Nicht nur schönere Fassaden

Diepholzer Ortsteile in der Dorferneuerung: Welche Chancen bieten sich?

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Ursula Nietfeld (3.v.r.) vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, mit den Akteuren der erfolgreichen Dorfregion-Bewerbung (v.l.): Bürgermeister Dr. Thomas Schulze, Fachdienstleiter Michael Klumpe, Marcel Scharrelmann (Ortsvorsteher Sankt Hülfe), Wilhelm Paradiek (Ortsvorsteher Aschen) und Regionalmanagerin Dorothea Dürkop. 

Diepholz - Von Sven Reckmann. Gute Stimmung im Diepholzer Rathaus: Die Ortsteile Aschen, Heede und Sankt Hülfe sind in den Kreis der Dorferneuerung aufgenommen worden. Nachdem Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer diese Nachricht kürzlich verkündet hatte, kamen nun die Initiatoren zusammen, zogen eine Bilanz des Bewerbungsverfahrens und hielten vor allem einen Ausblick auf das, was jetzt kommt.

Mit dabei: Ursula Nietfeld, vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Geschäftsstelle Sulingen, also der Behörde, die schließlich für die Genehmigung der Fördergelder zuständig sein wird, Vertreter der Stadtverwaltung, des Landkreises und Ortsvorsteher.

Zwölf Dorfregionen waren neu aufgenommen worden in das Programm, 30 hatten sich beworben – es war also keine Selbstverständlichkeit, dass die drei Diepholzer Ortsteile in den Kreis aufgerückt sind, die in Niedersachsen gefördert werden.

Das Land unterstütze in dieser Förderperiode nicht mehr Einzeldörfer, sondern gemeinsame Dorfregionen, berichtete Nietfeld. Mit den „Neuzugängen“ erreicht das laufende Dorfentwicklungsprogramm den Höchstwert von 800 teilnehmenden Dörfern. In der EU-Förderperiode ständen für die Dorfentwicklung in Niedersachsen fast 120 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld für die Maßnahme stammt aus dem „Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum“, kurz PFEIL. Es ist gewissermaßen die niedersächsische Umsetzung des EU-Förderprogramms ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes).

Demographischer Wandel und ärztliche Versorgung sind Themen

Mit der Dorferneuerung, wie man sie von früher her kennt, hat das neue Programm nicht mehr allzu viel zu tun. Es sei um weitere Facetten ergänzt worden, berichtete Nietfeld. Sei es früher darum gegangen, das Dorf „schöner zu machen“ oder Vereine zu fördern, gehe es heute darum, auf Probleme wie den demographischen Wandel auf dem Land zu reagieren, Möglichkeiten der (ärztlichen) Versorgung für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu schaffen, Antworten auf die Frage nach Mobilität zu finden.

„Die Ideen waren schon da“, berichtete Aschens Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek mit Blick auf die Bewerbungsphase. Durch den Dorfwettbewerb habe man aufgezeigt bekommen, „wo es fehlt“.

Nun ist es natürlich nicht so, dass in den Ortsteilen alles darniederliegt. Daher habe man sich bei der Antragsstellung für eine „Stabilisierungs-Strategie“ entschieden, berichtete Fachdienstleiter Michael Klumpe. Das heißt, dass bestehende Angebote, beispielsweise im Bereich der Bildung und der Nahversorgung, gesichert werden sollen.

Wie geht es jetzt weiter? Im nächsten Schritt wird die Stadt nun ein Planungsbüro beauftragen, das bei der Erstellung eines Dorfentwicklungsplans hilft. Dieses bildet später die „Leitplanken“ für die Förderung, benennt Schwerpunkte und Prioritäten. Ist das Büro beauftragt, schließt sich eine erste Bürgerversammlung an, bei der die Details besprochen werden. Die Aufstellung des Dorfentwicklungsplans dürfte etwa anderthalb Jahre in Anspruch nehmen, schätzte Nietfeld. Der 15. September 2019 wäre nach ihren Worten dann der erste der jährlichen Stichtage, zu denen öffentliche und private Antragssteller auftreten könnten.

„Der Zusammenhalt und die Dorfgemeinschaft sind sehr beeindruckend“

Bürgermeister Dr. Thomas Schulze freute sich, dass der Förderantrag schnell und erfolgreich über die Bühne gehen konnte. Das sei sowohl ein Verdienst von Michael Klumpe gewesen, der das Projekt auch weiterhin federführend seitens der Stadt betreut, als auch der Ortsvorsteher, die viel Zeit investiert hätten, um den Antrag inhaltlich zu füllen, und von Regionalmanagerin Dorothea Dürkop vom Landkreis-Fachdienst „Kreisentwicklung“, die bei der Antragsstellung wertvolle Arbeit geleistet habe und die „bestens vernetzt“ den Prozess weiter begleitet.

„Der Zusammenhalt und die Dorfgemeinschaft sind sehr beeindruckend“, unterstrich Dürkop die besonderen Stärken der hiesigen Dorfregion. Damit sei man gewappnet für den kommenden Prozess. Wilhelm Paradiek konnte da nur beipflichten und hatte auch ein aktuelles Beispiel mit dem bevorstehenden Kreiszeltlager im Ort vor Augen: „Was für einen Zuspruch wir gerade aus Sankt Hülfe und Heede haben, das ist für mich wirklich beeindruckend“.

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