Info-Point, E-Fahrradverleih, öffentliche Toiletten und Kleinwohnungen

Neue Pläne für altes Diepholzer Hotel

Stellen das Nachnutzungskonzept für das ehemalige Hotel Steuding am Diepholzer Bahnhof vor (von links): Bau-Fachdienstleiter Sebastian Dornieden, Claus Freye (Bethel im Norden) und Bürgermeister Florian Marré.
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Stellen das Nachnutzungskonzept für das ehemalige Hotel Steuding am Diepholzer Bahnhof vor (von links): Bau-Fachdienstleiter Sebastian Dornieden, Claus Freye (Bethel im Norden) und Bürgermeister Florian Marré.

Diepholz – Das seit Jahren leer stehende Hotel Steuding am Diepholzer Bahnhof sollte abgerissen werden. Doch dann fand die Stadt eine Alternative und jetzt hat das alte Gebäude eine Zukunft – allerdings nicht als Übernachtungsmöglichkeit.

Das von der Stadt Diepholz beauftragte Architekturbüro und der Partner Bethel im Norden haben für die Nachnutzung ein städtebauliches und inhaltliches Nachnutzungskonzept entwickelt. Die Vorschläge sollen in der Sitzung des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt am Mittwoch, 16. Juni, der Politik sowie den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit.

Zusammenarbeit: Stadt Diepholz und Bethel im Norden

Das inhaltliche Nutzungskonzept, das in enger Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung und Bethel im Norden erarbeitet wurde, besteht laut der Mitteilung aus mehreren Bausteinen. Neben einem Service- beziehungsweise Info- und Beratungs-Point für alle Bürger und Bürgerinnen sowie Gästen der Stadt Diepholz soll im Erdgeschoss eine Mobilitätsstation entstehen. Zu diesem Angebot soll der Verleih von E-Fahrrädern und Lastenrädern gehören. Durch die Präsentation hochwertiger und umweltfreundlicher E-Fahrräder und Lastenräder soll das Interesse an diesen Verkehrsmitteln geweckt werden. Darüber hinaus ist ein Reparaturservice in Kooperation mit ortsansässigen Fahrradhändlern oder eine Fahrradwaschanlage denkbar.

Der Info-Point und die Mobilitätsstation sollen im Erdgeschoss durch ein gastronomisches Angebot und eine Toilette, die während der Öffnungszeiten allen Bürgerinnen Bürgern zur Verfügung steht, ergänzt werden. Im ersten und zweiten Obergeschoss soll zudem in Form von acht Kleinwohnungen sozialer und integrativer Wohnraum entstehen.

„Gemeinsam mit der Stadt Diepholz möchten wir dafür sorgen, dass das ehemalige Hotel am Bahnhof einer neuen, attraktiven und lebendigen Nutzung zugeführt wird. Zudem möchte Bethel im Norden als Träger der Wohlfahrtspflege mit diesem Projekt Teilhabe sichern und dem Bahnhofsumfeld neues Leben einhauchen“, erklärt Claus Freye, Geschäftsführer im Unternehmensbereich Bethel im Norden, in der Pressemitteilung.

Gebäude in großen Teilen erhalten

Bürgermeister Florian Marré.: „Durch die Umsetzung der einzelnen Bausteine könnte das Gebäude in großen Teilen erhalten werden und damit auch in Zukunft seiner wichtigen städtebaulichen Bedeutung im Umfeld des Bahnhofs gerecht werden.“ Städtebaulich sei es das Ziel, das Gebäude wiederzubeleben und in den umliegenden Betrieb des Bahnhofs einzubinden. Als Schnittstelle zwischen Bahnhof, ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof) und der Innenstadt soll der Ort eine neue Aufenthaltsqualität entwickeln.

Wintergarten als „Fenster zur Stadt“

Die geplanten Auf- und Anbauten am Gebäude wie Dachgauben, ein Wintergarten als das „Fenster zur Stadt“ und Eingangsüberdachungen sprechen eine moderne Formensprache und ergänzen die strenge Formensprache des Gebäudes, so die Stadt. Wie die äußere Hülle soll auch das Innere den Schritt in die Moderne widerspiegeln, wobei vorhandene Einbauten, wie die Bodenbeläge oder Teile der Einrichtung der ehemaligen Gaststätte im Erdgeschoss, in das neue Gestaltungskonzept integriert werden können. Im Außenbereich sollen öffentliche Parkplätze für besondere Nutzungen geschaffen. Vorrangig sollen hier im Sinne der Mobilitätswende öffentliche Stellplätze mit E-Ladesäulen und Stellplätze für Personen mit Handicap entstehen.

Außerdem soll die Fahrradabstellanlage zwischen dem Gebäude „Steuding“ und dem Bahnhofsgebäude verlagert werden. Hierdurch soll eine direkte Sicht- und Wegebeziehung zwischen Bahnhof und ZOB über das öffentliche Grundstück ermöglicht werden. Im südwestlichen Bereich des Gebäudes soll zum Wohle des Klimaschutzes eine komplette Entsiegelung der Freifläche erfolgen, wodurch die Aufenthaltsqualität an diesem Ort weiter gestärkt wird.

Entscheidung erst später

Das städtebauliche und inhaltliche Nachnutzungskonzept für das ehemalige Hotel Steuding soll im nächsten Schritt in den politischen Gremien beraten werden. Sofern die Politiker der konzeptionellen Ausrichtung positiv gegenüberstehen, will die Stadt in den nächsten Monaten verschiedenste Fördermittelgeber anzusprechen, um Zuschüsse für das Projekt einzuwerben. Eine finale Entscheidung für oder gegen das Projekt erfolgt laut Stadt erst nach dieser nächsten Phase.

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