Ministerpräsident Stephan Weil besucht ZF

Produkte aus Diepholz bedienen die Megatrends

Uwe Coßmann, Leiter Pkw-Fahrwerktechnik, zeigt Ministerpräsident Stephan Weil eine VW-Schaltung während der Betriebsbesichtigung bei ZF in Diepholz. - Foto: ZF

Diepholz - Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil war am Mittwoch zu Besuch in Diepholz. Zusammen mit weiteren Vertretern aus der Politik informierte er sich über die Technologie- und Zukunftskompetenz des ZF-Konzerns sowie die erfolgreiche Entwicklung des ZF-Standortes Diepholz, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung berichtet. Pressevertreter waren zu dem Besuch nicht eingeladen.

Ob die Nicht-Zulassung von Medienvertretern mit den Sparmaßnahmen zusammenhängt, die ZF in Friedrichshafen laut Berichten mehrerer Medien vorgeschlagen hat, ist unklar. Wie die „Schwäbische Zeitung“ berichtet, geht es um Zulagen für Nacht- und Sonderschichten, um flexiblere Arbeitszeiten und um weniger Geld. ZF müsse zurzeit „an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und seine Kostenstrukturen an die Marktsituation anpassen“, zitiert die Zeitung aus Unternehmenskreisen. Und das nicht nur am Stammsitz in Friedrichshafen, sondern an allen deutschen Standorten, also auch am Dümmer.

Die Konzernführung verhandele gerade an allen Standorten mit den Betriebsräten, so die Zeitung. Ziel: Kostensenkung. Über die Inhalte der Verhandlungen mit den Betriebsräten will ZF demnach öffentlich erst sprechen, wenn man sich mit den Arbeitnehmervertretungen geeinigt hat.

In Diepholz sind das Werk für Fahrwerkkomponenten und die Produktlinie „Human Machine Interface“ (Benutzerschnittstelle) des Automobilzulieferers angesiedelt. „Von alternativen Antrieben über die umfassende Digitalisierung unserer Autos bis hin zum autonomen Fahren – vor der Automobilbranche liegen spannende Herausforderungen“, sagte Ministerpräsident Weil laut der ZF-Mitteilung.

Uwe Coßmann, Leiter der ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik, informierte den Ministerpräsidenten über das Werk. Der Standort Diepholz, der als Musterbeispiel regionaler Wirtschaftsförderung gelte, sei seit über 20 Jahren kontinuierlich gewachsen: „Angefangen haben wir mit 134 Mitarbeitern und heute sind es rund 1 000“, berichtete Coßmann.

In den nächsten Jahren werde ZF mit seinen Technologien maßgeblich den Weg zum autonomen Fahren mitgestalten, heißt es weiter in der Mitteilung. Ein Beispiel dafür ist das Konzeptfahrzeug „Advanced Urban Vehicle“, in dem gleich mehrere Produkte aus der Region zum Einsatz kommen, unter anderem die in Diepholz entwickelte Mittelkonsole mit LCD-Touchdisplay.

„Wir wollen führend in der intelligenten Vernetzung mechanischer Komponenten werden“, erläuterte Coßmann die strategische Ausrichtung von ZF. Dabei gelte es vor allem auf die drei automobilen Megatrends Effizienz, Sicherheit und autonomes Fahren vorbereitet zu sein und die passenden Produkte anzubieten.

Stephan Weil kam aus Damme, wo er das Großprojekt „Pedalerie“ bei der Boge Elastmetall offiziell eingeweiht hatte. Das Investitionsvolumen beträgt rund 25 Millionen Euro. Insgesamt werden für den Volkswagen-Konzern 38 verschiedene Pedalerie-Varianten aus Kunststoff für mehr als 85 Modelle produziert.

Die Boge Rubber & Plastics Group mit der Zentrale in Damme ein global führender Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststofflösungen in der Automobilindustrie. Hervorgegangen ist sie aus dem Geschäftsfeld „Gummi & Kunststoff“ der ZF Friedrichshafen. - sr

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