Diepholzer Dr. Christoph Kirchberg komponiert 90-minütiges Oratorium

„Noah“ ist sein größtes Werk

Dr. Christoph Kirchberg hat das 90-minütige Oratorium „Noah“ komponiert. Foto: Jansen

Diepholz – Die Ouvertüre klingt wie eine Filmmusik, das Gesamtwerk erinnert an Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Diepholzer Dr. Christoph Kirchberg hat sein größtes Werk fertiggestellt: ein Oratorium. „Noah“ heißt die Komposition, deren Aufführung durch ein Sinfonieorchester und einen Chor 90 Minuten dauern wird. Zweieinhalb Jahre hat Kirchberg – von Beruf Arzt – als Hobby-Musiker mit professionellem Können an der Komposition gearbeitet.

Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Werken ist „Noah“ tonal und hat keinen avantgardistischen Anspruch. Obwohl die Uraufführung noch aussteht, ist das Oratorium bereits im Internet zu hören – und dort mit entsprechender Fachkenntnis auf den Notenblättern auch optisch mitzuverfolgen. Die Computertechnik macht es möglich.

Bei der Komposition war der PC für Christoph Kirchberg aber nur ein Hilfsmittel, mit dem er Noten auf den Linien platzierte – mit der Computermaus und nicht wie seine Vorgänger der Klassik per Füllfederhalter auf Papier. Er verwendete ein Notensatzprogramm.

„Am Beginn stand der Text“, erklärt der 54-jährige Diepholzer. Da Oratorien meist religiöse Themen haben, wählte auch Kirchberg eine Geschichte aus dem Alten Testament: die von Noah und seiner Arche. Bei der Anpassung der biblischen Textzeilen, die allein drei Monate dauerte, half ihm der Diepholzer Pastor im Ruhestand Ludwig Friese.

Auf Basis des Textes begann Kirchberg dann in seinem heimischen Musikraum mit der Komposition der 32 Stücke, aus denen das 90-minütige Oratorium besteht – gegliedert in Teile für Chor, Solisten und ein 60 Musiker starkes Orchester.

Neue Oratorien – laut Duden eine „Gattung von opernartigen Musikwerken ohne szenische Handlung mit meist religiösen oder episch-dramatischen Stoffen“ – werden in der heutigen Zeit wegen des hohen Aufwandes kaum noch geschaffen. Christoph Kirchberg: „Ich kenne kein weiteres.“ So stieß das Werk schon kurz nach seiner Veröffentlichung im Internet auf internationales Interesse. Beispielsweise habe eine Chorleiterin von der Insel Mauritius angefragt, ob es „Noah“ auch mit englischem Texte gebe, freut sich Kirchberg über die erste Resonanz. Doch dem möglichen Schritt, ein Libretto in Englisch für das Oratorium zu schreiben, müssen noch viele weitere Schritte vorausgehen.

Derzeit liegt die Komposition dem Verlag Edition Ferrimontana in Hessen vor, über den Musiker die Partitur ab etwa Ende des Jahres für eine Aufführung beziehen können.

Die Komposition im Notensatzprogramm wird nun in PDF-Dateien zum Druck umgewandelt und an Christoph Kirchberg in Diepholz zur Korrektur geschickt. Jede der Stimmen – alle über 90 Minuten – muss der Komponist dann auf den Notenblättern kontrollieren. „Das dauert Wochen“, weiß Kirchberg. Bei seinem letzten großen Werk „Missa da Requiem“ hatte er bei dieser Kontrolle mehrere Übertragungsfehler gefunden: „Zum Beispiel fehlten an einer Stelle die Celli.“

Der Diepholzer, der schon als Siebenjähriger in seinem Heimatort Friesoythe ein kleines Lied komponierte, ausgebildeter C-Organist und Chorleiter ist, hat bislang mehr als 50 Stücke für Chöre geschrieben.

Hinzu kommen etwa 100 Lieder aus dem Bereich Volksmusik und Schlager. Aus diesem Genre hat sich Christoph Kirchberg inzwischen verabschiedet.

Der Rockmusik bleibt der ungewöhnliche Hobby-Musiker, der auch das Diepholz-Lied „Wir sind Diepholz“ komponiert hat, allerdings treu: Der Arzt ist seit 2003 in seiner Freizeit Keyboarder das Band „Dorfrock“ aus Aschen.

Die Uraufführung seines Oratoriums „Noah“ ist für 2021 geplant.

Internet

www.christoph-kirchberg.de/noah-das-oratorium

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