Nicht wahrscheinlich – aber denkbar

Autor Marc Elsberg schildert beim Wissensforum die Folgen eines Blackouts

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Autor Marc Elsberg 

Diepholz - Von Katharina Schmidt. Die schlechte Nachricht: Ohne Strom ist die moderne Gesellschaft aufgeschmissen. Die etwas bessere: In ländlich geprägten Gebieten wie dem Landkreis Diepholz würde das Chaos vielleicht nicht ganz so schnell ausbrechen. Das war die Botschaft, die Bestseller-Autor Marc Elsberg beim 13. Wissensforum in Diepholz überbrachte. Er hielt einen Vortrag darüber, welche Auswirkungen ein langfristiger Stromausfall in ganz Europa haben könnte.

Es ist das Thema seines Thrillers „Blackout“. Elsberg dürfte viele der mehr als 150 Forums-Gäste dazu angeregt haben, über unsere vernetzte Welt nachzudenken. Das Wissensforum ist eine Veranstaltung der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz und der Sofie & Siegfried- Seitz-Stiftung.

Elsberg war für den Vortrag aus seiner Heimat Wien angereist. Die Geschichte „Blackout“ ist seiner Fantasie entsprungen. Doch sie beruht auf intensiven Recherchen und Fakten. Elsberg berichtete von Gesprächen mit Energie- und Sicherheits- experten. Und er erzählte von Stromausfällen, die sich tatsächlich ereignet haben. Im schlichten Anzug stand der 52-Jährige entspannt auf der Bühne, erläuterte die Hintergründe seines Werks und schilderte spannende Zusammenhänge in puncto Energieversorgung.

Was passiert denn nun, wenn der Strom für mehr als nur ein paar Stunden ausfällt? Die Antwort auf diese Frage ist komplex. Elsberg pickte sich beispielhaft Problembereiche heraus, um sie genauer zu erörtern.

Ohne Strom funktionieren Kassen in Supermärkten nicht. Selbst wenn: Der Diesel für Lieferfahrzeuge ginge schnell zur Neige, meinte Elsberg. „In Deutschland funktioniert so gut wie keine Tankstelle mehr in einer solchen Situation“, sagte er. Letztlich gäbe es für die Laster nach kurzer Zeit eh nicht mehr viel, was sie zu den Märkten transportieren könnten. Milch zum Beispiel würde ohne Kühlung verderben. Abgesehen davon würden die Probleme laut Elsberg bei großen Agrarbetrieben schon viel eher beginnen. Ohne Melkroboter kämen viele nicht mehr mit dem Melken hinterher. Euter würden sich entzünden, Kühe sterben. Und: Ohne eine elektrisch betriebene Lüftung müssten Tiere in vielen Ställen ersticken.

Glück hätten im Falle eines Blackouts Personen, die eine volle Speisekammer haben. Und diejenigen, die nah an einem Bauernhof oder einem reich bestückten Gemüsegarten wohnen – deswegen könnte die Sache mit der Lebensmittelversorgung im Kreis Diepholz für viele vielleicht ein paar Tage gut gehen. Auf dem Land findet man zudem wohl schneller ein Örtchen zum Erleichtern, wenn die Wasserversorgung zusammenbricht (die Pumpen in den Werken brauchen Strom) und folglich die Toilettenspülungen nicht mehr gehen.

Einen Mega-Stromausfall, wie er in „Blackout“ beschrieben wird, gab es noch nie. Das Szenario ist auch nicht sonderlich wahrscheinlich – laut Elsberg aber nicht undenkbar. Dennoch legte der Autor es nicht drauf an, Angst mit Dystopien zu schüren. „Für mich ist ,Blackout’ nicht nur die Geschichte einer Katastrophe, sondern auch eine Geschichte darüber, wie gut es uns geht“, sagte er.

Die vernetzte Welt würde den Menschen erlauben, gesünder und komfortabler zu leben. Der Autor erläuterte außerdem, dass sich seit Erscheinen seines Thrillers im Jahr 2012 einiges getan habe. Neue Tankstellen hätten zum Beispiel schnell nutzbare Anschlüsse für Notstrom. Durch die Energiewende sei die Versorgung zudem dezentraler geworden. Sich durch solche und andere Schritte auf mögliche Störfälle vorzubereiten, ist in seinen Augen wichtig. Das geht im Großen wie im Kleinen. Er habe mittlerweile immer Konserven für zehn Tage zu Hause, erklärte Elsberg.

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