Fund nun im Lohner Industriemuseum zu sehen / Konservierung von Bohlenweg-Teilen

Römische Münzen aus Diepholz

Übergabe der Münzen in Lohne: Kim Oliver Lange, Archivar der Stadt Diepholz, und Benno Dräger, Leiter des Lohner Industriemuseums.
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Übergabe der Münzen in Lohne: Kim Oliver Lange, Archivar der Stadt Diepholz, und Benno Dräger, Leiter des Lohner Industriemuseums.

Diepholz/Lohne –Die archäologische Sammlung des Lohner Industriemuseums ist um weitere Schätze reicher. Kim Oliver Lange, Archivar der Stadt Diepholz, übergab als Leihgabe und Ausstellungsstücke sieben römische Münzen an Museumsleiter Benno Dräger. Die Münzen waren zuvor im Rahmen der Landesausstellung „Saxones – Eine neue Geschichte der alten Sachsen“ von April 2019 bis Februar 2020 in den Landesmuseen in Hannover und Braunschweig ausgestellt worden.

Es handelt sich laut einer Pressemitteilung des Lohner Museums um sogenannte Antoninianer. Das sind die unter Kaiser Carcalla (211-217) eingeführten Münzzahlungsmittel, die bis Ende des dritten Jahrhunderts in Umlauf waren. Die Bezeichnung Antoninian leitet sich vom eigentlichen Namen Caracallas, Marcus Aurelius Antoninus, ab. Sie zeigen eine Strahlenkrone mit dem Bild des Herrschers.

Die Münzen wurden 1910 beim Torfstechen im Diepholzer Raum in etwa einem Meter Tiefe zusammen an einer Stelle, also als Hortfund, entdeckt. Heute ist an dem Fundort eine Wiese.

Die Darstellungen auf den Fundmünzen mit einer langen Umlaufzeit sind nicht immer gut zu erkennen. Der Münzexperte Dr. Frank Berger aus Frankfurt, der auch die Münzen vom Fundort Kalkriese bestimmt hat, konnte sie aber dennoch eindeutig zuordnen. Sie sind in einer Fundakte eingetragen und nach RIC I (nach dem Katalogwerk Roman Imperial Coinage) bestimmt.

Wie bei vielen Münzfunden steht häufig nicht der Münzwert selbst im Vordergrund, sondern die Frage danach, von wem und wann und unter welchen Umständen das Fundstück in den Boden gelangt ist. Hier ergibt sich ein umfangreicher Fragenkatalog, eine Aufgabe für die Forschung, die dann gewöhnlich aus winzigen Puzzlesteinen und weiteren Fundmeldungen eine Arbeitshypothese aufstellt. In diesem Fall liegt so gut wie alles im Dunkeln.

Die Münzen sollen beim traditionellen Münztag im Herbst im Lohner Industriemuseum gezeigt werden. Dann gibt es auch durch den Numismatiker Bernd Hamborg aus Uelzen eine Erläuterung zu den Münzwerten, Abbildungen und der Stempelstellung der Münzen. Der Münzexperte wird dann auch wieder für interessierte Sammler Münzbestimmungen und Wertschätzungen vornehmen.

Schon jetzt sind im Industriemuseum an der Küstermeyerstraße in Lohne bedeutende römische Münzen aus der Dümmerregion ausgestellt und bestimmt.

Dazu gibt es eine bebilderte, wissenschaftlich fundierte Broschüre zu dieser Ausstellung zu erwerben. Das Lohner Museum, das sich als Gedächtnis der industriellen Sachkultur der Region versteht, hat aus gutem Grund eine Extraabteilung Archäologie eingerichtet.

Mindestens 14 frühgeschichtliche Wege durch das Moor laufen auf das später Lohne genannte Gebiet zu. Der Lohner Vogt Carl Heinrich Nieberding, der in der Literatur als Vater der Moorarchäologie bezeichnet wird, hatte schon 1817 beim Oldenburger Großherzog die Dringlichkeit der Erhaltung der Bohlenwege angemahnt. Das Industriemuseum konserviert im Magazin am Südring in einem aufwändigen Verfahren in einer extra dafür konzipierten Anlage in Zuckerlösung ausgewählte Stücke der historischen Bohlenwege.

Zurzeit ist das Museum mit der Konservierung von Funden aus der aktuellen Grabung am Bohlenweg „Pr VI“ in der Nähe der Lindloge im Aschener/Heeder Moor beteiligt.

Einige der 1910 in Diepholz gefundenen Münzen aus dem dritten Jahrhundert nach Christus.

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