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Palliativstützpunkt in früherer Diepholzer Zahnarztpraxis

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Von: Harald Bartels

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Auf dem neuen Schild im Treppenhaus des Palliativstützpunktes in Sulingen ist Diepholz bereits festgehalten, zeigen (von links) Stefan Siegel und Corinna Dullin aus dem Vorstand und die leitende Koordinatorin Bianca Sengün.
Auf dem neuen Schild im Treppenhaus des Palliativstützpunktes in Sulingen ist Diepholz bereits festgehalten, zeigen (von links) Stefan Siegel und Corinna Dullin aus dem Vorstand und die leitende Koordinatorin Bianca Sengün. © Bartels

Diepholz – Der Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz trägt die Kreisstadt im Namen, und künftig ist er dort auch vertreten: Am Dienstag kündigten die 1. Vorsitzende Corinna Dullin, Schriftführer Stefan Siegel und die leitende Koordinatorin Bianca Sengün im Hauptsitz in Sulingen die Eröffnung einer Zweigstelle in Diepholz an.

Der 2012 in Sulingen gegründete Stützpunkt verfügt bereits über zwei Zweigstellen: Seit 2018 ist er in Weyhe vertreten, und im November 2020 kam Syke als Standort hinzu. Bereits nach der Eröffnung dort hätten die Überlegungen begonnen, eine dritte Zweigstelle in Diepholz zu eröffnen, denn der Palliativstützpunkt habe von den Krankenkassen den Auftrag, den ganzen Landkreis mit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) abzudecken.

Bisher habe die Versorgung jedoch an der Stadtgrenze geendet, aber „wir hatten immer mehr Anrufe von Angehörigen aus dem Raum Diepholz, die keine Versorgung finden konnten. Das ist sehr bewegend, und deswegen haben wir mit den Planungen begonnen.“

Praxis nach 33 Jahren geschlossen

Nach 33 Jahren hat der Zahnarzt Hartwig Pohlmann seine Praxis in Diepholz an der Flöthestraße geschlossen. Am 31. Dezember hatte er seinen letzten Arbeitstag und ging im Alter von 75 Jahren in den Ruhestand. Die Schließung seiner Praxis erfolgte im Stillen. Schon tags darauf begannen die Umbauarbeiten für den Palliativstützung in den bisherigen Zahnarzt-Räumen,

Die Zweigstelle solle aber nicht nur der Versorgung der Betroffenen dienen: „Viele wissen gar nicht, dass es einen Rechtsanspruch auf die Versorgung gibt, um eine möglichst weitreichende Lebensqualität zu erhalten – und das in der eigenen Häuslichkeit“, betont die Koordinatorin. Diese Wissenslücke zu schließen, sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Ärzten, sei eine weitere Aufgabe der Zweigstelle.

Angestrebt wird, die Zweigstelle Mitte des Jahres in Betrieb nehmen zu können. Ein passender Standort ist bereits gefunden an der Flöthestraße mit den Räumen der ehemaligen Zahnarztpraxis Pohlmann nahe des früheren Cordi-Marktes. Dort seien bereits die Handwerker tätig, so Bianca Sengün: „Wir freuen uns total auf die Räumlichkeiten.“

Palliativ-Stützpunkt

Ein Palliativ-Stützpunkt versorgt und betreut Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung, keiner Aussicht auf Heilung und damit begrenzter Lebenserwartung. palliativ-diepholz.de

Besetzt werden soll die Zweigstelle anfangs mit bis zu drei „Köpfen“. Der Palliativstützpunkt verfüge über sechs festangestellte Ärzte sowie über eine Reihe von kooperierenden Hausärzten, aber für weitere Kooperationen sei man jederzeit offen – das Netzwerk sei dort noch nicht so gut aufgestellt.

Gesucht würden zudem noch Pflegefachkräfte, die in diesem „hoch spezialisierten Bereich tätig werden und Zeit für ihre Patienten haben möchten“, betont Bianca Sengün. Ein entsprechender Kurs für examinierte Pflegekräfte zur Qualifizierung als Palliative Care-Fachkraft beginne im April in Syke. „Diese Fachkräfte sind die tragende Säule der SAPV bei den Patienten vor Ort.“  

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