Zahlen deutlich gestiegen

Rotaviren: Bereits 60 Infektionen im Kreis Diepholz gemeldet - Aufruf zu mehr Hygiene

Sie lösen heftigen Brechdurchfall aus: Rotaviren scheinen auf dem Vormarsch zu sein. Das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz hat in diesem Jahr bereits 60 Fälle registriert – im gesamten vergangenen Jahr waren es nur 24.

Landkreis Diepholz – Starke Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Fieber: Das sind die Symptome einer Rotavirus-Infektion. Diese Erkrankung ist meldepflichtig, weil Menschen sich leicht anstecken können. Rotaviren werden durch Schmierinfektionen übertragen. Will heißen: Über kontaminierte Toiletten oder Waschbecken können Menschen sich infizieren – aber genauso kann es eine Türklinke oder ein Lichtschalter sein.

Die Infektionszahlen steigen landesweit stark an, warnt die Krankenkasse IKK classic – und spricht von einer starken Zunahme vor allem im Landkreis Diepholz.

Wie Kreisrätin Ulrike Tammen mitteilte, hat das Gesundheitsamt des Landkreises 2019 bisher 60 Rotaviren-Infektionen registriert. 2018 waren es insgesamt 24 Fälle, im Jahr davor jedoch 60 und im Jahr 2016 insgesamt 61.

Wir liegen aber im normalen BereichUlrike Tammen, Kreisrätin

„Wir liegen aber im normalen Bereich“, betont die Kreisrätin mit Blick auf aktuelle landesweite Zahlen. Denn laut niedersächsischem Landesgesundheitsamt (NLGA) gehört der Landkreis Diepholz – ebenso wie seine Nachbarlandkreise Nienburg und Vechta – zu denen in Niedersachsen, die von der 22. bis zur 25. Kalenderwoche (27. Mai bis 23. Juni) nur bis zu zwei Rotaviren-Infektionen pro 100.000 Einwohner registriert hatten. Zum Vergleich: Im Kreis Verden waren es in diesem Zeitraum zwischen 25 und 50.

„Zwischen Februar und Mai treten Rotavirus-Infektionen besonders häufig auf“, erläutert das NLGA auf seiner Internetseite. Das Gesundheitsamt im Landkreis Diepholz hatte elf Fälle im Januar registriert, fünf im Februar und sechs im März, 20 im April, elf im Mai und sechs im Juni. In diesem Monat ist es bisher einer. In welchen LandkreisBereichen gab es besonders viele Infektionen? „Das ist regional nicht darstellbar“, antwortet Kreisrätin Ulrike Tammen, „denn das wird bei uns nicht erfasst“.

Das NLGA hatte von der 22. bis zur 25. Kalenderwoche insgesamt 411 Infektionen festgestellt. In 159 Fällen (39 Prozent) waren Senioren ab 70 Jahren betroffen und in 93 Fällen (23 Prozent) Kinder im Alter bis zu fünf Jahren.

Michael Schrader verweist als Regionalgeschäftsführer der IKK classic auf die Statistik des Bundesinstituts für Infektionskrankheiten. Demnach seien in diesem Jahr bis 23. Juni 2 964 Rotaviren-Infektionen in Niedersachsen aktenkundig: „Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2018.“ Da waren es nur 1 377 gewesen. Und der Grund für die Steigerung? Die Zunahme sei fast überall in Niedersachsen zu beobachten, so die IKK classic – außer in Oldenburg und Osnabrück.

Auch Kreisrätin Ulrike Tammen kennt keinen konkreten Grund für die steigenden Zahlen. Möglicherweise, so ihre Überlegung, würden Menschen – insbesondere Eltern mit ihren Kindern – bei Beschwerden eher zum Arzt gehen als früher.

Schutz: Strikte Hygiene

Rotaviren sind äußerst umweltresistent und können außerhalb des menschlichen Körpers mehrere Wochen infektiös bleiben. Sie siedeln sich im Magen-Darm-Trakt an und werden fäkal-oral übertragen – vor allem durch Schmierinfektionen, aber auch durch kontaminiertes Wasser und Lebensmittel. 

Das Virus ist sehr leicht übertragbar, bereits zehn Viruspartikel reichen für eine Infektion aus. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. Ansteckungsgefahr besteht während des akuten Krankheitsstadiums und solange das Virus mit dem Stuhl ausgeschieden wird. In der Regel dauert das nicht länger als acht Tage. 

Schutz bieten strikte Hygienemaßnahmen: Konsequentes Händewaschen und Desinfektion von Flächen und Gegenständen, mit denen Erkrankte in Berührung kommen (Toiletten, Waschbecken, Türgriffe, Lichtschalter). Wäsche und Geschirr müssen bei mindestens 60 Grad gewaschen/gereinigt werden. Quelle: Landesgesundheitsamt

Rubriklistenbild: © picture alliance/dp a

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