Neuer Vorstand des Vereins Stadtteilladen gewählt

Kollektiv und kollegial

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Der neue Vorstand des Diepholzer Stadtteilladens mit (von links) Elke Wilkens, Inge Human, Christian Leukhardt, Doris Eggert und Mona Leukhardt.

Diepholz - „Kollektiv – kollegial“ In dieser Form den Verein Stadtteilladen zu leiten, fand Dr. Cemal Tac, Ratsherr und  und Teilnehmer an der Mitgliederversammlung, in seinem Schlusswort nach einer erfolgreichen Sitzung „total genial“. 20 von 50 Mitgliedern hatten sich zu einer mit Spannung erwarteten Wahl für den neuen Stadtteilladen-Vereinsvorstand am Mittwochabend an der Einrichtung an der Moorstraße 6 eingefunden.

Der „kollegiale Vorstand“ hat keinen Vositzenden und andere in vereinen übliche Funktionen, sondern teilt die Aufgaben unter sich auf.

Der Versammlung war im Januar dieses Jahres eine recht schwierige außerordentliche Mitgliederversammlung vorausgegangen. Der Verein – seit vielen Jahren ehrenamtlicher Träger des Stadtteilladens an der Moorstraße – stand auf der Kippe. Ein mögliches Ende war nahe, eine Auflösung war nicht auszuschließen.

Der damalige Vorsitzende Jörg Nicolaysen gab bekannt, dass vier Vorstandsposten neu zu besetzen seien. Er selbst stünde nicht mehr zur Verfügung. Schon Ende 2014 hatte Werner Sander, stellvertretender Vorsitzender, sein Amt niedergelegt. Zwei aus der Versammlung dann vorgeschlagene Mitglieder stellten sich als Vorsitzende nicht zur Verfügung. Aus der prekären Situation heraus führte der Vorschlag, eine Arbeitsgruppe zur Vorstands-Findung zu gründen, um dann erneut zu einer Mitgliedersitzung einzuladen.

Wie berichtet, tagte die Gruppe mit Erfolg. Nach dem Vorbild des Diepholzer Tuchmacher-Hauses schlug Marion Schröder als Delegierte aus dem Agenda 21- Förderverein vor, die Funktionen des Vereins im Vorstand als Team wahrzunehmen. Wie das auszusehen hätte, erläuterte sie jetzt in der Versammlung: Die fünf zu wählenden Personen würden gemeinsam – ohne Vergabe von festgelegten Aufgaben – die Vorstandsarbeit tragen. So hätten sie es in sechs Sitzungen sehr konstruktiv und intensiv beraten. Eben „kollektiv und kollegial“.

Für die Mitarbeit hätten sich die erfahrenen Mitarbeitenden Doris Eggert sowie Mona und Christian Leukhardt zur Verfügung gestellt. Als Neue kamen Inge Human und Elke Wilkens hinzu. „Sehr begrüßenswert“, wie die Versammlung feststellte, weil beide als ehemalige Landkreis-Mtarbeiterinnen sehr erprobt im Umgang mit Behörden und Formalien seien.

Die Möglichkeit, ohne feste Rollenverteilung im Vorstand arbeiten zu können, sei vereinsrechtlich abgesichert. Aus dem Forum gab es keine weiteren Vorschläge, so dass nach allen vorher abgearbeiteten Tagesordnungspunkten mit dem letzten Tätigkeitsbericht von Nicolaysen und der Vorlage des Kassenprüfungsberichtes durch Ines Heidemann der alte Vorstand entlastet werden und der neue ohne Gegenstimmen gewählt werden konnte. Als neuer Kassenprüfer kam Wilhelm Reckmann dazu.

Die Arbeitsgruppe stellte Satzungsänderungsvorschläge vor. Der Anregung kam auf, auch nicht Volljährige als Mitglieder aufzunehmen.

Die Versammlung dankte dem neuen ehrenamtlichen Vorstand für seine Bereitschaft. Aber auch die Ausscheidenden Werner Sander und Jörg Nicolaysen wurden bedankt. Nicolaysen wagte noch einen persönlichen Schlenker, indem er Doris Eggert mit „Mutter Courage“ und „Herbergsmutter“ betitelte. Sie habe sich große Verdienste in ihrem Einsatz für die Stadt erworben. Dafür hätte er sich allerdings mehr öffentliche Wertschätzung gewünscht. Sozusagen stellvertretend überreichte er ihr ein Buntglasbild mit dem Wappen der Stadt. Er selber und Werner Sander wurden ebenfalls mit Dank verabschiedet.

Inge Human leitete ab dann die Sitzung bis zum Ende. Für die Stadtverwaltung stellte Frank Werner noch einmal das Konzept des Stadtteilladen-Neubaus vor. Nach dem Abriss soll ab September mit dem Neubau begonnen werden. Bis zum Bezug im zweiten Quartal 2016 wird eine große Wohnung in der Nähe bezogen.

Inge Human zeigte sich sehr zuversichtlich, ist dankbar für die bewährte Mitarbeit aller und sieht Chancen in einem Neustart für den Stadteilladen, den es seit 1991 gibt, und für den 1996 gegründeten Verein. Zu den nächsten Planungen gehört die Konzept-Überarbeitung und die Begleitung bewährter Projekte.

hb

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