Wirtschaftsförderung Landkreis Diepholz

Online-Seminar: Wie Firmen bei Bewerbern punkten

Christoph Hauke ist Experte für Unternehmensentwicklung und Führungskräfte-Entwicklung.
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Christoph Hauke ist Experte für Unternehmensentwicklung und Führungskräfte-Entwicklung.

Ein attraktiver Arbeitgeber sein – das ist in Zeiten des Fachkräftemangels notwendiger denn je. Leistungsfähige, kreative Arbeitnehmer können sich ihre Stellen heutzutage aussuchen. Aber wie wird – und bleibt – man ein attraktiver Arbeitgeber? Darüber klärt der Unternehmensberater Christoph Hauke aus Düsseldorf interessierte Firmen- und Personalchefs auf – diesmal auf Einladung der Wirtschaftsförderung im Landkreis Diepholz und der Samtgemeinde Kirchdorf.

Landkreis Diepholz – „Gibt es den praxiserprobten Königsweg?“, fragt sich Samtgemeinde-Bürgermeister Heinrich Kammacher an diesem Dienstagabend, an dem 33 Teilnehmer zum Online-Seminar zugeschaltet sind. Christoph Hauke, der als Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) nach eigenen Angaben „viele hundert Unternehmen“ und mehr als 10 000 Vorstände, Geschäftsführer und Führungskräfte begleitet hat, ist überzeugt: „Es gibt mehrere Wege!“ Er präsentiert vier Schritte, die die Arbeitgeber-Attraktivität immens steigern können.

Arbeitnehmer schauen, wie umweltbesst potenzielle Arbeitgeber sich verhalten

„Fachkräftemangel ist das Unternehmensrisiko Nummer eins“, warnt Christoph Hauke – und verweist auf die enorme Konkurrenz, in der Arbeitgeber untereinander stehen. Punkten kann der, der Stärken in mehreren Kategorien präsentiert. Ansehen und Image sind wichtig. „Jeder will einen sicheren Arbeitsplatz“, betont Christoph Hauke – und ermuntert die Firmenchefs dazu, mit Erfolgen, finanzieller Stärke, Wachstumschancen und Alleinstellungsmerkmalen zu werben: „Jeder hat irgendetwas Besonderes. Manchmal fällt es einem gar nicht auf, weil es selbstverständlich zu sein scheint.“

Interessante Produkte und Leistungen könnten ebenso attraktiv sein – oder die hohe soziale Verantwortung, die im Unternehmen gelebt wird. Auch Umweltbewusstsein sei ein wichtiger Faktor.

Die Bedeutung der flexiblen Arbeitszeitgestaltung steigt

Vielfältige Arbeitsaufgaben, Abwechslung und ein hohes Maß an Verantwortung und Selbstständigkeit charakterisieren einen attraktiven Arbeitsplatz, betont der Unternehmensentwickler – wobei die flexible Arbeitszeitgestaltung heute eine große Rolle spiele. Ebenso wichtig: Karrierechancen und Vergütung. Mit transparenten und vielfältigen Beförderungswegen, Aufstiegs-Chancen sowie einem attraktiven Grundgehalt und Aussicht auf mehr lässt sich demnach punkten.

Christoph Hauke lässt keinen Zweifel: Die gelebte Unternehmenskultur ist ein ganz entscheidendes Kriterium. Eine Geschäftsleitung, die informiert und einbezieht, wertschätzende und fördernde Führungskräfte – das ist für Arbeitnehmer genauso wichtig wie das gute Betriebsklima und der Team-Zusammenhalt.

Für die Außendarstellung eines Unternehmens ist Authentizität wichtiger als Professionalität

Schritt zwei zum Erfolg: Alle materiellen und immateriellen Arbeitgeber-Leistungen sollte das Unternehmen offensiv präsentieren, rät Christoph Hauke und verweist auf Internet-Karriereseiten. Er ist überzeugt: „Der wichtigste Punkt ist: Wie gehen Sie mit ihren Mitarbeitern um?“ Das Unternehmen und seine Arbeit transparent darzustellen, könne auf der Website mit Videos erreicht werden – nicht professionell, sondern authentisch.

Wichtig sei aber auch der persönliche Kontakt zu möglichen neuen Mitarbeitern – wie auf Messen oder in Schulen. „Kino-Werbung hat ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis“, hat Christoph Hauke erfahren. Auch Mitarbeiter könnten neue Mitarbeiter gewinnen. Eine Firma zahle bei Erfolg 1 500 Euro – die Hälfte bei Abschluss des Arbeitsvertrages mit der neuen Kraft und die zweite Hälfte nach Ablauf der Probezeit.

Unternehmensführung muss als Vorbild wahrgenommen werden können

Schritt drei: das positive Recruiting-Erlebnis, dessen Schlüsselmoment das Kennenlernen-Gespräch sei. Bei der Entscheidung des Bewerbers für oder gegen die Firma zähle es zu 85 Prozent, gibt Christoph Hauke klipp und klar zu bedenken.

Er rät Arbeitgebern, ihren Kandidaten folgende Fragen im Kennenlernen-Gespräch zu stellen: „Wo sehen Ihre Freunde Ihre Stärken?“ oder „Was werden Ihre Kolleginnen und Kollegen von Ihnen lernen können?“ Genauso aufschlussreich: „Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?“ und „Wann haben Sie das letzte Mal die Regeln gebrochen – und warum?“ Mutig sollten Arbeitgeber außerdem fragen: „Was müsste ich tun, um Sie richtig auf die Palme zu bringen?“

Im vierten Schritt sollten attraktive Arbeitgeber eine nachhaltige Bindung etablieren. Um gute Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, ist nach den Erfahrungen von Christoph Hauke die Unternehmensführung von entscheidender Bedeutung: „Vorbild mit Wertschätzung und Integrität – das ist nachhaltig!“

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