Spielraum in Landesverordnung

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Es ist eine Entscheidung, die der Landkreis nach sorgfältiger Abwägung getroffen hat: Obwohl der Inzidenzwert in diesem Lebensraum seit 14 Tagen über 10 liegt und damit entsprechende Schutzmaßnahmen einzuhalten sind, wird es ab heute Lockerungen geben. Der Grund: Die Neuinfektionen sind vor allem auf Reiserückkehrer und deren Kontaktpersonen zurückzuführen – also auf eine streng abgrenzbare Gruppe, die der Landkreis aus seiner Inzidenz herausrechnen darf.

Landkreis Diepholz – „Wir nutzen diesen Spielraum, der uns rechtlich gegeben ist“, betont Landrat Cord Bockhop – und genauso, dass der Landkreis sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Intensive Gespräche mit dem Gesundheitsamt bildeten demnach die Basis für die neue Regelung: „Wir haben unter Beratung der Fachleute in unserem Hause abgewogen.“

Reiserückkehrer melden Einreise digital beim Landkreis Diepholz

Die betroffenen Reiserückkehrer hatten sich bei der Einreise digital angemeldet, erläutert Pressesprecherin Meike Zum Vohrde, „somit können die Reiserückkehrer und Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt werden“.

Will heißen: Das Infektionsgeschehen ist nachvollziehbar, und im Landkreis Diepholz dürfen deshalb ab heute die Regelungen für Kommunen unter einer Inzidenz von 10 gelten. Gastronomen dürfen also wieder mehr als 100 Menschen in ihren Saal lassen – eine große Erleichterung für Hochzeitspaare, die den schönsten Tag ihres Lebens wegen Corona ohnehin schon um ein Jahr verschieben und bisher mit der Verschiebung der Verschiebung rechnen mussten. Das gleiche gilt für Menschen, die eine Geburtstagsfeier mit einem großen Freundes- und Verwandtenkreis geplant haben.

Verbleibende Regeln werden laut Cord Bockhop weiter kontrolliert

Selbstverständlich: Nicht Geimpfte brauchen nach wie vor einen negativen Corona-Test. Bei einer privaten Feier Zuhause gelten die gleichen Regeln wie im Restaurant. Der Landrat warnt davor, die bleibenden Schutzmaßnahmen zu leicht zu nehmen. Gastronomen müssten auch weiterhin strikt schriftlich oder per Luka-App alle Gäste registrieren. „Wir werden das auch kontrollieren!“, kündigt der Landrat an.

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Die gelockerten Regeln ermöglichen außerdem wieder Sitzungen, Zusammenkünfte und bestimmte Veranstaltungen. Wenn mehr als 25 Personen in Räumen zusammenkommen, gelten Abstand und die Mund-Nasen-Bedeckungspflicht, solange der Sitzplatz nicht eingenommen ist. Bei mehr als 50 Personen draußen ist unbedingt der gebotene Abstand einzuhalten. Und: Auf Wochenmärkten herrscht keine Maskenpflicht, wenn die Inzidenz unter 10 liegt.

Tourismus: Testpflicht nur noch bei Anreise, nicht während des Besuchs

Auch Stadt- und Naturführungen sowie touristische Schiffs-, Kutsch- und Busfahrten sind mit der neuen Allgemeinverfügung erlaubt. Davon können einerseits Bürger profitieren, die nicht verreisen und sich für die Naherholung entscheiden. Freizeitangebote am Dümmer sind damit wieder möglich – auch für Menschen, die als Urlauber in den Landkreis Diepholz kommen.

„Es gibt Nachholbedarf, und wir möchten auch die Wirtschaft vor Ort stärken“, sagt Cord Bockhop. Zumal die Tourismusangebote auch dazu beitragen können, dass die Menschen in der Region bleiben. Anders gesagt: Dass sie später nicht zu den Reiserückkehrern aus dem Ausland gehören.

Wer die Übernachtungsangebote im Landkreis nutzen möchte, braucht nur bei der Anreise einen negativen Test – und muss sich während des Aufenthaltes nicht zweimal pro Woche testen lassen.

Land plant mobilen Teams Vorgehensweise vorzuschreiben

Ganz zu schweigen davon, dass die Zahl der Geimpften stetig wächst. Wie bereits berichtet, ist die Schließung des Impfzentrums in Bassum beschlossen. Künftig sollen wieder mobile Impfteams die Versorgung von Ungeimpften übernehmen. Genau das ist im Landkreis Diepholz längst Praxis, wie die zahlreichen Einsätze des DRK-Teams beweisen.

Jetzt aber wolle das Land regeln, wie diese Teams genau auszusehen und zu arbeiten hätten, ärgert sich der Landrat über unnötige Vorschriften: „Das haben wir bisher selbst gut geschafft – und lieber einen Arzt mehr dazu genommen.“

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/imago

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