulleitern, Vertretern des Schulträgers Landkreis Diepholz, der Stadt Diepholz und des Schröderschen Buchverlages.
+
Vorstellung des Buches über die Geschichte der GFS in der Mediothek: Autor Frank Wiggermann (Mitte) mit Vertretern der Graf-Friedrich-Schule, Zeitzeugen, früheren Schulleitern, Vertretern des Schulträgers Landkreis Diepholz, der Stadt Diepholz und des Schröderschen Buchverlages.
  • Eberhard Jansen
    vonEberhard Jansen
    schließen

Diepholz – Karl-Friedrich Lehnkering kann sich noch gut an seine Schulzeit erinnern, die geprägt war vom Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1948 hat der heute 91-jährige Diepholzer sein Abitur an der Graf-Friedrich Schule (GFS) gemacht. Er gehörte somit zu den wichtigen Zeitzeugen, die Frank Wiggermann befragen konnte. Der GFS-Geschichtslehrer arbeitete zudem in den Tiefen von Archiven und hat so intensiv in die Geschichte des Diepholzer Gymnasiums geblickt. Im Vorfeld des Jubiläums „100 Jahre GFS“ im Jahr 2023 hat Wiggermann das Buch „Rückfahrkarte Demokratie“ geschrieben – mit dem Untertitel: „Graf-Friedrich-Schule in Diepholz (1923 – 2023). Die lange Geschichte einer höheren Schule im kurzen 20. Jahrhundert“.

In der Mediothek wurde es am Mittwochnachmittag offiziell präsentiert. Der Diepholzer Verleger Reinald Schröder hieß dazu nicht nur den Autoren willkommen, sondern auch den für das Layout zuständigen Rolf-Andreas Wienbeck – wie Schröder ein ehemaliger GFS-Schüler – sowie die früheren Schulleiter Werner Zeeb und Eugen Füner, den jetzigen GFS-Leiter Lars Buse, den früheren GFS-Koordinator Manfred Redetzky, Landrat Cord Bockhop, Kreisarchivar Stephan Kathe. den Diepholzer Bürgermeister Florian Marré sowie den Zeitzeugen Karl-Friedrich Lehnkering und die GFS-Schülerin Henriette Bohne. „Das Buch hilft, Vergangenes aufzuarbeit es es nah ist“, meinte sie. Für Bürgermeister Florian Marré, der seinerzeit Schülersprecher der GFS war, ist es „ein Stück Stadtgeschichte“. Das Buch sei zudem leicht zu lesen, was heute für viele wichtig sei.

Als Vertreter des Schulträgers Landkreis Diepholz hatte auch Landrat Cord Bockhop lobende Worte für „Rückfahrkarte Demokratie“: „Wir sind froh, ein solches Buch zu bekommen.“

GFS-Leiter Lars Buse entschuldigte seinen erkrankten Vorgänger Hartmut Schmidt und zeigte sich froh, dass das Buch schon rechtzeitig vor dem Jubiläum fertig ist. Frank Wiggermann hatte das Vorhaben zügig umgesetzt.

Den Titel erklärte der Auto damit, dass die GFS nach 1945 zur Demokratie zurückkehren konnte. In dieser Schule seien viele Menschen integriert worden – nach dem Krieg zunächst die Kinder von Flüchtligen und Vertriebenen, dann Russlanddeutsche und schließlich Migranten aus Syrien und Afghanistan.

Wiggermann freute sich über wichtige Zeitzeugen, mit denen er sich unterhalten konnte. Darunter Werner Zeeb, der seit 60 Jahren mit der GFS verbunden ist und ein beliebter Schulleiter war. Zeeb zollte Wiggermann in der Gesprächsrunde, bei der auf den coronabedingten Abstand geachtet wurde, hohe Anerkennung und lobte auch die wissenschaftliche Akribie des Autoren.

Das mit historischen Bildern und Namenslisten von Abiturienten versehene Buch gliedert sich in die Abschnitte „Prolog im Kaiserreich“, „Aufbruch in die Weimarer Demokratie“ (Schulleiter Otto Heinze 1923 bis 1931), „Abbruch der Reformzeit und Erhalt der Schule“ (Leiter Wilhelm Kinghorst 1931 bis 1942), „Untergang“ (Leiter Gustav Schrader 1942 bis 1945), „Zusammenbruch und Wiederaufbau“ (Anton Heuer 1945 bis 1946 und Max Dehnen 1946 bis 1951), „Restauration“ (Heinrich Müller-Hartmut 1951 bis 1961), dazu gehören auch die Kapitel „Der lange Weg der Vergangenheitsbewältigung“ und „Von der Aufbauschule zur Anbauschule. Mit der Zeit des GFS-Leiters „Kurt Jäkel (1961 bis 1977) beschäftigt sich der Abschnitt „Stillstand und gesellschaftlicher Wandel“. „Neustart am Scheurenkamp“ ist das Kapitel betitelt, das sich um die Zeit des Schulleiters Werner Zeeb (1977 bis 1997) dreht. „Szenen der Gegenwart“ tragen die Schulleiter Eugen Füner (1997 bis 2001), Hartmut Schmidt (2001 bis 2013) und Lars Buse (seit 2013) bei.

Frank Wiggermann lässt in seinem Buch die Geschichte und Entwicklung der Schule durch Beschreibung von Personen, Schicksalen, Hintergründen und Gegebenheiten lebendig werden. Manch ein Leser wird sich an seine Zeit an der GFS erinnern. Aber auch, wer die GFS nicht besucht hat, findet in dem Besuch informativen udn unterhaltsamen Lesestoff mit durchaus kritischen Aspekten. Daraus kann der Leser für die Gegenwart und Zukunft lernen.

Zum Buch: „Rückfahrkarte Demokratie. Graf-Friedrich-Schule in Diepholz 1923 bis 2023“ von Frank Wiggermann ist erschienen im Schröderschen Buchverlag / Verlag für Regionalkultur in Diepholz. 224 Seiten (inklusive Quellen- und Personenverzeichnis. Auflage: 750 Exemplare. Das Buch kostet 20 Euro und ist im Buchhandel sowie in der Geschäftsstelle des Diepholzer Kreisblattes (Mediengruppe Kreiszeitung) an der Bahnhofstraße 9 in Diepholz zu bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Aromenvielfalt im Gin-Glas

Aromenvielfalt im Gin-Glas

Der Audi E-Tron S kämpft gegen Kräfte der Physik

Der Audi E-Tron S kämpft gegen Kräfte der Physik

Schüsse vor Weißem Haus: Trump unterbricht Pressekonferenz

Schüsse vor Weißem Haus: Trump unterbricht Pressekonferenz

Heiß und gewittrig: Deutschland schwitzt weiter

Heiß und gewittrig: Deutschland schwitzt weiter

Meistgelesene Artikel

Einer will kämpfen, einer mitgehen

Einer will kämpfen, einer mitgehen

Stiftungshaus bald fertig

Stiftungshaus bald fertig

„Es knallt immer“

„Es knallt immer“

Schützenkorps Diepholz bastelt Miniatur-Fest

Schützenkorps Diepholz bastelt Miniatur-Fest

Kommentare