GFS-Kurs „Darstellendes Spiel“ präsentiert moderierte Popmusik und Jugendkultur im Diepholzer Theater

Revue mit Elan und guten Einfällen

Die Theatertruppe aus dem Elferjahrgang der Graf-Friedrich-Schule von Klaus Stolle erarbeitete eine Revue zum Thema der Popmusik und Jugendkultur in Deutschland aus 60 Jahren. - Foto: Bredemeyer

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. Hier waren Kenner und Könner am Werk! Der Darstellendes-Spiel-Kurs der Graf-Friedrich-Schule (GFS) präsentierte im Diepholzer Theater sein Arbeitsergebnis aus dem zu Ende gehenden Schuljahr. In der Reihe der vielen Aufführungen vergangener Jahre nahm es eine besondere Stellung ein. Ein gespielter Rückblick aus heutiger Zeit zum Thema „Pop2000 – 60 Jahre Popmusik und Jugendkultur in Deutschland“.

Die Moderatoren Jonas Rode (l.) und Marco Engelmann mit ihren Schaufensterpuppen aus den 50er Jahren. - Foto: Bredemeyer

Klaus Stolle als Lehrer, Animateur und Regisseur stellte sich dem reizvollen Anspruch und schmiedete aus den Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs eine sehens- und hörenswerte Theatertruppe. Es waren viele Talente gefragt. Stolle brauchte Sänger, Musiker, Tänzer und Sprecher für das szenische Spiel in vier Akten dieser Revue. Inhaltlich ging es um die Entwicklung der Musik und Jugendteilkultur seit den 50er Jahren in Deutschland. In ihrer Sprache hatte die Musiktheatergruppe des Gymnasiums am Mühlenberg in Bad Schwartau eine Eigenproduktion geschaffen und über die Theaterbörse Braunschweig angeboten.

Nicht gerade zimperlich, sondern punktgenau sprach sie in ihrem Slang und aus ihrer Sicht die gesellschaftlichen und politischen Strömungen der Jahre an. Ob Pille, Punker, Terroristen, Mode oder Eltern (die armen kamen als Spießer vor), es fehlte fast an nichts, was in den Jahrzehnten abging. Und das alles umspielt von den jeweiligen Musikströmungen.

Das Publikum im gut besetzten Theater war begeistert von den bewegten Tanzszenen und choreografischen Auftritten. Die Tanzstunden der Tanzschule Hoppenburg hatten sich gelohnt!

Gut ins Bild passten auch als Gäste aus dem Abijahrgang Freya Müller (Gesang) und als Partner Gitarrist Michel Lorenz. Mit solistischer Erfahrung präsentierten sie Songs von Peter Kraus (Rote Lippen soll man küssen) bis zu Jack Johnson (Sitting, Waiting, Wishing). Aber auch die Live-Bühnenmusik durch die Truppe selbst, hier wurde als Punk mit Irokesenfrisur Lukas Hobeck bejubelt, kam gut an und mischte die sonst sprachintensive Darstellung auf.

Als Punk mit Irokesenfrisur tritt Lukas Hobeck solistisch hervor. - Foto: Bredemeyer

Bemerkenswert war der Einfall der jugendlichen Autoren, in die Szenen durch zwei Moderatoren einzuführen, sie zu kommentierenden und auch zu reflektierenden. Diese Rollen übernahmen Marco Engelmann und Jonas Rode. In ihrer ersten Szene betraten sie in die Zeit der 50er Jahre und holten Lisa (Theresa Steinert), Susi ((Sarah Döbbeling) und Lotte (Evelyn Ernst) aus ihrem Schaufensterpuppenschlaf ins Spiel. Ihre geblümten Kostüme und die aller folgenden Schauspieler passten in die jeweilige Zeit. Ideen und Aufwand hierfür waren beachtenswert. Das bewusst schmal gehaltene Bühnenbild stellte die Spieler einmal mehr in den Mittelpunkt. Rein sprachlich gesehen, ging manchmal „die Post ab“, das heißt etwas zu fix, was aber dem Lampenfieber zuzuschreiben war. Doch niemals riss der Faden ab. Die Zuschauer blieben im Bilde. Stolle mit Team und Christoph Wedler in der Technik, setzten alles ins rechte Licht und spielten zur rechten Zeit die untermalenden Songtitel ein.

Zum Schluss ging das GFS-Ensemble eigene Wege. Als absoluter Kontrast nach moralischen Bemerkungen war das Anhören einer Mozartsinfonie vorgesehen. Der Vorgabe folgte die Diepholzer Truppe nicht, sondern schrieb selbst eine zeitnahe Szene, wo ein selbstbewusster Knabe der Familie seine Songstarallüren nahe und damit den Vater zum Wahnsinn bringt. Das Publikum steigt in der musikalischen Abschlussszene mit ins Boot, beteiligt sich bewegt am Spiel auf der Bühne und dankt begeistert allen Spielern und Klaus Stolle mit langem Applaus.

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