Landkreis führt Verhandlungen mit vier Telekommunikations-Unternehmen

Neue Datenautobahnen: „Wir wollen Gas geben“

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Breitbandversorgung (Symbolbild)

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Online-Bankgeschäfte im Wohnzimmer, Firmenkontakte rund um die Welt – oder in der Zukunft womöglich Telemedizin: Datenautobahnen sind für Bürger und Unternehmen schon heute so wichtig wie Wasser, Strom und Gas. Deshalb will der Landkreis Diepholz in einem historischen finanziellen Kraftakt und im Schulterschluss mit seinen Kommunen für Anschluss und Schnelligkeit sorgen. Mit Investitionen von knapp 60 Millionen Euro sollen so viele weiße Versorgungsflecken wie möglich ausradiert werden.

Das Werkzeug dafür: Glasfaser- oder Kupferkabel mit einer hohen Bandbreite – die so genannte Versorgung mit NGA (Next Generation Access), und das so schnell wie möglich. „Wir wollen Gas geben“, kündigte Sven Mörker vom Landkreis-Fachdienst Wirtschaftsförderung im Finanzausschuss an. Ziel ist es, schon im März die Bauaufträge zu vergeben. Danach soll umgehend ihre Umsetzung beginnen.

Bund und Land beteiligen sich mit 20 Millionen Euro

Wie bereits berichtet, fließen 15 Millionen Euro aus Bundes- und fünf Millionen Euro aus Landesmitteln in das Projekt. Pacht und Betrieb dieser „passiven Breitband-Infrastruktur zur Errichtung einer flächendeckenden NGA-Breitbandversorgung“, wie es im Ausschreibungstext heißt, will der Landkreis einem Telekommunikations-Unternehmen übertragen.

Vier solcher Unternehmen haben in der europaweiten Ausschreibung Interesse bekundet. Damit der Landkreis auf Augenhöhe mit ihnen verhandeln kann, hat er technische und rechtliche Beratung „eingekauft“.

Geplant ist ebenso, die Kreisverwaltung um eine Breitband-Kraft zu verstärken. Doch die Stelle ist noch nicht besetzt. Denn der neue Mitarbeiter, der ausgewählt worden war und zugesagt hatte, „hat sich nicht wieder gemeldet“, berichtete Sven Mörker.

Vertragsabschluss im Juli

Zurück zu den Telekommunikations-Unternehmen: Noch steht nicht fest, wer den Zuschlag bekommt. Im Juli, so der Zeitplan, soll der Pachtvertrag abgeschlossen werden – vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesnetzagentur, hieß es.

Der nächste für die Öffentlichkeit entscheidende Schritt: die EU-weite Ausschreibung der Baumaßnahmen. Laut Zeitplan soll das im Januar geschehen.

Gleichzeitig will der Landkreis eine Informations-Kampagne in den Städten und Gemeinden starten. „Wir wollen Veranstaltungen für die Bürger anbieten“, so Mörker. Denn sie können von den neuen Daten-Autobahnen profitieren, müssen es aber nicht. Ziel des Landkreises ist es demnach, 40 Prozent der anschlussfähigen Haushalte zu erreichen.

In zwei Jahren, also bis 2019, sollen 95 Prozent aller Haushalte im Landkreis mit einer Datenrate von mindestens 30 MB pro Sekunde ausgestattet sein, mehr als 85 Prozent sogar mit einer Leistung von 50 MB pro Sekunde.

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