Rittersaal als Alternative

Schlossturm: Museumspläne vom Tisch

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Der sanierte Turm des Diepholzer Schlosses soll nur noch als Aussichtsturm genutzt werden – mit einer aus Brandschutzgründen beschränkten Besucherzahl.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der Turm des Diepholzer Schlosses soll nur noch von Besuchern genutzt werden, die die Aussicht von dort aus 43 Metern Höhe genießen wollen. Die Pläne des Heimatvereins Diepholz, im Turm nach dessen Sanierung wieder sein kleines Museum – in optimierter Form – einzurichten, sind damit vom Tisch. Doch es zeichnet sich eine Alternative für eine museale Ausstellung ab – im Rittersaal des Schlosses.

Der Heimatverein Diepholz hatte viel vor im Schlossturm, den der Eigentümer Land Niedersachsen innen wie außen für 800.000 Euro saniert hatte. Doch dann kam kurz vor Abschluss der Arbeiten im Herbst 2016 die schlechte Nachricht. Laut einem vom Land in Auftrag gegebenen Brandschutzgutachten war nur noch erlaubt, dass sich drei Personen gleichzeitig im Turm aufhalten. Das bedeutete das Aus für die Museumspläne des Heimatvereins Diepholz, der aber noch Hoffnung hatte und auf Gespräche setzte.

Ein Jahr lang dauerte es, bis sich jetzt eine neue Lösung abgezeichnet hat. Die Stadt Diepholz, das staatliche Baumanagement Weser-Leine (als Vertreter des Landes) und der Schloss-Nutzer Amtsgericht Diepholz verfolgen nun die Planungen, den Turm als reinen Aussichtsturm zu nutzen. Der Einbau von Brandschutzeinrichtungen für eine museale Nutzung wäre zu aufwändig und unverhältnismäßig teuer gewesen.

Auf Basis eines neuen Gutachtens, das von einer reinen Aussichts-Nutzung ohne Ausstellungsstücke ausgeht, können nun bis zu zehn Personen den Turm gleichzeitig besteigen. In der obersten Ebene – der Aussichtsplattform – sind bis zu fünf Personen zugelassen. Allerdings sind auch dazu Brandschutzeinrichtungen einzubauen – aber deutlich weniger. Diese wird das Land jedoch kaum bezahlen wollen, da es kein Interesse am Innenleben des Turmes hat. Somit müsste die Stadt Diepholz und eventuell der Heimatverein Diepholz die Kosten übernehmen.

Kostenfrage noch ungeklärt

Wie hoch die Kosten sind und was laut neuem Gutachten genau in den Turm zum Brandschutz eingebaut werden muss, wollte Bürgermeister Dr. Thomas Schulze noch nicht sagen: „Wir sprechen das erst mit dem Brandschutzprüfer des Landkreises Diepholz ab.“ Wenn dessen Forderungen zur Vermeidung von Bränden und zur Sicherheit der Besucher klar sind, sollen die Diepholzer Politiker über das weitere Vorgehen und die eventuelle Kostenübernahme für die Turmnutzung beschließen.

Der Heimatverein Diepholz kann aber wohl die Möglichkeit bekommen, im Rittersaal des Schlosses ein kleines Museum einzurichten, das die Stadt dann auch als Trauzimmer nutzen könnte. Problem: In diesem etwa 60 Quadratmeter großen Raum ist derzeit ein Lager für alte Akten des Amtsgerichtes. Die Akten sollen aber im Zuge von Umbaumaßen im Gericht dauerhaft in einem anderen Raum gelagert werden.

Im Rittersaal, der über einige Stufen und durch eine Tür im Torbogen des Schlosses zu erreichen ist, muss das staatliche Baumanagement ohnehin tätig werden: Eine Säule ist zur Verbesserung der Statik zu befestigen. „Vor Beginn der Baumaßnahmen im Rittersaal werden wir gemeinsam mit der Stadt die für die Nutzung als Trauzimmer beziehungsweise Heimatmuseum nötigen Herrichtungsmaßnahmen besprechen“, erklärte Peter Bröker, Leiter des staatlichen Baumanagements in Nienburg. Diese sollen dann im Zusammenhang mit der Landesbaumaßnahme auf Kosten der Stadt mit umgesetzt werden.

Der Diepholzer Heimatvereinsvorsitzende Richard W. Bitter beurteilt diese Lösung grundsätzlich positiv.

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