Neues Dach für das Spielzeug

Bundeswehr spendet Schutzhütten aus Flüchtlings-Projekt

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Soldaten vom Diepholzer Fliegerhorst übergaben die Schutzhütte jetzt offiziell der Kita St. Michaelis.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Ein umfangreiches Ausbildungsprogramm für syrische Flüchtlinge hatte die Bundeswehr in diesem Jahr auf dem Diepholzer Fliegerhorst angeboten. Ziel war es, den Teilnehmern wertvolle Einblicke in Handwerksberufe zu geben und sie selbst tätig werden zu lassen (wir berichteten). Zwei „Produkte“ dieses Projekts – zwei geräumige Schutzhütten – haben jetzt ihre Plätze in Diepholz gefunden.

Eine in der Kita St. Michaelis. Dort machten die jungen Mädchen am Mittwoch große Augen: Am Nikolaustag, an dem sonst normalerweise rotgewandete Männer unterwegs sind, bekamen sie Besuch von Soldaten in Bundeswehr-„Flecktarn“ und mit Barett: Gäste vom Fliegerhorst. Aber auch diese waren freundlich und gut gestimmt, und sie hatten ihr Geschenk sogar schon im Voraus abgeliefert, beziehungsweise aufgestellt – eben eine der Schutzhütten. Sie steht nun auf dem Spielplatz der Kita und ersetzt eine ältere, die nicht mehr so gut in Schuss gewesen war, wie Kita-Leiterin Sabine Vietz berichtete.

Die etwa 4,5 mal 2,5 Meter große Hütte mit einer großen Tür und zwei seitlichen Fenstern bietet reichlich Platz für Spielzeug und was im Kita-Alltag sonst noch so gebraucht wird. Vietz bedankte sich im Namen der Kinder und ihres Teams bei der Besuchergruppe mit Staffelchef Oberstleutnant Ralf Himmelreich an der Spitze für die Spende.

Projekt 2016 gestartet

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte das Projekt 2016 in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit beziehungsweise den örtlichen Jobcentern gestartet. Es verfolgte zwei Ziele: Die Flüchtlinge sollten handwerkliche Fähigkeiten bekommen, die sie beim Wiederaufbau ihres vom Bürgerkrieg zerstörten Landes einsetzen können, die aber auch ihre Chancen auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhöhen sollten. Ganz nebenbei sollte die Zusammenarbeit mit den deutschen Soldaten auch die Sprachkenntnisse der Teilnehmer verbessern.

140 Flüchtlinge hatten an drei Standorten an dem Projekt teilgenommen. Auf dem Diepholzer Fliegerhorst ging dabei im Frühjahr für den Bereich „Nordwest“ das Projektmodul „Bau“ über die Bühne – bei der 6. Staffel des Objektschutzregiments der Luftwaffe. Ausbilder waren Soldaten. Die „Luftwaffenpioniere“ haben vor ihrem Eintritt in die Bundeswehr einen handwerklichen Zivilberuf gelernt und vermittelten den Flüchtlingen bei dem Projekt nun Grundzüge von Zimmerei, Dachdeckerei, Straßenbau und Pflasterung sowie Beton- und Stahlbau.

Weiterer Ortstermin der Soldaten

Die Soldaten freuten sich, das Erlernte weiterzugeben, unterstrichen sie nochmals beim Blick auf die fertige Hütte im Garten von St. Michaelis. „Es hat wirklich Spaß gemacht, seinen eigenen erlernten Beruf weiterzugeben“, blickte Oberleutnant Rüdiger Beß auf die Zeit zurück; auch die Flüchtlinge hätten das Angebot motiviert angenommen.

Die Soldaten hatten am Mittwoch noch einen weiteren Ortstermin: Eine zweite Hütte wurde wenig später an die Stadt Diepholz übergeben. Sie steht jetzt am Teich hinter dem Rathaus.

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