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Rettungsdienst – Rettungsanker

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„Der Rettungsdienst befindet sich in einem Umbruch“, sagt Dr. Hendrik Weseloh – hier vor einer Karte seines Wirkungsraums, dem Landkreis Diepholz.
„Der Rettungsdienst befindet sich in einem Umbruch“, sagt Dr. Hendrik Weseloh – hier vor einer Karte seines Wirkungsraums, dem Landkreis Diepholz. © Anke Seidel

Dr. Hendrik Weseloh ist der neue Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis. Im Interview erklärt er, welche Schwerpunkte er setzen will.

Was sind Ihre Aufgaben als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes?

Meine Aufgabe ist die Leitung des Rettungsdienstes in allen medizinischen Angelegenheiten. Das Tätigkeitsfeld ist sehr vielfältig. Es umfasst zum Beispiel. die Vorgabe von Behandlungsrichtlinien sowie die Organisation von Fortbildungsinhalten und reicht bis in Bereiche wie Qualitätsmanagement und die Zukunftsentwicklung des Rettungsdienstes.

Was hat Sie daran gereizt, diese Teilzeitstelle zu übernehmen?

Der Rettungsdienst war schon immer eine Herzensangelegenheit für mich. Seit meinen ersten Einsätzen im Jahr 1998, damals noch als Rettungssanitäter und später als Rettungsassistent, habe ich ein großes Interesse an der Notfallmedizin.

Diese Begeisterung ist über das Studium und alle weiteren beruflichen Entwicklungsschritte hinweg immer bestehen geblieben. Seit 2011 bin ich als Notarzt in Bremen und auch im Landkreis Diepholz tätig und habe in dieser Zeit sehr viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln dürfen. Als sich dann in diesem Jahr die Möglichkeit ergeben hat, in diesem Arbeitsbereich mehr Verantwortung zu übernehmen, musste ich nicht lange überlegen.

Wie gestalten Sie das ganz konkret?

Den Hauptanteil meiner wöchentlichen Arbeitszeit nimmt meine Rolle als Ärztlicher Leiter ein. Aber ich möchte mich nicht nur auf meine Tätigkeit am Schreibtisch beschränken. Daher übernehme ich regelmäßig auch Schichten als Notarzt. Diese Praxisnähe ist mir wichtig, um stets eine umfassende Übersicht auf den Rettungsdienst aus verschiedenen Blickwinkeln zu haben.

Vor welchen Herausforderungen steht der Rettungsdienst zurzeit?

Der Rettungsdienst befindet sich derzeit in einem Umbruch. Dies betrifft nicht nur den Landkreis Diepholz, sondern ist ein bundesweites Phänomen. Die Medizin wird insgesamt immer leistungsfähiger und dabei auch komplexer. Erhöhte Arbeitsbelastungen und Personalmangel führen zeitgleich im ambulanten und klinischen Bereich zu einer schleichenden Versorgungslücke.

Hier wird der Rettungsdienst oft zu einem Rettungsanker. Viele Menschen wenden sich auf der Suche nach Beratung und Unterstützung dabei an uns. Wir werden dabei vor die Herausforderung gestellt, eine zunehmende Anzahl von Einsätzen bewerkstelligen zu müssen, welche nach den ursprünglichen Kriterien nicht in den rettungsdienstlichen Aufgabenbereich fallen würden.

Ist der Rettungsdienst für die Zukunft gut gerüstet?

Der Rettungsdienst wird sich wandeln und breiter aufstellen müssen. Dafür ist es wichtig, die taktische Ausrichtung und unsere medizinischen Kompetenzen neu zu ordnen. Dieser Prozess ist in ganz Deutschland bereits ins Rollen gekommen. Wir haben hier noch einige Hausaufgaben zu erledigen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Landkreis Diepholz auch zukünftig unsere Aufgaben mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit erledigen können.

Was wünschen Sie sich für Ihre neue Aufgabe?

Seit meinem Start im März dieses Jahres habe ich mit vielen Menschen in den verschiedensten Funktionen im Landkreis Diepholz zu tun gehabt. Hierbei habe ich überall ein konstruktives und gegenseitig wertschätzendes Miteinander erlebt. Ich wünsche mir, dass wir uns alle gemeinsam diese Motivation und Zielgewandtheit erhalten können. Denn dann wird mir mein Beruf in den kommenden Jahren sicherlich sehr viel Freude bereiten. Und mein Ziel, den Rettungsdienst für die Zukunft fit zu machen, wäre einfacher zu erreichen.

Zur Person

Dr. Hendrik Weseloh ist 44 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Mit seiner Familie lebt er in Kirchweyhe. Er ist nicht nur Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Diepholz, sondern wirkt ebenso als Facharzt für Anästhesie sowie Intensivmedizin an der Bremer Klinik Links der Weser. Als Notfallmediziner ist er auch in der Luftrettung mit dem Hubschrauber Christoph 6 tätig und bei Einsätzen im gesamten norddeutschen Raum unterwegs. 

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