Central Cineworld: Investitionen im Lockdown

Nicht nur neue Sitze im Diepholzer Kino

 Kino-Betreiber Gunnar Schäfers (links – mit einer ihm auffällig ähnlich sehenden Pappfigur) und Theaterleiter Simon Frese im großen Saal des Central Cineworld.
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Zukunfts-Investitionen im Corona-Lockdown: Im großen Kino-Saal werden Teile des Gestühls ausgetauscht. Komplett neue Sitze soll es in den anderen Sälen des Diepholzer Central Cineworld geben, erläuterten Kino-Betreiber Gunnar Schäfers (links – mit einer ihm auffällig ähnlich sehenden Pappfigur) und Theaterleiter Simon Frese.

„Wir wissen nicht, wann wir wieder öffnen können“, sagt Gunnar Schäfers – und nutzt die Corona-Zwangspause. Er investiert im Lockdown nicht nur in sein Kino Schauburg Cineworld in Vechta, sondern auch in Diepholz in sein Central Cineworld an der Wellestraße.

Diepholz – James Bond kommt Anfang Oktober, hat Gunnar Schäfers gerade gelesen. Der Betreiber des Diepholzer Kinos „Central Cineworld“ freut sich, dass der wegen der Pandemie mehrfach verschobene Kinostart von „Keine Zeit zu sterben“ mit dem britischen Geheimagenten 007 nun hoffentlich endgültig terminiert ist. Derzeit läuft ohnehin nichts in den Lichtspielhäusern. Der Vechtaer hofft, dass sich die lange Durststrecke aus dem Vorjahr nicht wiederholt. Nach dem Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 habe er nicht damit gerechnet, dass sich die Kino-Schließung bis Anfang Juli hinziehen und es im November einen zweiten Lockdown gegeben würde. Sieben Monate lief in seinen Kinos nichts.

In der Pandemie seien die Besucherzahlen auf etwa 30 Prozent zurückgegangen, so Schäfers.: „Ohne die Zuschüsse des Staates wäre es wirtschaftlich nicht zu stemmen gewesen.“ Er hat wie andere Kinobetreiber die ersten Soforthilfen der Bundesregierung in Anspruch genommen. Für den vorübergehenden Betrieb im Sommer wurden 80 Prozent der Fixkosten erstattet, also für Strom, Gas, Wasser und Darlehenszinsen. Nun wartet Gunnar Schäfers wie andere Antragsteller auf die November-Hilfe – 75 Prozent des Umsatzes im November 2019.

Hilfe über die Filmförderungsanstalt

Er könnte gut damit leben, wenn die umsatzorientierte Entschädigung für November und eventuell auch Dezember fließt. „Das sind die fetten Monate in unserer Branche.“ Aktuell wisse er jedoch nicht genau, welche Zuschüsse am Ende gezahlt und verrechnet werden. Im besten Fall sei sein Kontostand wieder auf dem Niveau des Frühjahrs 2020.

Kinobetreiber bekommen zusätzlich corona-unabhängig Investitionshilfe aus Bundesmitteln über die Filmförderungsanstalt. Gunnar Schäfers: „Kino ist Kultur – das hat auch der Staat begriffen und fördert die deutschen Kinos: In den Töpfen sind derzeit zusätzliche Mittel verfügbar für das Programm ,Zukunft Kino’.“ So werden bestimmte Investitionen in die Kinos mit 80 statt 50 Prozent bezuschusst. Das will Schäfers nutzen. Er hat bereits die Bestuhlung in mehreren Sälen in seiner Schauburg Cineworld in Vechta erneuert und will auch Teile des Mobiliars in seinem Central Cineworld in Diepholz austauschen.

Ersetzt werden sollen insgesamt etwa 340 Sitze in drei 2001 angebauten beziehungsweise umgestalteten Sälen. Auch in die Lichttechnik investiert Schäfers. Mit neuen LED sollen die Säle demnächst vor Beginn der Vorführung in unterschiedlichen, passenden Farben beleuchtet werden. „Zum Beispiel grün für ,Shrek’ oder pink bei der wöchentlichen ,Ladies Night.“ Zu dem Gesamt-Investitionspaket, das etwa 215 000 Euro umfasst, gehören auch kleinere Maßnahmen wie ein teilweiser Austausch eines Teppichs.

Das Geld, das deutsche Kinos für solche Investitionen bekommen, stammt nicht nur vom Staat. Alle Betreiber müssen eine Abgabe zahlen, ebenso Fernsehsender und andere Anbieter, wenn sie Kinofilme zeigen. „Von den Kinos kommt allerdings derzeit nichts in den Topf“, erklärt Gunnar Schäfers: Ohne Kartenverkauf im Lockdown keine Abgabe.

Das Diepholzer Kino

Das „Central Cineworld“ in Diepholz an der Wellestraße hat insgesamt 512 Plätze in vier Sälen. Das heutige Kino geht zurück auf das „Central-Theater“, das Heinrich Meier baute und seit dem 21. Februar 1952 betrieb. 1990 übernahmen Gunnar Schäfers´ Eltern das Diepholzer Kino: Paul und Elke Schäfers, die bereits seit 1984 in Vechta die „Schauburg“ betrieben.

Gunnar Schäfers betont, dass Kinos im Gegensatz zu Theatern relativ wenig staatliche Zuschüsse bekommen. Sie würden jedoch ein breites Spektrum an Kultur liefern. Dazu gehörten nicht nur Filme für alle Altersschichten, sondern auch für ein spezielles Publikum. In Diepholz gibts es in Zusammenarbeit mit der Stadt das „Kommunale Kino“. Dieses zeigt auch Filme mit hohem Anspruch oder Wert, die manchmal nur 20 Besucher anlocken. Auch das ist Teil der umfassenden Kino-Kultur, die Schäfers auch angesichts der wachsenden Konkurrenz von Netflix & Co. für zukunftsfähig hält.

Dabei gebe es bei den Besucherzahlen im Vergleich zu anderen Ländern noch Luft nach oben: Besuchen Deutsche im Jahr durchschnittlich knapp drei Mal ein Kino, so gehen Franzosen etwa fünf Mal ins Kino und US-Amerikaner acht Mal im Jahr.

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