Politiker gegen Kooperation mit der Klinik Diepholz

Krankenhaus-Zukunft: Widerstand in Vechta

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Wie sieht die Zukunft die Klinik Diepholz aus? Im Landkreis Vechta sprechen sich Politiker deutlich gegen eine Kooperation aus, wenn diese zu Lasten der dortigen Krankenhäuser geht.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Zukunft der Klinik Diepholz ist in eine heftige Diskussion geraten. Viele der 286 Mitarbeiter sind beunruhigt, befürchten sogar die Schließung. Zwar ist das Krankenhausstruktur-Gutachten, das der Landkreis Diepholz in Auftrag gegeben hatte, noch unter Verschluss und wird erst am 11. Mai im Kreistag veröffentlicht, doch im Landkreis Vechta wächst schon der Widerstand gegen eine mögliche aufgezwungene Kooperation zwischen den dortigen Kliniken und dem Diepholzer Krankenhaus.

Eine solche Kooperation – wie auch immer sie aussehen könnte – war ein Thema beim Krankenhaus-Regionalgespräch mit Vertretern der Landkreise Diepholz und Vechta sowie der Stadt Bremen und weiteren Fachleuten in dieser Woche in Barnstorf (wir berichteten am Mittwoch auf der Seite „Kreis und Region“).

Ein Handlungsauftrag, den das Land Niedersachsen – vertreten durch Staatssekretär Jörg Röhmann – dabei erteilte: Die Landräte Cord Bockhop (Diepholz) und Herbert Winkel (Vechta) sollen gemeinsam prüfen, welche Synergien sich in den Kliniken in diesen beiden Landkreisen erzielen lassen.

Dabei sorgt insbesondere die Ankündigung des Landes Niedersachsen für Kritik, dass die Hospitäler im Kreis Vechta nur noch Investitionszuschüsse erhalten, wenn sie ihre Angebote mit der Klinik Diepholz abstimmen. Diepholz und Vechta sollen demnach eine „Gesundheits-Region“ werden.

Der Vechtaer Landrat Herbert Winkel nahm am Donnerstag im dortigen Kreistag Stellung und wird in den Oldenburgischen Volkszeitung (OV) so zitiert: „Ich sehe keinen Anlass, dass aus dem Landkreis Vechta irgendetwas an Diepholz abgetreten wird.“ Er machte demnach klar, dass eine Stärkung des defizitären Krankenhauses in Diepholz keine Schwächung der drei Krankenhäuser in Vechta, Lohne und Damme nach sich ziehen dürfe.

Auch Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer kritisiert den Handlungsauftrag des Landes heftig: „Unsere Krankenhäuser sind erfolgreich, Diepholz nicht“, wird er in der OV zitiert. Hintergrund: Das Krankenhaus in Lohne könnte durch eine Kooperation mit Diepholz gefährdet werden.

In der Diskussion im Diepholzer Nachbarlandkreis wird heute verschwiegen, dass ein Verbund vier katholischer Kliniken im Oldenburger Münsterland, zu dem auch das Vechtaer Krankenhaus gehörte, vor zwei Jahren knapp an einer Pleite vorbeigeschrammt war, was damals für Schlagzeilen sorgte.

Als Hauptargument dient jetzt den Politikern aus dem Kreis Vechta die bei dem Regiongespräch in Barnstorf vorgelegten Zahlen. Demnach lassen sich jährlich etwa 5700 Bürger des Landkreises Diepholz in Vechta, Damme oder Lohne klinisch behandeln. Im Gegenzug nutzen aber nur 613 Menschen aus dem Kreis Vechta die Alexianer-Klinik Diepholz (130 Betten, 7210 stationär aufgenommen Patienten im Jahr 2013).

Während insbesondere Politiker im Kreis Vechta auf die Barrikaden gehen und sich für ihre Hospitäler stark machen, tut sich in Diepholz zurzeit noch nichts öffentlich zur Unterstützung der Krankenhaus-Zukunft. Die heimischen Volksvertreter bleiben auf Tauchstation oder wurden als Kreistagsmitglieder rigoros zum Stillschweigen über das mit großer Spannung erwartete Krankenhaus-Gutachten verpflichtet. Auch Bürgermeister Dr. Thomas Schulze schwieg bislang öffentlich. Hinter den Kulissen soll er sich aber schon vergangene Woche mit den Spitzen der Ratsfraktionen beraten haben. Für eine Stellungnahme zur aktuellen Krankenhaus-Situation war Schulze gestern nicht zu erreichen.

Dass die Klinik Diepholz defizitär ist, geht aus dem Haushaltsplan 2015 des Landkreises Diepholz hervor. Demnach betrug im Jahr 2013 das Betriebsergebnis minus 905000 Euro. 2012 hatte das Diepholzer Krankenhaus ein Minus von 363000 Euro erwirtschaftet.

Ein ähnliches Defizit hat etwa die Hälfte der vergleichbaren Kliniken in Deutschland, ergab eine Umfrage des Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands unter seinen Mitgliedern.

Bereits Ende Mai oder Anfang Juni soll es ein zweites Regionalgespräch zur Zukunft der Krankenhäuser in den Kreisen Diepholz und Vechta gaben.

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