Philipp Riederle und die „Generation Y“ beim Schülerforum der Seitz-Stiftung

Strategien vom jüngsten Unternehmensberater

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Gestern und heute: Mit einem Podcast zu seinem I-Phone wurde Philipp Riederle bekannt.

Diepholz - Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne bei jungen Leuten geht immer weiter zurück. 15 Sekunden betrage sie nur noch, erzählte Philipp Riederle gestern auf der Bühne des Diepholzer Theaters. So gesehen muss der Referent froh gewesen sein, dass die jungen Damen und Herren beim Schülerforum der Seitz-Stiftung ihm nach über einer Stunde Vortrag immer noch konzentriert zuhörten.

Vermutlich hing das damit zusammen, dass dort auf der Bühne einer stand, der mit seinen 20 Jahren kaum älter ist als die rund 500 Schüler, die dem Vortrag folgten. Sicherlich auch am Thema des Vortrags, „24 Stunden online, null Stunden Freizeit?“ – Das Kommunikationsverhalten der Generation Y.“ Generation Y – so werden die Teenager und jungen Erwachsenen bezeichnet, die mit den neuen Medien aufgewachsen sind, die perfekt vernetzt und vielseitig interessiert sind, die aber von den alteingesessenen Unternehmen nicht erreicht werden – nicht als Kunden und auch nicht als zukünftige Mitarbeiter.

Wer ist Riederle? Mit 13 Jahren ließ er sich sein erstes i-Phone aus den USA schicken und wusste zunächst nicht, was er damit anfangen sollte. Informationen darüber waren Mangelware, so sprang er selbst ein, schuf kurzerhand seinen Video-Podcast „mein i-Phone und ich“ wurde zum Star des Internet. 2010 verfolgten seine Beiträge schon 150000 Zuschauer.

Inzwischen hat der 20-Jährige sein eigenes Medien-Unternehmen gründet, berät bekannte Unternehmen in Marketingfragen.

Auch zu den jungen Zuhörern, Oberstufenschülern von GFS und BBZ, fand er schnell einen Draht.

Riederle widersprach dem gängigen Vorurteil über die Social-Media-Generation „Ihr habt doch keine echten Freunde mehr.“ Es kennen sich mehr Leute, die treffen sich häufiger und verbringen mehr Zeit miteinander. Niedrigschwellige Kommunikation und barrierefreier Zugang seien unschlagbare Vorteile. Cybermobbing, die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Pornografie – unumwunden sprach er Schattenseiten der neuen Kommunikationswelt an. „Aber wenn ich die neuen Medien sinnvoll einzusetzen weiß, dann steigern sie Lebensqualität.“ Riederle empfahl allerdings auch bewusste Offline-Zeiten. „Ich frage mich schon, was das mit uns macht, wenn wir sechs Stunden am Tag auf unser Handy gucken...“

Philipp Riederle wird beschrieben als Entrepreneur, Keynote-Speaker und digital native, er selbst bezeichnet sich viel lieber als ganz normalen Jugendlichen, der viel Zeit mit Freunden verbringt. Vielleicht ist das etwas untertrieben für den vielleicht jüngsten Unternehmensberater Deutschlands.

Zum Abschluss ging er auf das Thema Berufswahl ein. „Sinn, Selbstverwirklichung und günstige Rahmenbedingungen, danach suchen wir statistisch gesehen unseren Job aus“, so Riederle. Wohingegen beiden älteren Arbeitnehmern Geld, Status und Macht an erster Stelle stehen.

Der Fachkräftemangel führe dazu, dass Unternehmen händeringend nach jungen fähigen Mitarbeitern suchten, wer wüsste das besser als Riederle, der an der Schaltstelle sitzt? „Die Unternehmen warten auf uns, aber durch Rumsitzen passiert gar nichts.“

Drei Strategien hatte er für die baldigen Berufsanfänger mitgebracht:

- „Seid neugierig, informiert Euch“ („Jeder kann sich heute mit jedem Thema auseinandersetzen und richtig gut darin werden“)
- „Engagiert Euch, kommt mit Menschen in Kontakt“ („Wer vier Jahre eine Jugendgruppe geleitet hat, ist nicht mehr so wie vorher“) und
- „Habt Spaß.“

Seitz-Stiftungs-Vorstand Ralf Nüßmann hatte eingangs das große Interesse an der Veranstaltung hervorgehoben: „500 Teilnehmer – das ist ein Rekord, so viele hatten wir noch nie.“

Am Abend sollte Riederle seinen Vortrag dann vor einem gänzlich anderen Publikum halten: Vor Wirtschaftsvertretern beim Unternehmerforum der Seitz-Stiftung in Stemshorn.

sr

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