Fund auf dem Dachboden der Diepholzer Familie Kettler

Rätselhafte Mumie: Echtheit auf Prüfstand

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Rätselhafter Fund an der Gartenstraße: Ist die Mumie echt, die in einer Kiste auf dem Dachboden entdeckt wurde? Das will Lutz Wolfgang Kettler in Berlin prüfen lassen.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Spannender Fund auf dem Dachboden eines Hauses an der Gartenstraße in Diepholz: In einer hölzernen Transportkiste war ein Sarkophag – verziert mit ägyptischen Hieroglyphen. Darin eine Mumie.

Ist sie echt oder nur eine von Fälschern bandagierte Puppe?

Weil das Dach des Mehrfamilienhauses undicht war, wurde eine bislang nicht benutze Ecke unter einer Abschrägung geräumt. Der zehnjährige Alexander Kettler erforschte den Winkel im Haus seiner Großmutter und machte die rätselhafte Entdeckung.

Neben der großen Kiste mit Sarkophag und Mumie standen verstaubt hinter gestapelten Ersatz-Dachpfannen zwei weitere. In einer Kiste war eine Totenmaske, in der anderen ein mit Hieroglyphen verziertes Kanopengefäß, in denen die Ägypter seinerzeit die Eingeweide des mumifizierten Toten separat beisetzten.

Alexanders Vater Lutz Wolfgang Kettler erinnerte sich: Großvater Dr. Wolfgang Kettler hatte in den 50er Jahren die Kisten während einer Reise in Ägypten erworben und nach Deutschland schaffen lassen – per Schiff über Bremerhaven und mit vielen Umständen. Nähere Hintergründe sind nicht bekannt. Dr. Wolfgang Kettler starb vor zehn Jahren, seine Frau weiß kaum etwas über die Kisten, die in Vergessenheit gerieten. Vermutlich wurden sie bereits kurz nach dem Bau des Hauses an der Gartenstraße im Jahr 1970 auf dem Dachboden deponiert. Vor dem Umzug der Familie standen sie auf einem Dachboden an der Langen Straße.

Lutz Wolfgang Kettler: „Es ist davon auszugehen, dass es sich bei allen gefundenen Stücken um Fälschungen handelt. Zweifel bestehen lediglich in Bezug auf die Mumie selber, da damals in Ägypten durchaus noch Handel mit zwar unbedeutenden, aber echten Mumien getrieben wurde.“

Es soll laut Kettler in den 50er Jahren eine Zeit lang in Mode gewesen sein, so genannte „Mumien-Partys“ zu veranstalten, bei denen die Toten vollkommen pietätlos ausgewickelt wurden – in der Hoffnung, Schmuck oder Amulette zu finden.

Um weiteren Aufschluss über die noch intakte Mumie zu erhalten, will Lutz Wolfgang Kettler alle Fundstücke zum archäologischen Institut der Freien Universität in Berlin-Dahlem bringen. Dort will ein mit der Familie Kettler befreundeter Wissenschaftler den Fund untersuchen.

Aus dem Sarg herausgenommen hat Kettler die Mumie nicht: „Sie könnte dabei kaputt gehen.“

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