Rehe, Vögel, Eichhörnchen

Naturbeobachtungen in einem Diepholzer Garten

Eichhörnchen „Sammy“ kam jeden Morgen. Kurz vor Weihachten wurde es überfahren.
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Eichhörnchen „Sammy“ kam jeden Morgen in den Garten. Kurz vor Weihachten wurde es überfahren.

Diepholz – Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland) ruft in diesen Tagen wieder zur bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ auf. Eine Stunde lang sollen die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park gezählt und dem Nabu gemeldet werden. Unser Mitarbeiter Wolfgang Zellhorst berichtet über seine vielen Naturbeobachtungen im Garten am Lehmder Damm im Süden der Stadt Diepholz.

Durch die großen Scheiben unseres Terrassenfensters haben wir einen tollen Blick über die Felder am Ufer der nah vorbeifließenden Hunte. Diese ist für zahllose große und kleine Vögel etwas Ähnliches wie eine Autobahn, entlang der sie Richtung Dümmer und zurück fliegen. Einzeln oder in Gruppen folgen sie dem Fluss.

Schneeweiße Silberreiher und ihre Verwandten, die Graureiher, lassen sich auch hier und da im Ufersand nieder und lauern darauf, dass ihnen ein Fisch vor den Schnabel kommt. Auch setzt sich ab und zu einer von ihnen auf das Geländer unseres Steges am Teich und schaut (im Sommer) traurig herab zu unseren zahllosen Goldfischen, die er nicht erwischen kann, weil das Ufer des Teiches zu steil ist und er keinen Standplatz findet.

„Gülden geht die Sonne auf, Silberwölkchen fliegen – frisch geküsst steht Mutti auf, Vater bleibt noch liegen“, hat Wolfgang Zellhorst scherzhaft zu diesem Bild geschrieben.

Manchmal, wenn die Terassentür offen ist, hören wir ein zunächst undefinierbares Rauschen, das sich als das Sausen der Schwingen von mehreren Schwänen herausstellt, die auf den weiten Wiesen der Graftlage ihr Lager aufschlagen. Schon durch das Geräusch, das die Schwanenflügel verursachen, merkt man, dass hier etwas Größeres heran rauscht. Den Habicht sieht man seltener, aber sein charakteristischer Schrei ist oft zu hören.

Ein Futterhäuschen haben wir so aufgehängt, dass es nicht von den Eichhörnchen geplündert werden kann und nur für fliegende Gäste erreichbar ist. Anfangs konnten wir schmunzelnd beobachten, wie ein Eichhörnchen mit akrobatischen Verrenkungen versuchte, doch an die leckeren Körner heranzukommen. Später dann kam „Sammy“, wie wir es genannt haben, pünktlich zum Frühstück auf die Terrasse wo wir ihm Hasel- und Walnüsse anboten. Die meisten schleppte er schleunigst davon und versteckte sie für schlechtere Zeiten.

Eichhörnchen „Sammy“ überfahren

Leider fanden wir „Sammy“ kurz vor Weihnachten tot auf der Straße direkt vor unserer Einfahrt. Seit der Lehmder Damm vor nun schon 20 Jahren wegen des zivilen Flugplatzes ausgebaut und geteert wurde, hat er sich zu einer Rennbahn entwickelt.

Auch kann man genau sehen, wie lange die Kunden einer weltweit bekannten Fast- Food-Kette brauchen, bis sie ihre Packungen leer gegessen und ihre Pappbecher ausgetrunken haben, weil sie diese dann vor unserer Haustür aus den Autofenstern werfen.

Zu den täglichen tierischen Futtergästen gehören, neben dem Buntspecht an der Futterampel, bis zu fünf Eichelhäher, die sich mit Amseln, Bachstelzen, Meisen und Buchfinken am täglich frisch gedeckten Tisch abwechseln. Es ist spannend zu beobachten, wie die einzelnen Vögel zunächst einen Ast im Gebüsch oder der nahestehenden Hainbuche anfliegen, um von dort die Lage zu peilen und dann sich auf den Futterstein zu stürzen. Spatzen treten immer als großer Schwarm auf, der nach nur einigen Sekunden des hastigen Pickens im Pulk in der nächsten Hecke verschwindet.

Auch andere Gäste tauchen manchmal überraschend in unserem nicht umzäunten Garten auf. Ein Hase oder auch Kaninchen hoppeln über den Rasen, Feldmäuschen huschen aus ihrer Deckung zwischen den Feldsteinen des Wasserlaufs heraus, um auch ein Körnchen zu erwischen. Morgens finden wir nicht selten die Hügel, die der Maulwurf über Nacht aufgeworfen hat.

Ein Rehbock inspizierte gemütlich die Terrasse am Lehmder Damm, bevor er Richtung Feld und Wald weiterzog.

Auf den abgeernteten Maisfeld zwischen uns und der Hunte äst manchmal ein Rudel Rehe und nachts hört man das Geschrei der Wildgänse, die über unser Haus ziehen – im Herbst und im Frühjahr auch das Trompeten der Kraniche, wenn sie zu oder von ihren Winterquartieren fliegen und hier in den Mooren zu Tausenden Rast machen. Einmal hatte ich das Glück, dass mein Handy aufnahmebereit neben mir auf dem Tisch lag, als ein Rehbock gemächlich über unsere Terrasse schritt. So konnte ich ein nicht perfektes aber besonderes Foto schießen.

Einen Wolf hatten wir noch nicht im Garten, zumindest haben wir ihn hier noch nicht gesehen, aber drüben auf dem Gelände des Flugplatzes Diepholz-Dümmerland (FDD) war er schon mal zu Gast.

Meine Lebensgefährtin und ich genießen es, uns hier draußen vor der Stadt mit den Tieren die herrliche Natur zu teilen und sie zu beobachten. Wolfgang Zellhorst

Ein Fink schaukelt gern am Futterknödel.

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