Einwohnerzahl auf mehr als 17. 000 gestiegen

Bauboom in Diepholz: 300 neue Wohnungen in zwei Jahren

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300 neue Wohnungen sind seit 2015 in Diepholz entstanden oder im Bau. Eines der größten Projekte ist ein Gebäude mit 36 Wohneinheiten am Heckenweg östlich der Bahnlinie.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Von vielen unbemerkt, hat die Stadt Diepholz eine Grenze überschritten: Sie hat nun mehr als 17. 000 Einwohner. Genau 17 209 waren es zum Jahresende 2017. Seit 2010 hat die Stadt mehr als 1 000 Einwohner hinzugewonnen – damals waren es 16.162.

Diese Entwicklung ist mit einem Bauboom in der Kreisstadt verbunden. Der Diepholzer Kommunalpolitiker Hans-Ulrich Püschel (CDU) hat dazu Fakten zusammengetragen – als Grundlage für weitere Diskussionen.

In den Jahren 2015 bis 2017 hat der Fachdienst Bauen der Stadt Diepholz 300 Wohnungen genehmigt, davon etwa die Hälfte Mehrfamilienhäuser. Im Jahr 2017 seien 190 neue Wohnungen genehmigt worden, davon 16 Prozent Einfamilienhäuser, 13 Prozent Zweifamilienhäuser und 71 Prozent Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. 

Diese Zahlen nannte Fachdienstleiterin Stefanie Becker in dieser Woche in der öffentlichen Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt – unabhängig von Püschels Papier „Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, Stadtentwicklung“.

Püschel geht in seinem Papier von 500 neuen Diepholzer Wohnungen im Zeitraum 2014 bis 2020 aus: „Das Investitionsvolumen wird über 100 Millionen Euro liegen“, schreibt der 62-Jährige, der Ratsherr, stellvertretender Bürgermeister, Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des Kreistages ist.

Zuzug setzt neue Impulse

Seit 2010 habe Diepholz demnach nicht nur 1 000 Einwohner mehr, sondern auch mehr als 1 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr: „Der Zuzug aus dem Landkreis Vechta setzt zusätzliche Impulse.“

Durch das Stadtsanierungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ werden rund 13 Millionen Euro die Entwicklung der Kreisstadt stärken, so Püschel. Ob die Stadt in das Programm aufgenommen wird, entscheidet sich laut Stadtverwaltung im Herbst.

Laut Hans-Ulrich Püschel gibt es in Diepholz einen guten Mix aus Einfamilienhäusern, Doppelhäusern und Mehrfamilienhauswohnungen. „Die Anzahl der im Wohnraumversorgungskonzept für erforderlich prognostizierten Wohnungen wird vermutlich nicht ausreichen“, schreibt der Kommunalpolitiker, „die Nachfrage ist stärker und daher sind die verschiedenen Bauaktivitäten zu begrüßen.“

Der im Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises für Diepholz auf Basis des Jahres 2013 aufgeführte Bedarf von 436 Wohnungen werde bis zum Jahr 2020 nicht nur, erreicht, sondern aufgrund abgeschlossener oder laufender Baumaßnahmen übertroffen. Das Baugebiet Willenberger Masch (südlich der Zwickertstraße/Maschstraße), das im Planverfahren ist, werde einen weitereren Schub bringen.

Hans-Ulrich Püschel: „Neue Wohnungen machen bestehenden Wohnraum zum Kauf als Eigentum oder zur Miete frei. Trotzdem besteht eine weiterhin ungebrochene Nachfrage nach Eigentums- oder Mietwohnungen sowie Einfamilienhäusern, weil in Diepholz viele öffentliche Einrichtungen vorhanden und Grundstücke vergleichsweise günstig sind. In Vechta sind die Immobilienpreise geradezu explodiert.“

Püschel: Daten zur Stadtentwicklung

Auch Zahlen zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Diepholz hat Püschel zusammengetragen. Demnach stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 6 126 im Jahr 2010 auf 7 283 im Jahr 2016.

Zudem habe die Stadt Diepholz einen positiven Pendlersaldo auf dem Arbeitsmarkt: 4  322 Menschen kommen nach Diepholz zur Arbeit, 3 682 Einwohner pendeln in andere Orte aus.

In Diepholz wohnen nach der Aufstellung des Politikers viele Einzelpersonen und Familien, die auf Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) angewiesen sind. In Diepholz gibt es demnach 830 dieser sogenannten Bedarfsgemeinschaften (Haushalte mit einer Person oder mehreren Personen) – deutlich mehr als beispielsweise in den Gemeinden Stuhr (611) und Weyhe (595), die mehr als doppelt so viele Einwohner haben.

Mit Zuschüssen des Landkreises im Rahmen seines 2,1-Millionen-Euro-Programms für Asylbewerber und Wohnungssuchende nach dem Sozialgesetzbuch II und XII wurden in Diepholz 28 Wohneinheiten geschaffen, wofür es jeweils einen 20- prozentigen Zuschuss gab.

„Die immer wieder erhobene Forderung nach Sozialem Wohnungsbau hört sich auf den ersten Blick gut an“, meint der CDU-Politiker Püschel: „Eine Nachfrage hat ergeben, dass im gesamten Landkreis Diepholz derzeit nur noch 767 Wohnungen in die Bindungswirkung des Sozialen Wohnungsbaus fallen, davon in der Stadt Diepholz 150 Wohnungen.“

Es habe seit Jahren in Diepholz keinen Neubau im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus, der eine Mietpreisbindung hat, mehr gegeben.

Häuser und Wohnungen werden heute oft mit den Fördermöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gebaut – zum Beispiel gibt es für energieeffizientes Bauen zinsgünstige Darlehen und Tilgungshilfen.

In Diepholz halte sich selbst genutztes Eigentum und Wohnungen zur Miete die Waage, schreibt Püschel.

Wer die komplette, vierseitige Zusammenstellung „Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, Stadtentwicklung“ haben möchte, kann sich direkt an Hans-Ulrich Püschel wenden (Tel. 0151/12080455 oder Mail an zukunft@pueschel-cdu.de).

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