Soziales und Gesundheit

Zahlen zu 136 Vorschulkindern in Diepholz: 43 Prozent mit Migrationshintergrund

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Iselin Klaus, (vorn) Ärztin im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst beim Landkreis Diepholz, berichtete über Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung.

Diepholz - Von den 136 Kindern, die sich 2017/2018 in der Stadt Diepholz vor dem Besuch einer Grundschule der Schuleingangsuntersuchung stellten, hatten 43 Prozent einen Migrationshintergrund. Das ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil. Zum Vergleich: Im Landkreis Diepholz liegt der Anteil bei 26 Prozent, im Land Niedersachsen bei 28,2 Prozent.

Diese und viele weitere Zahlen – auch über den gesundheitlichen Zustand der Jungen und Mädchen – nannte Iselin Klaus, Ärztin im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst beim Landkreis Diepholz, im Diepholzer Rathaus.

Dort waren am Mittwochnachmittag Vertreter von Institution, die mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren und deren Eltern zu tun haben, zur Auftaktveranstaltung „Netzwerk Frühe Hilfen in der Stadt Diepholz“ gekommen. Der Landkreis hatte dazu eingeladen – wie schon an sieben Orten in der Region zuvor. In Diepholz bekamen die etwa 40 Teilnehmer durch die Zahlen des Vortrages „Entwicklung der Gesundheit von Kindern im Landkreis Diepholz“ zunächst eine Diskussionsgrundlage.

Wie Iselin Klaus darin weiter ausführte, haben in der Stadt Diepholz 96 Prozent der Kinder vor der Einschulung einen Kindergarten besucht (im Landkreis Diepholz 98 Prozent) Die Tendenz sei leicht abfallend.

Etwa acht bis zehn Prozent der Familien legten ihr Vorsorgeheft bei der Schuleingangsuntersuchung nicht vor. In der Stadt Diepholz gab es dabei einen höheren Anteil unvollständig erfolgter Untersuchungen: 32 Prozent.

Nur zwei Drittel der Kinder im Landkreis hatten vor dem Schuljahr 2017/2018 alle empfohlenen Impfungen erhalten, so die Ärztin des Landkreis-Fachdienstes Gesundheit. In Niedersachsen sind es 80,3 Prozent, in der Stadt Diepholz 71 Prozent.

Starkes Übergewicht hatten in der Stadt Diepholz sechs Prozent der 136 untersuchten angehenden Grundschüler – eine erhöhte Rate. Acht Prozent der Kinder in der Stadt hatten starkes Untergewicht.

Als „alarmierend“ bezeichnete Iselin Klaus die Nutzungszeiten elektronischer Medien bei Kindern im Vorschulalter in der Stadt Diepholz. 19 Prozent nutzten Computer und TV mehr als zwei Stunden täglich, 27 Prozent zwischen ein und zwei Stunden. „Medienkompetenz der Eltern ist partiell nicht adäquat ausgebildet“, so die Ärztin. Das Nutzungsverhalten der elektronischen Medien der Kinder zeige einen Zusammenhang mit Sprachentwicklungsstörungen, Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen sowie Übergewicht.

Ein Drittel der untersuchten Kinder zeigten Auffälligkeiten in der Ganzkörperkoordination und in der Feinmotorik. 48 Prozent der Vorschulkinder in der Stadt Diepholz gehörten keinem Sportverein an. Ein Drittel der Kinder zeigte Verhaltensauffälligkeiten.

Bei 77 Prozent ist die Familiensprache Deutsch. Iselin Klaus führte aus: „Über die Hälfte der Kinder mit Migrationshintergrund können sich zum Schulbeginn nicht ausreichend verständigen.“ Der Anteil von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache sei in Diepholz mit 36 Prozent hoch. Der Landkreisdurchschnitt betrage 26 Prozent, der Landesdurchschnitt in Niedersachsen 29 Prozent.

65 Prozent der vor ihrem Schuleintritt im Landkreis Diepholz 2017 untersuchten Kinder waren Nichtschwimmer, hatten also kein „Seepferdchen“-Abzeichen. In der Stadt Diepholz waren es laut den von Iselin Klaus vorgelegten Zahlen sogar 80 Prozent.

An der Auftaktveranstaltung „Netzwerk frühe Hilfen“ in Diepholz nahmen Vertreter aus den Bereichen Gynäkologie, Krabbelgruppe und Eltern-Kind-Gruppe, Familienhebammen, allgemeiner sozialer Dienst des Fachdienstes Jugend, Kindertagesbetreuung, Kinderarzt, Bildungsangebote, Kinder- und Familienservicebereich, Krippen und Kindertagesstätten, Grundschule, Therapeuten, öffentliche Jugendhilfeträger, Beratungsstellen, Prävention der Polizei, kommunale Sozialarbeit sowie Vertreter des Diepholzer Rates teil. Der Ergebnisworkshop ist am 4. September.

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