Obst statt Diesel

Jugendliche zeigen beim „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Weitsicht

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Fabian Jüttner, Jakob Schraad und Luca Kreuzhofen vom Gymnasium Bersenbrück forschen an einer Diesel-Alternative und bekämpfen dabei die Lebensmittelverschwendung: Aus aussortiertem Obst und Gemüse wird bei ihnen ein Treibstoff.

Diepholz - Von Marc Lentvogt. „Jugend forscht“ in Diepholz – das ist weit mehr, als eine Ansammlung effekthascherischer Projekte, die vor allem äußerlich überzeugen wollen. 109 Jugendliche stellen am Donnerstag und heute Projekte vor, von denen sich ein Großteil mit unverbrauchten Ideen den großen Fragen unserer Zeit stellt. Der Diesel-Skandal beispielsweise hat mehrere Gruppen motiviert, nach alternativen Antriebsarten für Fahrzeuge zu suchen.

„Wir haben bereits sieben Regionalwettbewerbe in Niedersachsen, mit Diepholz haben wir uns jetzt erstmals einen Ort im Herzen des Landes ausgesucht“, erklärt Wettbewerbsleiterin Mareike Summe um kurz nach 9 Uhr am Donnerstagmorgen. Oliver Netzband, Fachdienstleiter Bildung beim Landkreis, hatte die Veranstaltung mit wenigen Worten eröffnet, kurz darauf waren die Juroren bereits unterwegs, um sich die Projekte erläutern zu lassen.

Wie wichtig ein Wettbewerb in Diepholz ist, zeigt der Blick auf die Teilnehmer. Von den zwölf Projekten im „Jugend forscht“-Hauptwettbewerb stammt nur eines aus dem Landkreis Diepholz, alle anderen Teilnehmer reisen aus dem Umfeld an – Paul Keip von der Lukas-Schule Bassum zeigt im Foyer des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup seine Forschung: Mit Hilfe von Küchenchemikalien sucht er nach einem umweltfreundlichen Autoantrieb: „Es ist der Traum von jedem, den Verbrennungsmotor durch alternative Energiequellen ohne CO²-Ausstoß zu entwickeln“.

Kein Nervenflattern bei den Teilnehmern

Am Nebentisch haben es Carlos Wübbeler, Tobias Kansteiner und Johannes Nörenberg trotz identischer Idee etwas schwerer. Die drei Schüler vom Gymnasium Melle haben sich im Fachbereich Physik der Grundlagenforschung gewidmet. Im Gegensatz zu Keips detaillierter Variante des Mentos-Cola-Experimentes müssen sie theoretische Vorkenntnisse bei den Besuchern voraussetzen. Ihr Fernziel – diese Ambition ist beachtenswert – ist es, ein Antriebssystem zu entwickeln, das unabhängig vom Untergrund funktioniert. „Wir untersuchen zunächst grundlegende Abhängigkeiten. Kommen wir damit nicht voran, brauchen wir nicht weiterforschen“, zeigt sich Wübbeler realistisch.

Trotz ihres jungen Alters ist den Teilnehmern kein Nervenflattern anzumerken. Einmal in ihrem Projekt, sprechen nicht Schüler, die nur mal etwas ausprobieren, sondern Wissenschaftler. Sechs bis neun Monate Vorbereitungszeit vom Erstentwurf bis zum vorzeigbaren Projekt sind keine Seltenheit.

"Jugend forscht" in Diepholz

109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt.
109 Jugendliche haben auf dem ersten "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Diepholz der Jury ihre Projekte vorgestellt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Lentvogt

Engagement, das sich bezahlt macht: Der lebende Beweis steht in Form von Juror Robin Linten im BBZ. Vor acht Jahren war der Diepholzer selbst Teilnehmer – er musste damals zum Wettbewerb nach Lingen fahren – in diesem Jahr hat die Schule sich an ihn erinnert und angefragt, ob er Juror werden möchte. Wollte Linten und kam prompt aus Durham (Nordengland), wo er Doktorand der Teilchenphysik ist, in die Heimat, um sich „Jugend forscht“ zu widmen. „Mehr als die Hälfte der Juroren-Tätigkeit ist anregen, wie ein Projekt weiterentwickelt werden kann,“ erklärt er.

„Jeder hier ist ein Sieger“

Gemeinsam mit Thomas Walkemeyer, Spezialsoftware-Verkäufer für Tiefbauunternehmen, bewertet er die Physik-Projekte. Walkemeyer pflichtet seinem Juroren-Partner bei: „Wir wollen beflügeln. Und klar ist auch: Jeder der hier ist, ist ein Sieger, weil er sich für etwas einsetzt und interessiert, was außerhalb des Smartphones passiert.“

Die Zeit vergeht wie im Fluge, nur ein Bruchteil der Projekte lässt sich während der Vorstellungszeit anschauen, geschweige denn verstehen. Doch, da ist ein beruhigender Gedanke: Bei so viel Einfallsreichtum, Intelligenz und Engagement ist die Chance hoch, dass viele der Projekte, denen die Besucher nicht genug Aufmerksamkeit schenken können, in der Zukunft auf sich aufmerksam machen – weil sie ein Stück weit die Welt verändern können.

Die Preisträger

Jugend forscht 

Fachgebiet Arbeitswelt 

1. Platz: Laurens Tomoor & Bennet Burlage, Gymnasium Bersenbrück

 Projekt: Staub, nervst du? 3.0 Gewinnmaximierung in der Lackierer

Fachgebiet Biologie

1. Platz: Gina Marie Obrock & Janis Marie Wübbolt, Oberschule am Sonnensee Bissendorf

Projekt: E-Zigarette - Schädlich oder nicht? 

3. Platz: Niklas Falke & Felina Spielvogel, Gymnasium Melle 

Projekt: Essenziell oder schädlich? Wirkung von Starklicht auf Heliophyten und Skiadophyten 

Fachgebiet Chemie

1. Platz: Paul Keip, Lukas-Schule Bassum

Projekt: Untersuchung von Gasentwicklung bei der Reaktion von Küchenchemikalien, um einen zukünftigen Autoantrieb zu entwicklen 

2. Platz: Finn Oldeboershuis, Janna Frerichs & Marvin Röhr, Gymnasium Melle 

Projekt: Entrostung von Eisennägeln: Cola als Wundermitttel? 

3. Platz: Moritz Meyer zu Westram, Lukas Haupt &  Maximilian Bornhorst, Gymnasium Melle

Projekt: Unsere Luft muss besser werden! Alternative Methode zur Luftreinigung etablieren 

Fachgebiet Physik 

1. Platz: Carlos Wübbeler, Johannes Nörenberg & Tobias Kansteiner, Gymnasium Melle

Projekt: Untersuchung verschiedener Abhängigkeiten der Kräftewirkung zwischen Dauer- und Elektromagneten 

2. Platz: Michael Heise, Erik van Delden & Paul Runge, Gymnasium Melle

Projekt: Leiser Fliegen?

3. Platz: Lorenz Leimbrock, Jan Hendrik Schlörmann & Stefan Weisbeck, Gymnasium Melle

Projekt: Kann man den Magnus_Effekt auf die Straße bringen? 

Schüler experimentieren 

Fachgebiet Arbeitswelt 

1. Platz: Moritz Assmann, Elias Hartung & Sören Steinkamp, Oberschule am Sonnensee Bissendorf 

Projekt: Safe-Bag - Der sichere Rucksack 

2. Platz: Tobias Reinert, Jan Löffelbein & Timo von Hacht, Gymnasium Sulingen

Projekt: Playmais - mehr als nur Spielzeug? 

3. Platz: Carina Rehkamp & Noa Elisabeth Eichhorn, Gymnasium Bersenbrück 

Projekt: KeineChance für Graffiti 

Fachgebiet Biologie 

1. Platz: Levin Snorre Hammer, Lukas-Schule Bassum 

Projekt: Grün zu Rot - Ich suche die optimalen Bedingungen für das Nachreifen von Tomaten?  

2. Platz: Kai Raben, Gymnasium Bersenbrück

Projekt: Werden Pflanzen auch betrunken? 

3. Platz: Mika Brandt, Keno Lerche & Kevin Schwarz, Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst 

Projekt: Schmeckt rot wie blau? 

Fachgebiet Chemie 

1. Platz: Sarah Pelters & Julia Bornhorst, Gymnasium Bersenbrück

Projekt: Die optimalen Seifenblasen herstellen 

2. Platz: Lennart Ehmig, Eichenschule Scheeßel & Nina Lambrich, Estetalschule Haupt- und Realschule Hollenstedt

Projekt: Badekugeln- schädlich oder nicht? 

3. Platz: Sophie Oppelt, Lukas-Schule Bassum 

Projekt: Ist Mikroplastik gefährlich für die Umwelt? 

Fachgebiet Mathematik / Informatik 

1. Platz: Johannes Karl Luber, Graf-Friedrich-Schule Diepholz

Projekt: Knifflige taktik

2. Platz: Sarah Hestermeyer, Gymnasium Oesede Georgsmarienhütte

Projekt: Addieren und subtrahieren der Zahlen 1 bis 20 - gibt es ein System? 

Fachgebiet Physik

1. Platz: Lasse Galka, Mirja Maringer & Mika Maringer, Oberschule am Sonnensee Bissendorf

Projekt: Rund um den Fidget Spinner

2. Platz: Jantje Pape, Paula Vosteen & Rebecca Schulz, Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst

Projekt: Kleben mit Wasser

3. Platz: Lorenz Dierks & Bendix Precht, Gymnasium Syke 

Projekt: Solarzellen-Tuning - Wie kann man die Effektivität von Solarzellen optimieren 

Fachgebiet Technik

1. Platz: Julian Schultzen, Lauri Block & Mats Henry Schmitt, Lukas-Schule Bassum 

Projekt: Getränkeautomat

2. Platz: Marlon Syma & Florian Heinken, Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst

Projekt: Landschaftsvermessung mit Drohnen

3. Platz: Luca Radloff & Nero Leon Barsch, Londy-Schule GOBS Rethem 

Projekt: Besseres Gaming 

Lesen Sie auch: 

Oliver Netzband glücklich über „Jugend forscht“-Wettbewerb in Diepholz

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