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Neue Attraktion auf dem Diepholzer Skulpturenpfad: Wie überdimensionale Mikadostäbe

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Von: Janin Meyer

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„Zeitzeichen“ ist der Name des neuen Kunstwerks.
„Zeitzeichen“ ist der Name des neuen Kunstwerks. © Meyer

Früher waren es Verkehrszeichen, jetzt gelten sie in Summe als „Zeitzeichen“: Am Diepholzer Skulpturenpfad wurde ein neues Werk offiziell präsentiert. An dem Projekt mit den überdimensionalen Mikadostäben waren zahlreiche Helfer beteiligt.

Diepholz - Wenn viele Menschen zusammenarbeiten, kann etwas Besonderes entstehen: Davon durften sich am Freitag die Besucher bei der Einweihung der Skulptur „Zeitzeichen“ in Diepholz überzeugen. Sie steht auf dem Gelände der Lebenshilfe an der Moorstraße und ist Teil des Skulpturenpfads „Die Sicht“ der Bürgerstiftung Agenda 21. Zahlreiche Künstler und Helfer waren beteiligt, um das Kunstwerk in die Tat umzusetzen. „Als Zugpferd trug Projektpate Ulrich Halfpap einen großen Teil zum Gelingen bei“, betonte Florian Marré, Bürgermeister der Stadt Diepholz.

Das Kunstwerk selbst strahlt die Vielfältigkeit seiner Mitwirkenden direkt aus. Sehr unterschiedlich gestaltet kommen die 32 gebrauchten Verkehrsschilder daher, die unterschiedliche Künstler bereits im vergangenen Jahr bemalten. Befestigt sind sie an zehn sechs Meter langen Stahlrohren, die unterirdisch fest verschweißt sind. Aufgestellt sind die Stahlrohre bewusst ganz willkürlich. „Sie erinnern an Mikadostäbe“, erklärte Halfpap. „Beim Mikadospiel fallen die kleinen Holzstäbe jedes Mal anders“, erläuterte er. Auch die entstandenen Bilder der Künstler zum Thema „Zeitzeichen“ seien vielfältig, zufällig und beliebig wie Mikadostäbe.

Den ursprünglichen Gedanken, die Stahlrohre in einem einheitlichen Braunton zu gestalten, verwarfen die Verantwortlichen nach Rückmeldungen aus der Bevölkerung und sorgten dafür, dass sie inzwischen in bunten Farben erstrahlen. „Warum wir dazwischen besonders viel Gelb und Blau sehen, lässt Interpretationsspielraum. Es handelt sich schließlich um ein Kunstwerk“, meinte Halfpap. Und auch darin spiegelten sich die „Zeichen der Zeit“, beziehungsweise die „Zeitzeichen“ wider.

Tim Wegner, Ulrich Halfpap, Bärbel Schmitz, Florian Marré und Sebastian Dornieden (von links) bei der Einweihung der Skulptur.
Tim Wegner, Ulrich Halfpap, Bärbel Schmitz, Florian Marré und Sebastian Dornieden (von links) bei der Einweihung der Skulptur. © Meyer

Entstanden waren die bemalten Verkehrsschilder bereits im vergangenen Jahr im Rahmen der Woche „Kunst in der City“. Zunächst waren sie zwei Wochen lang in Bäumen des Diepholzer Amtsgartens zu sehen. Nun sollte eine dauerhafte Bleibe her. Neben Stadtverwaltung, Lebenshilfe und Künstlern waren auch Teilnehmer der Jugendwerkstatt der DAA in Diepholz involviert. „Das soziale Miteinander ist ein Grundgedanke der Bürgerstiftung Agenda 21“, betonte Halfpap.

Besonders beeindruckt von dem Gemeinschaftsprojekt zeigten sich Bärbel Schmitz von „Kunst in der City“ und Tim Wegner, Hausleiter des „Haus am Wasser“ der Lebenshilfe. „Als Bauamtsleiter Sebastian Dornieden mich auf das Errichten der Skulptur auf unserem Gelände ansprach, dachte ich als Kunst-Laie zunächst an eine Skulptur ähnlich den alten griechischen oder römischen Gottheiten“, plauderte Wegner aus dem Nähkästchen. Im darauffolgenden Gespräch mit Halfpap sei ihm schnell bewusst geworden, wie vielschichtig Kunst sein kann. „Auf dieses Kunstwerk bin ich wirklich stolz“, betonte Bärbel Schmitz.

Wie wichtig das Projekt auch für die Stadt ist, verdeutlichte Marré schließlich noch einmal: „Der Skulpturenpfad liegt an einer höchst attraktiven Strecke zum Beispiel für Radfahrer, die am Dümmer Urlaub machen“, erklärte er. Künstlerische Arrangements seien beliebte Ziele auch für Touristen.

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