Erfahrungsaustausch in Diepholz

Netzwerk „Stadtmarketing im Nordwesten“: Mehrwert der App nicht mehr da

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Mitglieder des Netzwerkes „Stadtmarketing im Nordwesten“ trafen sich in Diepholz zum Erfahrungsaustausch über „Digitale Vertriebswege zur Stärkung des stationären Handels“. Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann (rechts, Bild bitte vergrößern) berichte unter anderem über „Diepholz bei Ebay“. Neben ihm: Fördergemeinschafts-Vorsitzender Mark Kürble. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Probleme sind in nahezu allen Städten dieser Größenordnung gleich: sinkender Einzelhandels-Umsatz, Leerstände, wachsende Online-Konkurrenz. Im Netzwerk „Stadtmarketing im Nordwesten“ unterstützen sich die Stadtmarketing-Beauftragten von 22 Kommunen bis 50.000 Einwohner gegenseitig, sprechen bei ihren halbjährlichen Treffen über Erfahrungen, Aktionen und Planungen, um ihre Orte attraktiver zu machen oder attraktiv zu halten. Elf von ihnen kamen jetzt zum ersten Treffen in Diepholz - darunter Ilona Tetzlaff aus Nordenham, die das Netzwerk vor drei Jahren ins Leben gerufen hatte.

Im Veranstaltungsraum des neuen Volksbank-Gebäudes an der Wellestraße begrüßte Bernd Öhlmann, Geschäftsführer der Diepholzer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing, unter anderem Stadtmarketing-Vertreter aus Lohne, Werlte, Wittmund, Cloppenburg, Brake, Weyhe und Sögel.

Da in Diepholz viele Veranstaltungen und Aktionen ehrenamtlich von der Fördergemeinschaft organisiert werden, war auch deren Vorsitzender Mark Kürble dabei.

Hauptthema war „Digitale Vertriebswege zur Stärkung des stationären Handels“. In seinem Vortrag berichtete Bernd Öhlmann über die Erfahrungen mit „Diepholz bei Ebay“, durch das die Kreisstadt 2016 bundesweit bekannt geworden war.

Diepholz hatte seinerzeit den Wettbewerb „Die digitale Stadt“ gewonnen und damit eine einmalige organisatorische und finanzielle Unterstützung durch die Internet-Handelsplattform Ebay.

Von den damals gut 30 teilnehmenden Diepholzer Einzelhändlern sind noch die Hälfte dabei, berichtete Öhlmann seinen Stadtmarketing-Kollegen. Das Abspringen von Händlern habe unterschiedliche Gründe. In manchen Fällen hätten bestimmte große Marken damit gedroht, nicht mehr zu liefern, wenn Waren weiter über Ebay verkauft würden.

„Das ist ein klein wenig verpufft“

Die organisatorische und praktische Hilfe von Ebay, digitale Vertriebskanäle aufzubauen, und die bundesweite Bekanntheit habe er damals als Basis für weitere Aktivitäten gesehen, sagte Öhlmann - und gab zu: „Das ist ein klein wenig verpufft.“ Die Chance auf Folgeprojekte sei nicht genutzt worden.

Er erklärte, dass die Diepholzer viele Einrichtungen, die anderen Städten fehlen, gar nicht wahrnehmen. Auch sei vielen nicht bewusst, dass die 18.000-Einwohner-Stadt Diepholz attraktive Firmen und 7 600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze habe.

Mark Kürble berichtete unter anderem von der Diepholz-App, die vor einem Jahr eingestellt wurde: „Irgendwann war der Mehrwert nicht mehr da.“

Bernd Öhlmann, der seit 2009 Diepholzer Wirtschaftsförderer und damit auch für das Stadtmarketing zuständig ist, führte die Gäste nach dem Vortrag noch durch die Innenstadt.

„Leerstände sind vielen gar nicht aufgefallen“, berichtete er: „Da gibt es in anderen Städten mehr.“

Das Treffen des Netzwerkes „Stadtmarketing im Nordwesten“ endete beim Diepholzer Grüntee-Importeur Shimodozono an der Strothestraße unter dem Motto „Einen Hauch von Japan in Diepholz erleben“.

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