Bischof ernennt im Dekanat vier pastorale Mitarbeiterinnen für diese Aufgabe

Novum: Frauen dürfen katholische Beerdigung leiten

Dürfen jetzt katholische Beerdigungen leiten: (v.l.) Dorothea Dolle- Gierse, Ulrike Müller-Schnieders, Doris Rattay und Claudia Rolke.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Die Beerdigung und Beisetzung eines Familienangehörigen ist ein schwerer Gang und Beistand in diesen dunklen Stunden unverzichtbar. Deshalb ist – je nach Glaubensgrundsätzen – die Begleitung durch Pastoren oder Pastorinnen, Trauerrednern oder Trauerrednerinnen so wichtig. Künftig können sich auch Katholiken im Dekanat Twistringen für eine weibliche Begleitung bei diesem so schweren Abschied entscheiden: Vier pastorale Mitarbeiterinnen dürfen jetzt auch Beerdigungen gestalten.

Offiziell hat Bischof Franz Josef Bode die vier Frauen mit der „Leitung des kirchlichen Bestattungsdienstes“ beauftragt – und mit seiner Präsenz bei dieser Zeremonie in der Diepholzer Pfarrkirche Christus König dokumentiert, wie wichtig der Diözese diese Funktion für die pastoralen Mitarbeiterinnen ist.

Dorothea Dolle-Gierse, Ulrike Müller-Schnieders, Doris Rattay und Claudia Rolke wirken bereits als Krankenhausseelsorgerin oder Gemeindereferentin. Sie unterstützen und betreuen also schon Menschen im Dekanat Twistringen, das sich mittlerweile über den Landkreis Diepholz sowie Teile des Landkreises Nienburg (Hoya und Stolzenau) und des Landkreises Oldenburg (Harpstedt) erstreckt. Aber nur insgesamt acht katholische Geistliche stehen für die Betreuung der Gemeindemitglieder in diesem Lebensraum zur Verfügung – eine enorme Herausforderung.

Doch als schlichte Vertretung will Michael Lier, stellvertretender Dechant und Pfarrer in Diepholz, die neue Bestattungsdienst-Aufgabe der vier pastoralen Mitarbeiterinnen nicht verstanden wissen. „Es ist eine Ergänzung und Auffächerung“, so formuliert er es. Genau die lässt Gläubigen künftig die Wahl – und kann für die acht Geistlichen in dem weitläufigen Dekanat Entlastung bedeuten. Dessen Ausmaße setzen den Geistlichen bei ihrer Arbeit unverrückbare Grenzen.

„Wir können nicht bei jeder Geburtstagsfeier sein“, formuliert es der stellvertretende Dechant. Dass Frauen katholische Beerdigungen leiten, ist laut Lier nichts Ungewöhnliches mehr: „In Bremen ist das gang und gäbe.“ Schließlich sei die Leitung einer Beerdigung keine Funktion, die an den geistlichen Stand gebunden ist.

Priesterliche Aufgaben dürfen die vier pastoralen Mitarbeiterinnen nach wie vor nicht übernehmen. Sie dürfen also weder die Krankensalbung spenden noch die Beichte abnehmen oder eine Eucharistiefeier leiten. Aber sie können Familienangehörige auf ihrem schwersten Gang begleiten, wenn die Trauernden es wünschen.

Diese Möglichkeit müsse sich zunächst einmal herumsprechen, sagt Michael Lier. „Dann muss man auch die Bestatter mit ins Boot holen“, fügt er hinzu. Nach seinen Erfahrungen wünschen sich oft die Familienangehörigen, die nicht aktiv in das Gemeindeleben eingebunden sind, einen Geistlichen für die Leitung der Beerdigung. Diejenigen aber, die pastorale Mitarbeiterinnen bereits aus dem Gemeindeleben und eigenem Erleben kennen, würden sich von ihnen bei einer Beerdigung gern begleiten lassen.

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