Diepholzer Schulzentrum und PHWT

Wärme aus Holzhackschnitzelheizung: Preiswert, ökologisch und regenerativ

Im Heizhaus des Diepholzer Schulzentrums mit der neuen Holzhackschnitzel-Heizung (v. l.): Andreas Rolfs (Firma Rowin), Mischa Flaspöhler (Landkreis Diepholz), Friedhelm Hilm (Ingenieurbüro) Landrat Cord Bockhop und Nina Eilenfeld (Rowin).

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Öko“ muss nicht teurer sein als konventionelles Heizen. Der Landkreis Diepholz macht es vor: Er hat sein Heizhaus am Diepholzer Schulzentrum komplett von Erdgas auf nachhaltige Holzhackschnitzel umgestellt. Die neue Heizung versorgt mehr als 3 400 Schüler und Studenten mit regenerativ erzeugter Wärme. Vertreter des Landkreises und der beteiligten Fachfirma stellten die Anlage am Donnerstag vor.

Das Heizhaus an der Walter-Link-Sporthalle (früher GFS-Halle) in Diepholz stammt aus den 1970er Jahren. Ebenso alt war die Heizanlage darin – und entsprechend wenig umweltfreundlich. Für eine neue Heizung investierte der Landkreis 600.000 Euro. Er ersetzte dabei seine alten Erdleitungen, die die Wärme im Schulzentrum verteilen. Vom Heizhaus aus werden das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup, die beiden Sporthallen, die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT), das Theater sowie die Jahnschule, die Graf-Friedrich-Schule und die Realschule versorgt.

Der Landkreis hat nicht die Anlage gekauft, sondern bezahlt die Wärme. EU-weit hatte er das „Wärme-Contracting“ ausgeschrieben und von 16 deutschen Firmen Angebote erhalten. Die weitaus meisten wollten die Wärme konventionell mit Erdgas erzeugen – und waren teurer.

Laut Mischa Flaspöhler, Fachdienstleiter Liegenschaften beim Landkreis, war das Angebot der Firma Rowin aus Wehrbleck das zweitgünstigste – und war nachhaltig.

Die Holzhackschnitzel werden per Lkw an diesem Zugang zum Lager geliefert.

Den „grünen Impuls“, bei der Ausschreibung der Heizanlage für das Diepholzer Schulzentrum des Landkreises neben der Wirtschaftlichkeit auch auf Nachhaltigkeit zu achten, sieht Landrat Cord Bockhop positiv: Der neue Heizhaus-Betrieb sei „preiswert, ökologisch und regenerativ.“

Regional ist er auch, denn die Holzhackschnitzel kommen aus Niedersachsen. Die Firma Rowin aus Wehrbleck hat einen entsprechenden Vertrag mit den Landesforsten und stellt die Schnitzel selbst her. Mit eigenen Fuhrparks deckt Rowin nach eigenen Angaben die gesamte Produktionskette CO2-neutral ab: Vom Holzschlagen im Forst bis zur Anlieferung der Holzhackschnitzel.

Für die neue, von Rowin betriebene Heizung am Diepholzer Schulzentrum werden pro Jahr etwa 3 000 Kubikmeter Hackschnitzel gebraucht. „Das sind umgerechnet in Heizöl etwa 255.000 Liter. Das wiederum entspricht etwa 800.000 Kilogramm CO2, die nun in Diepholz am Schulzentrum gesperrt werden“, erklärte Andreas Rohlfs, Geschäftsführer der 2013 gegründeten Firma Rowin mit derzeit 40 Mitarbeitern.

Die Holzhackschnitzelheizung leistet 810 Kilowatt. Zu der Anlage gehört auch ein kleines Blockheizkraftwerk, das eigenen Strom produziert.

Rohlfs: „98 Prozent der gesamten Wärmemenge bestehen aus regenerativer und CO2-neutraler Energie.“

Auch aus Diepholz wurden Holzhackschnitzel in der Anlage verbrannt: Zu diesem Brennstoff wurden die zehn Bäume verarbeitet, die am Kreishaus gefällt werden mussten, um Platz für das neue Kreisarchiv zu machen.

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