Projekt im Brägeler Moor 

Natur-Erlebnis am historischen Bohlenweg

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Mitarbeiter eines archäologischen Fachbüros aus Vechta graben derzeit nahe der Straße Lindloge in Aschen ein Teilstück eines mehr als 2000 Jahre alten Bohlenweg im Moor aus. Im Rahmen eines anderen Projektes, für das es eine 204 000-Euro-Förderung gibt, wird im weiteren Verlauf dieses historischen Weges „Pr VI“ eine barrierefrei begehbare „Moorloipe“ mit Ausstellungen entstehen. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Für die Menschen vor 2000 Jahren war das Moor zwischen den heutigen Städten Diepholz und Vechta eine natürliche Grenze, die sie nur mit hohem Aufwand überwinden konnten: Sie bauten hölzerne Bohlenwege. Ein Teil des prähistorischen Weges im Brägeler Moor bei Aschen wird in den nächsten Jahren erlebbar gemacht.

300 Meter dieses Bohlenweges „Pr VI“, der in einem Torfabbaugebiet zwischen der Straße Lindloge und der Verlängerung des Ossenbecker Moorweges liegt, werden in den nächsten vier Jahren freigelegt. Im Rahmen des Projektes „Naturerlebnis am historischen Bohlenweg am Brägeler Moor“ wird dann eine barrierefrei begehbare „Moorloipe“ mit Ausstellungen rund um das Thema Bohlenweg entstehen.

Beginn dieser „Loipe“ ist an der Straße Lindloge. Am Ende wird eine Aussichtsplattform gebaut, von der aus Besucher ein sich anschließendes Moorstück im natürlichen, nicht abgetorften Zustand („Heile-Haut-Fläche“) betrachten können. Zu dem Projekt gehören eine umfangreiche Dokumentation und die Konservierung von Teilen des Bohlenweges, um diese an anderen Orten – beispielsweise in Museen oder im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima in Ströhen – ausstellen zu können.

Symbolischer Termin vor Ort: Karin Beckmann (6.v.l.), Beauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung, übergab dem Förderbescheid für das Projekt „Naturerlebnis am historischen Bohlenweg im Brägeler Moor“ an Landrat Cord Bockhop – hier mit weiteren Projekt-Partnern.

Für Grabung, Erkundung und Dokumentation des aus der Zeit um 50 vor Christus stammenden Bohlenwegs „Pr VI“ sind drei Jahre vorgesehen. Anschließend sollen laut Naturpark Dümmer, dem Träger des Projektes, „Naturerlebniselemente vor Ort realisiert und Inhalte für Ausstellungen aufbereitet werden“.

Die NBank (niedersächsische Landes- und Investitionsbank) bezuschusst das Projekt mit EU- und Landesmitteln im Programm „Landschaftswerte“, bei dem es um die Förderung des Natur- und Kulturerbes geht. Sie zahlt 204.000 Euro – 65 Prozent der Gesamtkosten von etwa 314.000 Euro. Symbolisch überreichte Karin Beckmann, Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung (Hildesheim), den Fördermittelbescheid an Landrat Cord Bockhop, der Vorstandsvorsitzender des Naturpark Dümmer ist.

Bei dem Übergabetermin vor Ort im Moor erläuterte Dr. Marion Heumüller, Referentin für Moor- und Feuchtbodenarchäologie des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, das Vorhaben den Vertretern der Finanzierungspartner – darunter Stadt und Landkreis Diepholz, Landschaftsverband Hunte-Weser, die Privatleute von Döllen sowie die Torfwerke Bokern und Riesselmann. Kooperationspartner sind zudem das Fachzentrum Moor, das Dümmer Museum, das Heimatmuseum Aschen und das Industriemuseum Lohne.

Der Diepholzer Bohlenweg „Pr VI“ gehört zu den letzten noch in Teilen erhaltenen Moorwegen in Norddeutschland.

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