Christian Karohs: Erfolg mit individueller Deko aus Stahl

Rostiges aus Diepholzer Manufaktur

Individuell gestaltete Edelrost-Dekofiguren: Der Diepholzer Christian Karohs hat großen Erfolg damit. In der Hand hält er ein Produkt in Form der Insel Rügen.
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Individuell gestaltete Edelrost-Dekofiguren: Der Diepholzer Christian Karohs hat großen Erfolg damit. In der Hand hält er ein Produkt in Form der Insel Rügen.

Diepholz – An Autos und anderen Produkten aus Metall gar nicht gern gesehen, doch als Deko insbesondere im Garten immer beliebter: Rost liegt im Trend. Der Diepholzer Christian Karohs hat das erkannt und viel Erfolg mit Schildern, Tieren, Landkarten, Sichtblenden und Feuertonnen aus Feinblech, das er individuell nach den Wünschen seiner Kunden gestaltet und dann im Regen rosten lässt.

Sein Werkstatt-Schuppen am Willenberg in Diepholz ist ihm für sein boomendes Online-Geschäft zu klein geworden. So freut sich der 26-Jährige, dass ein Diepholzer Steinmetzbetrieb dem Jungunternehmer einen Bereich in seiner Niederlassung in Barnstorf anbot. Dort kann Christian Karohs seine „Rostmanufaktur“ weiter ausbauen.

Nach kleinsten Anfängen begann der 26-Jährige im September in Diepholz mit seinem Unternehmen, das er nebenberuflich betreibt. „Ich bin in Dinklage in Vollzeit angestellt und stehe deshalb um 4 Uhr früh auf, um noch vor der Arbeit Aufträge abzuarbeiten“, erzählt der Maschinenbauingenieur. In seiner Wohnung am Willenberg fertigt er am Computer die Zeichnungen für die Produktion der künstlerischen Rost-Artikel an, spricht dabei die Gestaltung mit den Kunden ab.

Vielfältige Kundenwünsche

Deren Wünsche sind vielfältig. Ob Kaninchen-Figur mit dem Namen des Haustieres, die Konturen einer Insel wie Rügen in Rost, ein Hausschild mit Koordinaten oder Sichtblenden mit Firmen-Emblem: Vieles ist möglich. Durch die individuelle Gestaltung und die Dicke des verwendeten Feinblechs unterscheiden sich die Produkte der Diepholzer Firma „Laser Karohs“ von Angeboten im Baumarkt oder Discounter. „Ich verwende zwei Millimeter dicke Bleche“, erklärt Christian Karohs. Das Material der Billigprodukte sei etwa halb so dick und daher oftmals weniger haltbar.

Die Konturen schneidet der 26-Jährige nicht selbst aus, denn dazu würde man eine etwa eine Million Euro teure Maschine mit Lasertechnik benötigen. Karohs arbeitet stattdessen mit einem Partner im Raum Bremen zusammen, der die Bleche nach den in Diepholz angefertigten Zeichnungen individuell zuschneidet. Für den Rost sorgt Christian Karohs dann selbst. „Im ersten Schritt mit einer Spezialbehandlung“, erklärt er. Dann kommen die mit einer Flüssigkeit versehenen Werke für einige Zeit nach draußen, wo Regen den Verrostungsprozess – die Korrosion des Stahls – weiter beschleunigt.

An der PHWT in Diepholz studiert

Für Metall und Technik hat sich Christian Karohs schon immer interessiert. Der gebürtige Berliner zog der Liebe wegen zunächst nach Weyhe, absolvierte eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker bei dem Nobelfahrzeug-Händler Tamsen in Stuhr-Seckenhausen. Danach ging er zur Metallbaufirma Lenz und absolvierte ein Duales Maschinenbaustudium an der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) in Diepholz.

Nach dem Abschluss blieb Christian Karohs privat in der Kreisstadt und wurde als Ingenieur in der Firma Heller Tools in Dinklage angestellt, wo er noch heute beschäftigt ist. Seine „Rostmanufaktur“ betreibt der 26-Jährige als Kleingewerbe. Bei den Büroarbeiten in der Wohnung am Willenberg und beim Verschicken der Ware unterstützt ihn seine Verlobte.

„Bislang habe ich schon etwa 1 000 individuelle Edelrost-Dekoartikel verkauft“, schätzt Karohs. Täglich gehen etwa drei bis vier der Werke, deren Preise bei 40 Euro beginnen, von Diepholz aus auf die Reise zu Kunden in ganz Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Die Lieferzeit beträgt etwa zwei bis vier Wochen. Den Vertrieb organisiert der Diepholzer über Internetportale wie Ebay und seinen eigenen Onlineshop auf www.laser-karohs.de.

„Grabstein“ für Hunde

Was Christian Karohs bei den Bestellungen aufgefallen ist: Hundebesitzer wünschen sich immer öfter ein Schild in Form ihres Tieres, auf dem Geburts- und Todesdaten zu lesen sind. Dieses Rost-Produkt dient dann nicht zur Garten-Dekoration, sondern als „Grabstein“ für den verstorbenen Vierbeiner.

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