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Kreis Diepholz verbietet nachmittags Entnahme von Grundwasser – auch für Privathaushalte

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Von: Marvin Köhnken

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Im Kreis Diepholz herrscht teilweise „extreme“ Dürre. Nachmittags darf daher aktuell dem Boden kein Grundwasser entnommen werden – zum Beispiel zum Rasensprengen.

Landkreis Diepholz – Der Landkreis Diepholz hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Nutzung des Grundwassers für bestimmte Beregnungsformen zwischen 12 und 18 Uhr untersagt. Betroffen ist laut Allgemeinverfügung der Kreisverwaltung die Beregnung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen, öffentlichen und privaten Grünflächen wie Parkanlagen und Gärten sowie von Sportanlagen wie Fußball-, Tennis- oder Golfplätzen mit Schlauchtrommelberegnungsanlagen, Trommelberegnungsanlagen, Großflächenregnern sowie Rasensprengern.

Bereits Anfang Juni hatte der Landkreis zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. Da die Kreisverwaltung dennoch beobachtete, dass „in vielen Bereichen die Beregnung während der verdunstungsintensiveren Tagesstunden fortgesetzt wird“, wurde nun das zeitweilige Verbot der Entnahme von Grundwasser ausgesprochen. Das Verbot erstrecke sich auf Wasser der öffentlichen Trinkwasserversorgung sowie der erlaubnisfreien und zugelassenen Wasserentnahme aus Brunnen zur Beregnung.

Dürre im Kreis Diepholz so groß wie in den Jahren 2018 und 2019

Die Messstellen zeigen im August einen sehr ähnlichen Verlauf, wie in den Trockenjahren 2018 und 2019, erläutert der Landkreis die Entscheidung. Der Dürre-Indikator des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeige für Teile des Kreises außerdem schon, dass die beiden höchsten Stufen – „extreme“ beziehungsweise „außergewöhnliche“ Dürre – erreicht seien.

Den Rasen zu sprengen, bezeichnet die RhönEnergie in Zeiten der Wasserknappheit als „falsches Signal“.
Aktuell dürfen Rasensprenger im Landkreis Diepholz nachmittags nicht mit Grundwasser genutzt werden. © Martin Gerten/dpa

Der Kreis Diepholz ist mit dieser Maßnahme nicht alleine. Im Kreis Holzminden gilt ein ähnliches Verbot zur Entnahme von Grundwasser zwischen 10 und 18 Uhr beispielsweise noch bis Ende September. Unter anderem ist dort auch die Wasserentnahme aus Seen, Teichen, Flüssen oder Bächen mithilfe von Pumpen untersagt.

Erfreulicherweise seien laut einer weiteren Meldung des Landkreises Diepholz vom 2. September bislang keine Verstöße gegen das seit dem 25. August geltende Verbot festgestellt worden. Anzeigen von Dritten liegen demnach ebenfalls nicht vor. Sowohl die Landwirtschaft, die Sportstätten als auch der private Bereich hielten sich an die vorgegebene Zeit.

Verbot von Wasserentnahme bleibt weiterhin bestehen

Bislang mussten keine Bußgelder festgesetzt werden, heißt es weiter. Allerdings: Da die Grundwasserstände nach wie vor sehr niedrig seien, bleibt die Allgemeinverfügung in Kraft. Zudem ruft der Landkreis auch darüber hinaus dazu auf, sparsam mit der Ressource Grundwasser umzugehen.

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