Realschule wird Naturpark-Schule

Die Natur „vor der Haustür“ erleben

Landrat Cord Bockhop (2.v.l.) als Vorsitzender des Vereins Naturpark Dümmer und Realschul-Leiter Uwe Hofemeister (2.v.r) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. Rechts: Naturpark-Geschäftsführer Detlef Tänzer, Links: Projektleiter Matthias Bahr. - Foto: Reckmann

Diepholz- Klimawandel? Das ist doch ein Problem der Antarktis, oder? Im Schulunterricht werden die großen Themen der Welt oft an Beispielen erklärt, die sehr weit entfernt liegen.

Eine neue Kooperation soll den Blick von Lehrenden und Lernenden stärker in die hiesige Region lenken: Als erste Schule der Region wird die Realschule Diepholz „Naturpark-Schule“. Regionale Themen des Naturparks wie etwa Natur, Moor und Klima aber auch Kultur und Tourismus sollen stärker in die pädagogische Arbeit einfließen. Dazu unterzeichneten der Vorstandsvorsitzende des Vereins Naturpark Dümmer, Landrat Cord Bockhop, und Schulleiter Uwe Hofemeister in den Räumen der Realschule einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

Schäferhof, „Moorwelten“, Dümmermuseum, Dümmer Moore und Flüsse – der Naturpark Dümmer bietet für Schulen eine ganze Reihe attraktiver Lern- und Erfahrungsorte und die Möglichkeit, die Natur vor der Haustür kennenzulernen, zum Beispiel in Exkursionen.

„Wenn Naturpark und Schule zusammenarbeiten, den Schülern die Region, die Natur und Kultur vor der eigenen Haustür nahegebracht werden, dann sprechen wir von moderner Heimatkunde“, so Bockhop. Eine Zusammenarbeit mit regionalen außerschulischen Partnern ist im Umweltbildungskonzept der Realschule verankert. ,,Deshalb kommt uns die Möglichkeit, die Ressourcen des Naturparks Dümmer für unser Ziel zu nutzen, sich mit der eigenen Region zu identifizieren und Verständnis für die Wechselwirkung von Ökonomie und Ökologie im Dümmerraum anzubahnen, sehr entgegen“, freute sich der schulische Projektleiter Matthias Bahr. Schulleiter Hofemeister hofft, dass Projekttage, Exkursionen oder Fortbildungen in enger Zusammenarbeit mit Partnern des Naturparks durchgeführt werden können. „Den Blick in die Heimat und auf das Einzigartige der Region zurichten, um dann im nächsten Schritt über den Tellerrand hinaus auf globale Bezüge zu blicken, das ist für uns als Schule aktive Bildung zur nachhaltigen Entwicklung“, erklärte Hofemeister. „Wir freuen uns. Dass wir für dieses Projekt ausgewählt wurden.“

Die Kooperation soll beiden Seiten Vorteile bringen: Schulen versprechen sich eine Bereicherung ihres Unterrichts, Naturparke erhoffen sich eine stärkere Verankerung in der Region und die Umsetzung ihrer Ziele.

Die Idee der „Naturpark-Schule“ kommt aus Österreich. Der Verband Deutscher Naturparke (VDN) hat diesen Ansatz aufgegriffen und möchte ihn im Projekt „Netzwerk Naturpark-Schulen“ auf deutsche Naturparke übertragen.

Die Auszeichnung „Naturpark-Schule“ soll für einen Zeitraum von fünf Jahren verliehen werden. Bis es für sie soweit ist, hat die Realschule Diepholz noch ein wenig Arbeit vor sich, um die Kriterien zu erfüllen. Das vorhandene Umweltbildungskonzept und der aktuelle Maßnahmenplan stimmen aber die Beteiligten optimistisch, dass bei den Projekttagen zum gleichen Thema im Juni die endgültige Auszeichnung zur Naturpark-Schule durch den VDN über die Bühne gehen kann, hieß es bei der Vertragsunterzeichnung. - sr

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