Vor 25 Jahren erste Diskussionen im Rat

Nahezu vergessen: Die „Diepholz-Sinfonie“

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Eine der drei CDs der „Diepholz-Sinfonie“, die bei der Stadtverwaltung im Rathaus gefunden wurden: Das 1994 uraufgeführte Werk ist nahezu in Vergessenheit geraten.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Wir sind Diepholz!“ Dieses eingängige Lied des Diepholzer Musikers Dr. Christoph Kirchberg aus dem Jahr 2009 wird nicht nur beim Großmarkt gern gespielt, es ist auch bei Anrufen im Rathaus in der Warteschleife zu hören. Doch die Kreisstadt hat noch ein weiteres eigenes Musikstück – und das ist nahezu vollkommen in Vergessenheit geraten: Die „Diepholz-Sinfonie“.

Vor 25 Jahren begannen die ersten kulturpolitischen Diskussionen im Diepholzer Rat, ob die Stadt ein solches Werk brauche und es – gemeinsam mit Sponsoren – finanzieren solle. Letztendlich war eine Mehrheit dafür.

Am 11. September 1994 war die Uraufführung im Diepholzer Theater. Eine Aufzeichnung davon übertrug der NDR im Radio.

Georg Reuter († 2003), Diepholzer Musiker, Komponist und damals stellvertretender Leiter der Kreismusikschule, hatte der Stadt seine „2. Sinfonie op. 46“ als „Diepholz- Sinfonie“ angeboten.

Das Werk der „modernen Musik“ wurde zwar nach der Uraufführung hoch gelobt, traf jedoch auf Dauer nicht den Geschmack eines großen Publikums. So hielt sich der CD-Verkauf in Grenzen – die meisten dürften später entsorgt worden sein. So hat auch die Volksbank Diepholz-Barnstorf, die seinerzeit mit der niedersächsischen Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken einer der Hauptsponsoren war, heute keine mehr.

Nach der Uraufführung der „Diepholz-Sinfonie“ 1994: Komponist Georg Reuter und Sopranistin Theresa Seidl. 

Im Diepholzer Stadtarchiv ist noch ein Exemplar gesichert und bei der Stadtverwaltung tauchten nach einer Suchaktion auf Nachfrage unserer Zeitung in einem Schrank drei weitere CDs auf. Ansonsten ist die „Diepholz- Sinfonie“ im Rathaus kein Thema mehr und woanders wohl auch nicht.

Da lag der damalige Bürgermeister Oskar Bödeker mit seiner Einschätzung nach der vom Publikum umjubelten Uraufführung im fast ausverkauften Theater wohl nicht ganz richtig. „Die Sinfonie ist ein Gewinn für die Stadt Diepholz“, war seine Einschätzung.

Bei der Uraufführung hatte das Philharmonische Staatsorchester der Freien Hansestadt Bremen unter Leitung von István Dénes das knapp einstündige Werk gespielt. Den Gesangspart – die fünf Texte stammten von Klaus Seehafer, Autor und damaliger Stadtbüchereileiter – übernahm die Sopranistin Theresa Seidl.

„Georg Reuter hat den spröden Charme der Moorlandschaft um die Kreisstadt in eine plastische, schnörkellose, manchmal herbe, häufig tief empfunden poetische Musiksprache gefasst“, so der damalige Kultur-Redakteur unserer Zeitung, Dr. Rainer Beßling.

Ob das künstlerisch hoch bewertete Werk der „neuen Musik“ später noch einmal aufgeführt wurde, ist unbekannt.

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