Polizei stellt Kriminalstatistik vor

Sechs Tötungsdelikte im Landkreis

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In Diepholz stellten am Freitag (v.l.) Domenico Corbo, Bernd Kittelmann und Arno Zumbach die Kriminalstatistik für das Jahr 2015 vor.

Von Simone Brauns-Bömermann -  „Im Landkreis Diepholz ist die Gefahr, Opfer oder Geschädigter einer Straftat zu werden, sehr gering. Die Zahl ist so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr und die Rohheitsdelikte sind rückläufig“, das erklärte Domenico Corbo als Leiter des zentralen Kriminaldienstes der Polizeiiinspektion Diepholz am Freitag gemeinsam mit Polizeidirektor Bernd Kittelmann, Leiter der Polizeiinspektion.

Außerdem sei der Schluss zulässig, dass der Zuzug vieler Flüchtlinge nicht zu einer nennenswerten Zunahme der Kriminalität führe (40 Straftaten 2015). Allgemein ist der Straftattrend zum Vorjahr 2014 von 12149 Taten auf 11834 gefallen. Während die Häufigkeitszahl in Niedersachsen anstieg, fiel sie im Landkreis Diepholz. „Der Landkreis ist im Ländervergleich sicher“. Ein weiteres Positivum ist der Polizei zufolge die hohe Aufklärungsquote: Sie lag seit 2010 bei etwa 60 Prozent. Dies sei Ergebnis des technischen Fortschritts, neuer Analysetechniken, der Forensik und der Fortbildung der Mitarbeiter sowie ihre Spezialisierung. „Wir liegen damit im Bundesdurchschnitt relativ weit vorne“, so Kittelmann.

Die Anzahl der Opfer von Straftaten ist ebenfalls rückläufig: Sie fiel von 1874 in 2014 auf 1768 in 2015. Betroffen waren 1171 Männer und 703 Frauen im Jahr 2014 und 1035 Männer und 733 Frauen im Jahr 2015. Traurige Fakten der Statistik: sechs Tötungs-, 91 Sexual- und 1390 Rohheitsdelikte. Hinzu kommen 4859 Diebstähle, 2714 Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie 2774 sonstige Taten.

Spürbar zugenommen haben den Zahlen der Polizeiinspektion zufolge schwere Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen, Waren- und Warenkreditbetrügereien sowie Cybercrime also die Kriminalität im Internet.

Andererseits gab es weniger Bedrohungen, Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Fahrraddiebstähle. Außerdem gab es weniger Körperverletzungen. Registrierten die Beamten 2013 noch 1054 Taten, waren es 2015 „nur“ 968.

Bei Wohnungseinbrüchen sieht die Bilanz im Bereich Diepholz einen Rückgang, aber in Sulingen, Syke und Weyhe einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Für dieses Phänomen wurde bereits 2014 das Projekt „Integrales“ und vergangene Woche die „GASt“, die gemeinsame Analysestelle mit Bremen und Bremerhaven gegründet. „Einbrüche passieren derzeit Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr“, so Corbo.

514 Polizeibeamte seien 2015 im Einsatz gewesen. Die Herausforderungen für 2016 sahen die Fachleute in der Bekämpfung von steigendem Cybercrime und Wohnungseinbrüchen.

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