Diepholzer Rat entscheidet über Kunstrasen-Bolzplatz

Neuer Teppich für die Ballkünstler?

Hinter dem Vereinsheim des TuS Sankt Hülfe-Heede liegt der Bolzplatz, der derzeit noch mit Naturrasen versehen ist, aber bald eine Kunstrasen-Oberfläche bekommen könnte.
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Hinter dem Vereinsheim des TuS Sankt Hülfe-Heede liegt der Bolzplatz, der derzeit noch mit Naturrasen versehen ist, aber bald eine Kunstrasen-Oberfläche bekommen könnte.

Sankt Hülfe / Heede – Spätestens, wenn sich im Winterhalbjahr der eine oder andere Fußballplatz zur „Schlammpiste“ entwickelt, wünscht sich mancher Aktive eine trittfestere Alternative. Kunstrasen-Plätze versprechen eine nahezu ganzjährige Nutzungsdauer.

Möglicherweise wird der Sportplatz in Sankt Hülfe-Heede schon bald mit einem Kunstrasen-Bolzplatz ausgestattet. Eine entsprechende Empfehlung des Verwaltungsausschusses liegt dem Diepholzer Stadtrat zum Beschluss vor.

Im Mittelpunkt steht eine Fläche, die auf der Rückseite des Vereinsheims des TuS Sankt Hülfe-Heede liegt. Diese ist bereits ein Bolzplatz, versehen mit Naturrasen und teilweise mit Ballfangzaun umgeben.

Im Rahmen des Dorfentwicklungsprojektes war für diese Fläche ein öffentlicher Kunstrasenbolzplatz als Förderprojekt beantragt worden. Vorteil eines Kunstrasenplatzes sei die fast ganzjährige Nutzungsdauer, sowohl für den schulischen und öffentlichen als auch für den vereinsmäßigen Sportbetrieb, hatten die Experten argumentiert.

Allerdings wurde der Kunstrasenbolzplatz von der Förderstelle nicht als förderfähig eingestuft und aus dem Gesamtprojekt gestrichen. „Es ist somit nicht mehr ein Projekt der Dorfentwicklung“, unterstreicht die Verwaltung. Dieser Vorgang hatte für die beantragte Fördersumme keinen negativen Einfluss, da auch ohne den Kunstrasenbolzplatz die maximale Fördersumme in Höhe von 500 000 Euro erzielt wurde.

Aber das „Projekt Kunstrasen“ war in der Welt: Die Planung sei von den zuständigen Gremien beraten und beschlossen worden, „sodass eine entsprechende Erwartungshaltung bei den vor Ort Tätigen besteht (TuS, Schule, etc.)“, schrieb die Verwaltung in der Vorlage für den Fachausschuss, der sich in der vergangenen Woche mit der Bolzplatz-Frage befasste.

Denn die Diepholzer Politik muss jetzt entscheiden, ob sie den Bolzplatz auch ohne Förderung realisieren will – außerhalb des Dorfentwicklungsprojektes. Im Haushalt 2021 sind für den Bau des Platzes 214 000 Euro bereitgestellt worden. „Für den Neubau einschließlich Planungskosten ist dieser Betrag auskömmlich und könnte entsprechend genutzt werden“, schreibt die Verwaltung.

Alternativ könnte der vorhandene Rasenbolzplatz saniert werden, unter anderem mit einer Neuansaat und mit Maulwurfschutz versehen. Die voraussichtlichen Kosten dafür schätzt die Verwaltung auf 85 000 bis 100 000 Euro.

Bei der Diskussion im städtischen Ausschuss für Ordnung, Markt, Soziales, Sport und Kultur begrüßte Andreas Meine (SPD) den Kunstrasenplatz als „Investition in die Zukunft“ und verwies darauf, dass mit einem länger bespielbaren Nebenplatz auch Schonung für den Hauptplatz einhegehen könne.

Grünen-Vertreterin Dagmar Trümpler sah den Neubau kritisch vor dem Hintergrund der Mikroplastik-Problematik.

Schließlich gab Fachdienstleiterin Petra Hage zu bedenken, dass der Pflegeaufwand für einen Kunstrasenbolzplatz in etwa so groß sein werde wie bei einem Naturrasenplatz.

Nachdem sich der Fachausschuss nicht auf eine Empfehlung einigen konnte und das Thema für „vorberaten“ erklärt hatte, war das nächste Gremium am Zuge – der Verwaltungsausschuss.

Dieser hat sich nun bei seiner jüngsten Sitzung am Montag damit auseinandergesetzt und dem Rat empfohlen, die „Variante A“ zu verfolgen, also die Kunstrasen-Ausstattung, wie es auf unsere Anfrage gestern aus dem Rathaus hieß. Weitere Details wurden aus der nichtöffentlichen Sitzung wie üblich nicht mitgeteilt. Offenbar gibt es nun aber eine politische Mehrheit für das Kunstrasen-Projekt.

Endgültig entscheiden über den Kunstrasen-Bolzplatz muss jetzt der Rat bei seiner nächsten öffentlichen Sitzung am 8. Dezember.

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