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Obstbaum pflanzen – mit 20 Euro Zuschuss

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Von: Anke Seidel

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Das wird ein Apfeljahr – darauf lässt die Fülle der Blüten schließen.
Das wird ein Apfeljahr – darauf lässt die Fülle der Blüten schließen. © Anke Seidel

Mit alten Obstbäumen sollen die Bürger im Landkreis Diepholz einen Beitrag zum Klimaschutz leisten – und dafür 20 Euro pro Baum vom Landkreis erhalten: Das zumindest wünscht sich die FDP-Kreistagsfraktion – und hat dafür einen Antrag an Landrat Cord Bockhop gerichtet. Entscheiden muss darüber der Kreistag.

„Der Klimawandel wird in den kommenden Jahren enorme Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft mit sich bringen. Auch der Obstbau wird unter Trockenheit zu leiden haben“, befürchtet Stephanie Budke-Stambusch als FDP-Kreistagsfraktionsvorsitzende. Ihr Fraktionskollege Mathis Langhorst ist fest überzeugt, dass alte Obstsorten diese Herausforderung deutlich besser bestehen als moderne Züchtungen.

„Für mich ist das eine Herzensangelegenheit“, so Mathis Langhorst über den Antrag. Demzufolge soll jeder Bürger einen solchen Obstbaum mit Zuschuss pflanzen können – Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche. Pro Jahr sollen 200 Bäume ausgegeben und die Fördersumme auf 10 000 Euro begrenzt werden.

Die FDP wünscht sich ausdrücklich eine Beteiligung der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden an dem Programm: „Jeden durch eine Gemeinde kostenfrei an die Bürger abgegebenen Baum fördert der Landkreis mit 20 Euro pro Baum“, heißt es im Antrag.

Können auch Bürger ohne eigenen Garten von dem Zuschuss-Programm profitieren? Mathis Langhorst sagt, es sei durchaus denkbar, solche geförderten Bäume auch auf Streuobstwiesen – wie sie auch die Stiftung Naturschutz habe – zu setzen, auch in Parks oder andere öffentliche Bereiche. „Aber das sind im Augenblick noch Ideen. Die konkrete Umsetzung muss der Landkreis übernehmen.“

Beratung im Kreisentwicklungsausschuss

Im Kreisentwicklungsausschuss soll demnächst über den FDP-Antrag beraten werden. Am Ende muss der Kreistag die Entscheidung treffen. Die FDP will bis dahin Überzeugungsarbeit leisten. Für Stephanie Budke-Stambusch ist der Klimawandel das entscheidende Argument: „In dieser Situation ist es wichtig, über eine möglichst große Auswahl an verschiedenen Obstsorten zu verfügen um aus diesen jene auszuwählen, die an die kommenden, im Detail noch unbekannten klimatischen Herausforderungen am besten angepasst sind.“

Deshalb soll das Pflanzgut möglichst regional beschafft werden. Für die Zusammenstellung geeigneter Sorten sollen Experten – zum Beispiel vom Landvolk oder der Landwirtschaftskammer sowie Pomologen und Fachleute des Naturschutzbunds – Hinweise geben.

Außerdem wünschen sich die Liberalen: „Im Zuge des Programms informiert der Landkreis Diepholz über das fachgerechte Pflanzen der Bäume, den fachgerechten Obstbaumschnitt, die Streuobstkultur und deren Bedeutung für die Ernährungssicherung in Deutschland.“

Von Anke Seidel

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