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Rennwagen aus Diepholz: Hockenheim ist gebucht, Barcelona (noch) nicht

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Arbeiten am Monocoque des Rennwagens (von links): Janis Helms (Teamleiter), Silas Hoppe (Baugruppe Chassis) und Phi-Luan Chung (technischer Leiter).
Arbeiten am Monocoque des Rennwagens (von links): Janis Helms (Teamleiter), Silas Hoppe (Baugruppe Chassis) und Phi-Luan Chung (technischer Leiter). © PHWT

„Deefholt Dynamics“: Racing-Team der PHWT darf mit dem neuen Rennwagen aus Diepholz auf dem Hockenheim-Ring starten. Gerne würde das Team den neu konstruierten und mit einem um 50 Prozent leichteren Chassis versehenen Formel-Flitzer auch in Barcelona präsentieren. Vielleicht klappt auch das.

Diepholz – Das Formula Student Team „Deefholt Dynamics“ der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik PHWT Diepholz, das jedes Jahr einen eigenen Rennwagen konstruiert und baut, hat sich für zwei Events in der kommenden Saison qualifiziert: Zum einen geht es für das Studenten-Team im Juli nach Italien in die Region Parma und danach im August zum größten Event der Klasse nach Hockenheim, organisiert von Formula Student Germany.

„Gerade über die Qualifizierung für das deutsche Event haben wir uns sehr gefreut, da wir uns lange und intensiv auf die Qualifizierungsquizze vorbereitet haben“, wird Teamleiter Janis Helms in einer Pressemitteilung der PHWT zitiert. Bei der Veranstaltung in Spanien auf der Formel-1-Strecke in Barcelona sei „Deefholt Dynamics“ auf einem aussichtsreichen Wartelistenplatz.

„Damit das neue Team erfolgreich an der kommenden Saison teilnehmen kann, wurden schon erste Tests absolviert und die Fertigungsphase ist im vollen Gange“, berichtet Ilka Middelbeck vom aktuellen Formula-Student-Team der Diepholzer PHWT: „Momentan sind wir gerade voll damit beschäftigt, unseren Rennwagen zu fertigen. Durch den engen Zeitplan und dem Studium nebenher wurden schon erste Nachtschichten in der Werkstatt eingelegt.“

Was ist die „Formula Student“?

„Formula Student“ ist international der größte Konstruktionswettbewerb für Studenten. Dabei geht es darum, einen einsitzigen Rennwagen im Formula-Stil zu planen, zu konstruieren und zu fertigen. Anschließend messen sich die Teams der teilnehmenden Hochschulen miteinander in verschiedenen Disziplinen. Dabei gewinnt nicht das Team, das den schnellsten Rennwagen an den Start bringt, sondern das Team mit dem besten Gesamtkonzept aus Konstruktion, Fahrzeugperformance, Finanz- und Businessplanung.

Insgesamt habe das Team in diesem Jahr 59 Mitglieder aus vier Studiengängen: Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik und Mechatronik. Die zehn Baugruppen befassen sich mit elektrischen Themen, wie dem Antrieb, aber auch mit mechanischen Themen, wie dem eigens gefertigten Chassis oder dem Businessplan im wirtschaftlichen Bereich. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde die Zahl der Baugruppen reduziert, um das Wissen zu bündeln, so die Mitteilung der PHWT.

Das Chassis des Rennwagens wird wie im Vorjahr aus einem Voll-Carbon-Monocoque bestehen. Es behält die gleiche Geometrie, wurde jedoch mithilfe neuer Materialien in der Struktur stark gewichtsoptimiert und wird nun mehr als 50 Prozent leichter sein. So wird der vordere Überrollbügel zum Beispiel erstmals aus einer hochfesten Aluminiumlegierung gefertigt und spart dadurch 1,5 Kilogramm beziehungsweise 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Es werden auch wieder zwei innen liegende E-Motoren auf der Hinterachse verbaut, die zusammen mit den Planetengetrieben ein Spitzendrehmoment von 700 Nm bereitstellen. Außerdem wird ein neuer Akku mit 70 Prozent leichterem Gehäuse und einer neuen Steuerung gefertigt. Es ist geplant, dass neben dem Aerodynamikpaket nun auch die Sitzschale des Fahrers aus biologisch abbaubarer Flachsfaser besteht.

„Wir hoffen, an drei Events der Serie teilzunehmen“, so Ilka Middelbeck: „Das ist für unsere Teamgröße recht sportlich, aber wir haben gute Chancen und eine hohe Motivation.“

Die Anfänge des Vereins „Deefholt Dynamics“ liegen im Jahr 2006. „Eine damals noch recht überschaubare Gruppe von Studierenden der PHWT befasste sich erstmals mit der Konstruktion eines Rennwagens, um am Formula Student-Event in Deutschland am Hockenheimring teilnehmen zu können“, heißt es auf der Internetseite www.deefholt-dynamics.de.

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