Flächenanteil im Landkreis steigt auf 3,3 Prozent

Ökolandbau: Nische mit Wachstumsfaktor

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Möhrenernte im Ökolandbau.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist eine beeindruckende Zahl: 130 000 Hektar Fläche bewirtschaften die Landwirte im Landkreis Diepholz. Damit gehört er zu den fünf niedersächsischen Landkreisen mit der größten Agrar-Fläche. Die ökologische Bewirtschaftung ist noch immer eine Nische, aber sie wächst – im Landkreis Diepholz um exakt 259 Hektar in nur einem Jahr.

Diese Zahl hat das Kompetenzzentrum Ökolandbau in Niedersachsen veröffentlicht. Auf 3,3 Prozent ist der Öko-Flächenanteil demnach im Landkreis Diepholz gewachsen (Stand Mai). Aktuell bewirtschaften 72 Betriebe eine Fläche von 4 329 Hektar nach ökologischen Kriterien. 57 Verarbeiter und Händler vertreiben die Bio-Produkte.

Steigende Tendenz nicht ausgeschlossen: Wegen des enormen wirtschaftlichen Drucks auf konventionelle Milchviehhalter – viele können mit ihrem Verdienst nicht einmal ihre Produktionskosten decken – bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen „Umstellertag“ an: In einem Tagesseminar am 17. August in Berge (Kreis Osnabrück) erfahren Milchviehhalter, wie sie ihren Betrieb auf Öko-Bewirtschaftung umstellen können (Infos: www.lwk-niedersachsen.de).

Ist das eine reale Zukunftschance? „Das kommt auf den Milchviehhalter an“, antwortet Kreislandwirt Wilken Hartje. Wer viel Grünland bewirtschafte und das womöglich noch in Stallnähe, dem gelinge eine Umstellung leichter. „Auf ertragreichen Ackerflächen fällt das schon schwerer“, so der Kreislandwirt – und fügt hinzu: „Der Anbau von Obst und Gemüse auf ertragsschwachen Flächen ist in der Wertschöpfung höher.“

Der Kreis Diepholz befindet sich mit seinem Bio-Flächenanteil in etwa im landesweiten Mittel. - Grafik: Kompetenzzentrum Ökolandbau

Die Zahlen des Kompetenzzentrums Ökolandbau zeigen, dass nicht alle Bio-Bauern Erfolg haben oder expandieren. Denn vor zehn Jahren lag der Öko-Flächenanteil im Landkreis Diepholz bei 4,3 Prozent – und damit um einen Prozentpunkt höher. Zum Vergleich: Im Nachbar-kreis Vechta liegt der aktuelle Öko-Flächenanteil insgesamt bei 0,7 – und damit noch nicht mal bei einem Prozent.

Ursache dafür ist nach Aussage von Carolin Grieshop als Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Ökolandbau die starke Nachfrage nach Ackerland, das mit sage und schreibe 90 500 Euro pro Hektar gehandelt wird: „Im Westen werden Flächen gebraucht, um die Nitratbelastung aus der intensiven Tierhaltung zurückzufahren.“

Den höchsten Öko-Flächenanteil hat im Vergleich der Diepholzer Nachbar-Landkreis Verden mit 4,7 Prozent, gefolgt von Diepholz, Osnabrück (Stadt und Landkreis) mit 2,5, Nienburg mit 2,2 und Oldenburg (Stadt und Landkreis) mit 1,8 Prozent.

Die Umstellung auf Öko-Landbau dauert laut Carolin Grieshop bis zu drei Jahre. „Wir beobachten, dass wirtschaftlich starke Betriebe und gut ausgebildete Landwirte umstellen“, fügt die Geschäftsführerin hinzu.

Kreislandwirt Wilken Hartje ist fest überzeugt: „Man muss es aus voller Leidenschaft machen, um Erfolg zu haben.“ Denn Ökolandbau sei personal-intensiv, und es bestehe immer das Risiko magerer Ernten: „Man muss es aushalten können, dass mal etwas daneben geht.“

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